Bei uns in Schilda

von Otfried Preußler, Rufus Beck (Sprecher/-in)
Rezension von Janett Cernohuby | 17. März 2020

Bei uns in Schilda

Uns allen ist der geflügelte Begriff des Schildbürgerstreichs bekannt, mit dem wir dumme Handlungen umschreiben. Aber woher kommt dieser Begriff eigentlich und wer waren die Schildbürger gleich wieder? Keine Sorge, wer es vergessen hat. Denn in diesem Frühjahr wurde Otfried Preußlers Klassiker „Bei uns in Schilda“ neu aufgelegt und erschien auch als Hörbuch im Verlag Hörbuch Hamburg.

Von Klugheit, die es nur einmal auf der Welt gibt

Die Stadt Schilda ist schon lange Geschichte. Einst war sie berühmt für ihre klugen Bewohner, doch mittlerweile ist sie bis auf die Grundmauern niedergebrannt? Warum? Davon erzählt Jeremias Punktum, Stadtschreiber von Schilda. Denn er weiß, wie es wirklich war.
Angefangen hatte alles zu jener Zeit, als die Stadt - wie schon erwähnt - für ihre klugen Bewohner bekannt war. Bald schon wurden diese von Königen, Herzögen, Grafen zu sich bestellt, um diesen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Das erzürnte freilich die Frauen der Stadt, die nun verwahrloste. Also riefen sie ihre Männer zurück und die taten fortan so, als wären sie dumm. Sie ersetzen ihre Klugheit durch Narrheit. Mit Erfolg. Doch irgendwann beschlossen die Schildbürger, wieder klug sein zu wollen, was sie in zahlreichen Abenteuern unter Beweis stellten.
Etwa, als sie beschlossen ein Rathaus zu bauen. Oder als sie die Rathausglocke im See versenkten. Als sie Salz anbauten, einen neuen Bürgermeister wählten und dem Kaiser einen Empfang bereiteten, wie der ihn sich in seinen kühnsten Träumen sich nicht vorgestellt hatte. Und doch war Schilda dem Untergang geweiht und ein Maushund hatte daran einen nicht unbedeutenden Anteil…

Ein Klassiker in neuem Gewand

Will man haarsträubende Geschichten über Einfaltspinsel und aberwitzige Ideen hören, dann findet man unter Klassikern wunderbare Schätze. Einer dieser Schätze wurde nun in ein neues Gewand gepackt und für Kinder neu aufgelegt. Die Rede ist von Otfried Preußlers „Bei uns in Schilda“. Humorvoll und unterhaltsam trug der gefeierte Kinderbuchautor jene Schwänke aus Schilda zusammen und machte sie auch für Kinder erlebbar. Heute noch kann man sich diese Geschichten anhören, die zeitlos  sind. Ja, selbst Kinder hören den feinen Humor heraus, erkennen die grandiose Dummheit der Bürger von Schilda, die aber dennoch in naiver und unschuldiger Gutgläubigkeit meinten, das richtige zu tun. Die  sich als gescheit wähnten und gar nicht merkten, wie man über sie lachte. Macht auch nichts, so kommen auch wir in den Genuss toller Unterhaltung.

Bei uns in Schilda

Neues Gewand heißt übrigens, dass Thorsten Saleina, bekannt für seine Illustrationen des „Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete“, auch diese Geschichten für eine Neuausgabe des Buchs im Thienemann Verlag illustrierte. Die Hörbuchausgabe wurde derweil von niemandem geringeren als Rufus Beck eingelesen. Muss man über den Meister der Lesung noch viele Worte verlieren? Er bringt die haarsträubenden Geschichten in eine grandiose Form. Lebendig, todernst und urkomisch zugleich liest er davon, wenn Salz ausgesät und geerntet wird, wenn man versucht, Licht ins Rathaus zu bringen und nicht begreift, woran es denn scheitern könnte. Der Sprecher schlüpft in die Rolle des Stadtschreibers Jeremias Punktum und bringt die Stadtchronik mit der Dummheit seiner Bürger auf einzigartige und wunderbare Weise zu den jungen Hörerinnen und Hörern.

„Bei uns in Schilda“ von Otfried Preußler ist nach wie vor ein lustiges und abenteuerliches Vergnügen für Jung und Alt. Rufus Beck lädt uns ein, ihm in die mittelalterliche Stadt zu folgen und die haarsträubenden Abenteuer noch einmal zu erleben. Eine Einladung, der man nur zu gerne folgt.

Details

Bewertung

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