Crazy Race


Das tierisch spannende Zockerspiel
von Alessandro Zucchini, Michael Menzel (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 23. Mai 2017

Crazy Race

Rasanter Spielspaß, wilde Action und verrückte Charaktere - wer auf der Suche nach all diesen Ingredienzien ist, wird im Ravensburger Verlag fündig. Denn hier ist ein tierisch spannendes Zockerspiel erschienen, das Kindern und Eltern gleichermaßen um den Spieltisch versammelt und zu manch actionreicher Partie einlädt. Die Rede ist von "Crazy Race", einem turbulenten Wettrennen durch den Zoo

Bei Nacht sind alle Tiere grau…

Von wegen, nachts liegt alles im friedlichen Schlummer. Das mag auf die Familienhäuser im idyllischen Städtchen zutreffen, nicht aber auf den Zoo. Denn hier haben sich Leo Löwe und seine tierischen Kumpane versammelt und den Zoowärtern die Wagen weggeschnappt, um nun in einem verrückten Tierrennen herauszufinden, wer der schnellste im Zoo ist.
Für die zwei bis vier Spieler bedeutet das spannenden Würfelspaß, Risikobereitschaft zum richtigen Zeitpunkt und Zurückhaltung, wenn ein anderer glaubt, auf der Siegerspur zu sein. Denn nicht immer sind die schnellen Leoparden vor den behäbigen Elefanten im Ziel.

Doch bevor man mit dem tierischen Wettrennen beginnen kann, müssen kleine Vorbereitungen getroffen werden. Der vierteilige, runde Spielplan muss zusammengesetzt werden. In und um ihn herum müssen die farbigen Spielfeld-Bögen platziert und die Palmen aufgestellt werden. Diese Module haben den Effekt, dass die Rennstrecke jedes Mal anders aussieht. Nun wählt sich jeder Spieler den Rennwagen seiner Lieblingsfarbe sowie den dazugehörigen Spielstein. Die Würfel werden bereitgelegt, die Start-Eselkarten sowie die Tierkarten werden getrennt voneinander und verdeckt gemischt. Nun zieht jeder Spieler eine Eselkarte. Dies wird das Zugtier in der ersten Runde und bestimmt gleichzeitig den Startplatz. Die Spielsteine werden entsprechend der Platzierung aufgestellt.
Nun kann der Startpfiff erfolgen.

Gespielt wird über fünf Etappen. Jede auf dem Spielplan platzierte Palme steht für ein Etappenende. Dort werden auch die Zugtiere gewechselt.
Der Startspieler - jener der am weitesten vorne liegt - beginnt das wilde Rennen. Bevor man zieht, muss man sich entscheiden, wie viele Felder man vorwärts kommen will. Pro Feld wird ein Würfel in der jeweiligen Farbe geworfen. Und hierin liegt der Kick des Spiels. Die Würfel haben unterschiedlich hohe Augenzahlen. Einige nur null bis zwei, andere dagegen bis zu sechs. Sie alle werden gleichzeitig geworfen und addiert. Nun darf der geworfene Wert nicht das Limit des Zugtieres überschreiten. Ist dies nicht der Fall, darf man die entsprechende Felderzahl vorwärtsrücken, andernfalls nur ein Feld.
Das Limit der Zugtiere ist sehr unterschiedlich. Es gibt niedrige Werte mit fünf und sehr hohe mit zwölf. Zusätzlich haben manche Tiere noch besondere Fähigkeiten, die im Rennen noch für zusätzlichen Schwung sorgen. Etwa dass bestimmte Würfel einen fixen Wert haben. Doch Vorsicht ist geboten. Denn auch wenn diese Super-Zugtiere im Rennen großartig sind und einen schnell vorwärtsbringen, heißt es nicht, dass sie auch für das Finale hilfreich sind. Denn sobald die letzte Etappe genommen wurde, bestimmen die Zielpunkte auf den Karten der Zugtiere, wie viele Zusatzfelder man noch in Richtung Ziel rücken kann. Und hier kann jemand, der durch einen behäbigen Elefanten oder Nashorn aufgehalten wurde, noch einmal ordentlich punkten, während ein Leopard plötzlich weit zurückfällt. Daher ist es ratsam, schon im Ziel geschickt zu taktieren.

Das mag auf den ersten Blick alles recht kompliziert klingen, doch man merkt schnell, dass dies keineswegs so ist. Das Spiel ist kurzweilig, rasant und sorgt für jede Menge Spaß rund um den Spieltisch. Es entfacht ein regelrechtes Rennfieber und ein jeder versucht einerseits weit vorne zu sein, andererseits aber auch an letzter Position, um beim nächsten Mal als erster das perfekte Zugtier aussuchen zu dürfen. Die Kombination aus Wertung der Karten und Würfelgeschick ergibt bei "Crazy Race" eine tolle Mischung aus Spielglück und taktischem Spielen. Wer sich sonst immer ärgert, nur niedrige Würfelergebnisse zu werfen, kann sich hier freuen. Denn je niedriger der Wurf, desto eher kann man vorwärtsziehen - und beim nächsten Mal vielleicht höher Pokern.
Das Spielkonzept ist sehr gut durchdacht, sogar jene unwahrscheinliche Eventualitäten wurden berücksichtigt, die eigentlich nicht vorkommen sollten (es dann aber doch immer tun). In diesem Fall bedeutet das, mehr Würfel einer Farbe zu nehmen, als vorhanden sind. Eine ziemlich wahnsinnige Aktion, besonders bei den sehr starken Würfeln. Aber selbst wir haben mindestens einmal pro Partie jemanden, der dieses Risiko eingeht. Wenn schon wild und verrückt, dann richtig!

Das Spiel begeistert. Kinder sind natürlich von der witzigen Spielidee, der Kulisse und der Geschichte um das Wettrennen sofort begeistert und können es kaum erwarten, eine Partie nach der nächsten zu Spielen. Ihr Ehrgeiz wird angespornt, beim nächsten Mal wollen sie unbedingt diese tolle Karte ihres Mitstreiters auch einmal verwenden - und so vergeht ein geselliger Nachmittag wie im Flug und man weiß genau, am nächsten Tag muss unbedingt wieder gezockt werden.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Illustration:
  • Spieltiefe:

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