Kinder und digitale Medien

Beitrag von Janetts Meinung | 01. Februar 2019

Das Internet ist für uns zur Selbstverständlichkeit geworden, ebenso der Umgang mit Smartphones und Tablets. Unsere Generation ist damit aufgewachsen, hat die Entwicklung der Technologie mitgemacht und hat sich mit ihr entwickelt. Nun schauen wir besorgt auf unseren Nachwuchs, der in eine bereits digitalisierte Welt hineinwächst.

Kinder und digitale MedienWie gehen wir Erwachsene damit um? Ganz unterschiedlich, denn wir bewegen uns - entsprechend unserem Wissen - irgendwo zwischen Panik, Akzeptanz und Gleichgültigkeit. Tatsache ist, dass digitale Medien zu unserem Alltag gehören und auch in der Zukunft einen immer wichtiger werdenden Aspekt darstellen. Daher wäre es also falsch, Kindern den Zugang zu verweigern, sie nicht mit PC, Laptop, Tablet und Smartphone vertraut zu machen.

Fakt ist, dass bereits Kinder im Grundschulalter das Internet nutzen. Viele besitzen bereits ein eigenes Endgerät. Spätestens nach dem Ende der Grundschulzeit sind es weit mehr als die Hälfte der Kinder. Das führt vor allem bei Eltern zu vielen Fragen: Was macht mein Kind im Internet? Wie wirkt sich das auf den Familienalltag aus? Wie kann ich ihm das Bewusstsein für Medienkompetenz beibringen?

Vor allem die letzte Frage überfordert Eltern. Denn vielen fehlt es selbst an der nötigen Medienkompetenz. Leichtfertig werden Kinderfotos in sozialen Netzwerken geteilt, Kindergärten und Schulen drängen immer stärker auf eine Einwilligung zur Veröffentlichung von Kinderfotos auf ihren Homepages oder in sozialen Kanälen. Verweigert man diese, führt das zu langen Diskussionen, bei denen letztendlich zermürbte Eltern aufgeben.

Es ist unbestreitbar, dass Medienerziehung in unserer digitalen Zeit wesentlich anspruchsvoller geworden ist. In vielen Bereichen können Eltern nicht auf Erfahrungen aus der eigenen Kindheit zurückgreifen. Wie verhält man sich also richtig?

Kinder und digitale MedienEltern reagieren ganz unterschiedlich. Das reicht, wie eingangs erwähnt, von keiner oder wenig Kontrolle bis hin zu einem kompletten Verbot. Eltern sind auf der Suche nach einem Patentrezept. Doch das gibt es nicht. Vielleicht hilft es, wenn sich jeder selbst noch einmal überlegt, welchen Stellenwert das Thema für einen selbst einnimmt und ob man sich damit vielleicht eingehender beschäftigen sollte.

Diese fehlende Patentlösung kann man sowohl positiv als auch negativ sehen. Man muss für sich selbst und für die eigene Familie das richtige Maß zwischen Kontrolle und Vertrauen in die Kinder finden. Man wird auch nicht allein gelassen. Es gibt Internetseiten, die sich diesem Thema widmen und Eltern mit Rat zur Seite stehen:

https://www.internet-abc.de
https://www.schau-hin.info
https://www.klicksafe.de/
https://www.saferinternet.at

Wichtig ist natürlich auch die Vorbildfunktion. Sitzen Eltern selbst stundenlang vor Tablet und Smartphone, liegen diese Geräte auch bei Mahlzeiten immer griffbereit, können diese Eltern wohl kaum von ihren Kindern erwarten, dass diese es nicht ebenso handhaben.

Wir sehen, Medienerziehung ist ein komplexes Thema, das vor allen uns Eltern immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Doch wenn wir unseren Kopf nicht in den Sand stecken, sondern mit kühlem Kopf an das Thema herangehen, werden wir unseren Kindern einen guten Start in die digitale Welt geben können. Und letztendlich gibt es auch hierzu Bücher für junge Leser, die zum Nachdenken anregen, aber schmunzeln lassen.



Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat

Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat

Autor: Marc-Uwe Kling, Astrid Henn (Illustration)
Verlag: Carlsen Verlag
ISBN: 978-3-551-51679-4
Seiten: 72 Seiten
Preis: 12,00 €
Alter: ab 6 Jahre

404 - Internet not found

Tiffany hat Ferien und Oma und Opa passen auf sie auf. Nicht nur auf sie, sondern auch auf ihren Bruder Max, der handyspielend auf dem Sofa liegt, und ihre Schwester Luisa, die in ihrem Zimmer Musik streamt. Doch dann kommt ein folgenschwerer Satz von Oma. "Es geht nicht mehr." Gemeint ist das Internet, in dem die Oma bis gerade eben wild herumklickte. Hat die Oma etwa das Internet kaputt gemacht? Auf der ganzen Welt? Und was sollen alle nun tun, ohne Internet?
Marc-Uwe Kling erzählt eine brüllend komische Geschichte über einen - unabsichtlich - herbeigerufenen Ausfall des Internets. Stark überzeichnet, sehr humorvoll und gleichzeitig auch sehr kritisch bringt er seine Leser nicht nur zum Lachen, sondern regt sie auch zum Nachdenken an.

