Die diebische Adventsfee

von Gundi Herget (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 01. November 2021

Die diebische Adventsfee

Heimlich in alle Türchen des Adventskalenders schauen, vielleicht bei dem einen oder andere schon etwas naschen, das macht jedes Kind im Laufe der Weihnachtszeit. Hand aufs Herz, das haben auch wir früher getan. Dieses heimliche Naschen greift Gundi Herget in ihrem Adventsbuch auf und setzt es auf liebenswerte und humorvolle Weise um.

Wer hat die Schokolade im Adventskalender genascht?

Endlich ist der 1. Dezember gekommen und freudig hüpft das Mädchen aus dem Bett. Heute darf sie in das erste Tütchen an ihrem Adventskalender schauen. Sie weiß, dass Mama oder Papa am Vortag immer eine kleine Süßigkeit hineinlegen. Doch was ist das? Das Tütchen ist leer, nur ein paar Schokobrösel liegen darin! Das Mädchen ist traurig, aber Mama und Papa versichern ihr, dass sie etwas hineingelegt haben.
Auch an den nächsten Tagen sind die Tütchen am Morgen leer. Vielleicht haben sie ja eine Maus im Haus? Eines nachts legt sich das Mädchen auf die Lauer. Es braucht gar nicht lange warten, da hört sie ein Rascheln und Schmatzen. Schnell greift sie nach der Tüte und ist erstaunt. Denn drinnen sitzt eine kleine, pummelige Fee und isst genüsslich ihre Süßigkeiten. Während das Mädchen und ihre Eltern noch staunen, klopft es auf einmal an der Tür. Es ist die Nacht vor dem 6. Dezember, in der der Nikolaus unterwegs ist…

Die diebische Adventsfee

Aufregende Adventsgeschichte

Gundi Herget erzählt uns in diesem Buch eine aufregende Adventsgeschichte, die von allem etwas enthält: etwas Heimlichkeit, etwas Magie und etwas Kriminalfall. Gleichzeitig greift sie ein Thema auf, mit dem sich alle Kinder (und auch ihre Eltern) nur allzu gut identifizieren können: das heimliche Naschen aus dem Adventskalender. Das Mädchen, das bewusst namenlos gehalten wurde, erzählt uns zu Beginn des Buchs, warum ihre Eltern immer erst am Vorabend das jeweilige Tütchen befüllen. Sie hat nämlich schon einmal alle Tütchen auf einmal aufgegessen! Mit diesem so unscheinbaren Satz fängt die Autorin ihre Leserschaft ein, die großen wie die kleinen. Denn jeder von uns hat schon einmal etwas Ähnliches getan. Darum fühlt man sich sofort mit der kleinen Protagonistin verbunden, glaubt ihr, dass sie dieses Mal nicht heimlich genascht hat. Wer war es aber dann?
Um die Antwort auf diese Frage spinnt die Autorin eine herzige Adventsgeschichte. Mit wachsender Neugier und Spannung verfolgen wir die Ereignisse und wollen zu gerne wissen, was dahinter steckt. Doch mit der Entdeckung endet die Geschichte nicht, im Gegenteil. Sie wandelt sich zu einer Nikolausgeschichte, gewährt dem Gabenbringer einen Auftritt, bei dem er nicht nur einen Tee serviert bekommt, sondern am Ende auch eine kleine Helferin findet. Wie es genau dazu kommt, das liest man am besten selbst nach.
Begleitet wird die heitere Geschichte von farbenfrohen Illustrationen. Katrin Dageför setzt diese um und lässt die Bilder das Vorweihnachtsabenteuer auf ihre eigene Art nacherzählen. Großflächig, manchmal plakativ, ohne übertriebene dafür mit dezent eingesetzter Weihnachtsdekoration zeichnete sie ihre Bilder, die die Handlung wunderbar tragen.

Die diebische Adventsfee

„Die diebische Adventsfee“ ist eine im wahrsten Sinne süße Adventsgeschichte, in der viele beliebte Motive Einzug gehalten haben. Gleichzeitig ist es eine Geschichte, in der wir uns alle wiederfinden und die uns daher selbst hätte passieren können. Oder es vielleicht wird? Wer weiß, die Adventszeit ist ja schließlich eine magische Zeit voller Wunder.

Details

Bewertung

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