Die drei Magier

Das magische Labyrinth

von Dirk Baumann
Rezension von Janett Cernohuby | 30. Oktober 2017

Das magische Labyrinth

Im Jahr 2009 erschien ein Brettspiel auf dem Markt, das bei Kindern sehr schnell an Beliebtheit gewann. Es folgten die Auszeichnung zum Kinderspiel des Jahres und einige weitere Preise. Das Spiel konnte sich über viele Jahre behaupten, erfreute sich stetiger Beliebtheit und schaffte es im Herbst 2017 sogar, als eigene Kinderbuchreihe zu erscheinen. Da stellt sich die Frage, was ist das für eine Magie, die so viele Kinder begeistert?

Unsichtbare Wände und verborgene Schätze

Wie von Geisterhand erscheinen plötzlich unsichtbare Mauern vor den drei Magiern, die sich ihren Weg durch das Labyrinth suchen. Plötzlich werden Wege verschlossen und in greifbare Nähe gerückte Schätze rücken in weite Ferne. Da hilft es nur, sich den gegangenen Weg gut einzuprägen, um beim nächsten Mal nicht wieder gegen eine unsichtbare Mauer zu stoßen.

Das Spiel ist äußerst raffiniert designt. Der Spielplan besteht aus zwei Ebenen. Die in der Schachtel verborgene Ebene besteht aus einem Gitter, in welchem das unterirdische Labyrinth gebaut wird. Dafür werden kleine Holzplättchen verwendet, die nun im Labyrinth die Wege bilden. Als Hilfestellung gibt es in der Anleitung zwei Vorlagen, die man nachbilden kann. Sind diese Mauern einmal gebaut, wird nun die zweite Ebene, das eigentliche Spielfeld, aufgelegt. Nun sieht man nur noch eine freie Fläche, aber keine Mauern mehr.
Am Rande des Labyrinths werden die Spielfiguren platziert. In ihnen liegt das Geheimnis. Denn die Holzfiguren enthalten einen kleinen Magneten, der unterirdisch eine Metallkugel mitführt. Touchiert man beim Ziehen nun eine Mauer, also ein Hindernis, fällt die Kugel nach unten. Man muss zum Eingang des Labyrinths zurück und den Weg erneut gehen.
Wohin man eigentlich gehen, welches Symbol man sammeln muss, entscheidet der Zufall. Ein schwarzes Säckchen hält 24 Chips mit magischen Symbolen bereit. Der Startspieler zieht blind eines und zeigt es den Mitspielern. Nun versucht jeder, zuerst zu der Stelle zu gelangen, an der im Labyrinth das jeweilige Symbol liegt. Dabei sollte man allerdings aufpassen, nicht gegen eine der unsichtbaren Mauern zu stoßen. Das Spiel endet, sobald der erste Spieler fünf magische Symbole gesammelt hat.

Einfache Regeln und raffinierte Spielidee

Sowohl das Spielprinzip als auch die Spielregeln sind denkbar einfach. Vielleicht mag man sich im ersten Moment denken, dass sie sogar zu einfach und reizlos klingen. Doch man darf den Faktor unsichtbare Mauern nicht vergessen. Denn genau der macht den Reiz dieses Spiels überhaupt erst aus. Man kann auf der Oberfläche absolut nicht erkennen, wo die Mauern verlaufen, sondern muss sich den Weg langsam erarbeiten, Hindernisse merken und es dann erneut versuchen. Hoffentlich erfolgreich.
Damit das auch funktioniert und sich nicht etwa derjenige, der die Mauern gesetzt hat, die Wege merkt, wird der Spielplan natürlich ein paar mal gedreht. Ein magischer Zauberspruch hilft unterstützend dabei.

Das Spiel schult das Gedächtnis und fördert die Konzentration. Es verbindet die Faktoren Labyrinth und Merkspiel miteinander. Gleichzeitig bietet es eine tolle Hintergrundgeschichte, die dank der nun erschienenen Kinderbücher natürlich noch vertieft wird. Konzipiert für zwei bis vier Spieler, haben bereits Kinder ab sechs Jahren viel Freude hieran. Dank der einfachen Regeln ist ein Einstieg auch nicht schwierig. Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass unterschiedliche Altersgruppen gleichzeitig spielen können und nicht aufeinander Rücksicht nehmen brauchen. Die Jüngeren, oftmals noch nicht so erfahrenen Brettspieler, können hier problemlos mit älteren Spielern mithalten. Und wir alle wissen, dass Erwachsene bei Merkspielen gegen Kinder nur wenige Chancen haben. So ist es auch hier.
Der Schwierigkeitsgrad kann aber durch das Stecken unterschiedlicher Mengen an Wände variiert werden. In der leichten Variante werden nur 19 Mauern gesetzt, in der schwierigen sind es dann schon 24 Mauern. Das ermöglicht immer wieder neue Wege, neue Herausforderungen und vor allem langen Spielspaß.

"Das magische Labyrinth" ist ein Kinderspiel, das Groß und Klein gleichermaßen am Spieltisch vereint. Es bietet einfache Regeln, baut auf einem simplen Merkspiel auf, ist aber aufgrund seiner Umsetzung und der unterirdischen, "unsichtbaren" Wege gestalterisch sehr raffiniert aufbereitet. Ein tolles Spiel, dessen Erfolg man absolut nachvollziehen kann und das dank der neuen Kinderbuchreihe sicherlich noch viele weitere Fans gewinnen wird.

Details

Bewertung

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