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Die Autorenlesung plus zwei weitere Geschichten

Die Autorenlesung plus zwei weitere Geschichten

Verlag: Silberfisch
ISBN: 978-3-7456-0013-1
Umfang: 1 Audio-CD
Alter: ab 6 Jahre

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Bruno hat 100 Freunde

Bruno hat 100 Freunde

Autor: Francesca Pirrone
Verlag: alibri
ISBN: 978-3-86569-260-3
Seiten: 28 Seiten
Preis: 16,00 €
Alter: ab 5 Jahre

Von echten und digitalen Freunden

Bruno ist mit seinen beiden Freunden Renzo und Rico unterwegs, als er plötzlich ein Smartphone findet. Plötzlich hat er überall auf der Welt ganz viele Freunde. Bruno ist begeistert und beschäftigt sich fortan nur noch mit seinem Mobiltelefon. Darüber vergisst er sogar seine Freunde. Doch dann ist plötzlich der Akku leer und alle hundert Freunde sind weg...
Auf spielerische und kindgerechte Weise setzt sich Autorin Francesca Pirrone mit dem Handykonsum unserer Zeit auseinander. Sie will dabei aber nicht belehren, sondern erzählt wertfrei und will uns zum Nachdenken und Hinterfragen anregen.

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Carlotta, Henri und das Leben: Mama ist offline und nix geht mehr

Carlotta, Henri und das Leben: Mama ist offline und nix geht mehr

Autor: Anette Beckmann, Marion Goedelt (Illustration)
Verlag: Tulipan
ISBN: 978-3-86429-410-5
Seiten: 64 Seiten
Preis: 15,00 €
Alter: ab 7 Jahre

Eine Woche ohne Smartphone

Carlotta und Henris Mama ist ziemlich cool. Das finden zumindest die Zwillinge. Denn Mama hat immer das neueste Smartphone, kennt sich super mit Computern und Apps aus, spielt die angesagtesten Spiele, ist natürlich auch auf WhatsApp, Facebook & Co. vertreten und hat auch schon die Wohnung digitalisiert. Papa findet das allerdings gar nicht cool. Im Gegenteil. Ihn zieht es hinaus ins echte Leben, zu den Brettspielen und Büchern. Als Mamas Smartphone ins Klo fällt und für eine Woche zur Reparatur muss, geht plötzlich gar nichts mehr! Wie sollen Carlotta, Henri und Mama diese Woche nur überstehen?
Anette Beckmann erzählt nicht nur eine lustige und leicht überspitzte Geschichte, sie bringt auch viele Sachinformationen rund um die Themen Internet, Smartphone und digitale Welt ein.

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Wieso? Weshalb? Warum? ProfiWissen: Digitale Welt

Wieso? Weshalb? Warum? ProfiWissen: Digitale Welt

Autor: Lena Thiele
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-32665-5
Seiten: 56 Seiten
Preis: 14,99 €
Alter: ab 8 Jahre

Digitale Welt analog erklärt

Das Buch gibt Kindern Antworten auf Fragen rund um das Thema digitale Welt. Auch wenn der Band durch die ständigen Weiterentwicklungen ein relativ zeitnahes Ablaufdatum besitzt, kann man ihn Eltern, welche die Neugier ihrer wissbegierigen Kinder jetzt stillen wollen, dennoch empfehlen. Das Buch erklärgt Grundlagen, darunter was digital bedeutet, die Entwicklung des Computers, blickt in die Geräte hiein, geht auch auf Schnittstellen, externe Speichermedien und Peripheriegeräte ein. Weiter geht es mit dem binären Zahlensystem, verschiedenen Programmiersprachen, Einsatzmöglichkeiten von Computern, Vernetzung, Internet, sozialen Netzwerken, Smartphones, digitale Fußspuren und Sicherheit in vernetzten Medien sind ebenfalls zu finden. Die Kapitel versuchen zahlreiche der möglichen aufkommenden Fragen vorab zu beantworten.
Es bleibt letztendlich nur die Frage, wie lange es dauert, bis das Werk überholt ist.

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I Can See You

I Can See You

Autor: Matthias Morgenroth
Verlag: Coppenrath
ISBN: 978-3-649-63190-3
Seiten: 299 Seiten
Preis: 16,00 €
Alter: ab 12 Jahre

Smarte Technologie und ihr Einsatz im Alltag

Marie ist fasziniert von Ben, dem neuen in ihrer Klasse. Er sieht gut aus, ist freundlich, zuvorkommend und auch ein guter Zuhörer. Doch dann passieren seltsame Sachen: Schüler bekommen Produkte, über die sie sich vorher unterhalten haben, zugeschickt. Geheimnisse werden plötztlich im Klassenchat veröffentlicht, Fake-Fotos geraten in Umlauf. Die Stimmung in Maries Klasse wird immer bedrückender. Als das Mädchen ein Gespräch zwischen Ben und dem Schuldirekter belauscht, gerät eine Lawine ins rollen...
Matthias Morgenroth greift in seinem Jugendroman zeitaktuelle Themen auf. Er führt uns die Folgen von einem leichtfertigen Umgang mit unseren Daten und mit smarten Geräten vor Augen. Dabei will er uns aber keine Angst machen, sondern zum Nachdenken und zur Selbstreflektieren anregen.

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