Das Karlgeheimnis

Antolin Quiz

Ein Fall für die Detektivin und mich
von Jutta Wilke, Ulf K. (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 16. August 2021

Das Karlgeheimnis

Unbeschwert und sorgenfrei, so stellen wir uns Kindheit vor. Doch manchmal reicht ein Schicksalsschlag, um das ganze Leben aus der Bahn zu werfen, um jene Leichtigkeit verschwinden zu lassen. Ebenso gibt es auch Orte, an denen sich ungeahnte Freundschaften finden, die manchmal zu großen Abenteuern werden. Alles das findet sich in Jutta Wilkes Kinderbuch „Das Karlgeheimnis“.

Ermittlungen im Kiosk ums Eck

Wer kennt ihn nicht, diesen einen Kiosk ums Eck, wo es immer diese besondere Süßigkeit zu kaufen gab. Oder wo man nach der Schule mit Freunden vorbeikam und ein Eis kaufte. Auch in der Nähe von Emils Zuhause gibt es solch ein Büdchen, die Trinkhalle. Dort holt er sich gerne einen Lolli und liest dem Kioskbesitzer Karl vor. Der mag Geschichten und freut sich, wenn Emil zum Vorlesen vorbeikommt. Eigentlich wollte Emil hier auch seinen ersten, eignen Krimi vorlesen, doch seine Lehrerin, die fiese Bertram, hat ihm das Notizbuch abgenommen. Darin hat Emil nicht nur seinen ersten Roman aufgeschrieben, sondern sich auch allerlei andere Notizen gemacht. Über seine Mitmenschen, über Gedanken, über Einfälle. Er muss dieses Büchlein unbedingt zurückbekommen. Aber wie? Da taucht plötzlich Finja auf. Die ist eine richtige Detektivin und nicht auf den Mund gefallen. Als dann jedoch Karl auf geheimnisvolle Weise verschwindet und ein Bulldozer das Büdchen abreißen will, wird es richtig knifflig…

Das Karlgeheimnis

Mit Gefühl, Herz und einer Prise Humor

Jutta Wilke ist mit einem neuen, großartigen Kinderbuch und einem liebenswerten Protagonisten zurück. Emil heißt der junge Mann, den die Leserschaft sofort ins Herz schließt. Emil ist neu in die Stadt gezogen, hat außer dem Kioskbesitzer (noch) keine Freunde, dafür aber jede Menge Sorgen und Probleme. Davon erzählt er uns als Ich-Erzähler in diesem Buch. Schnell wird klar, dass Emil seinen Vater vermisst, dessen Fehlen die Mutter in finanzielle Nöte bringt. Diese arbeitet von früh bis spät und versucht sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr sie ihren Mann vermisst. Lange gelingt es ihr nicht und Emil bemerkt, wie es die Mutter immer wieder in den Keller zu den alten Sachen des Vaters zieht.
Aber die beiden sind nicht die einzigen, die ihr Päckchen zu tragen haben. Auch die anderen Figuren im Buch haben Sorgen und Nöte. Feinfühlig und behutsam erzählt Jutta Wilke davon. Es sind die kleinen und großen Sorgen des Alltags, die jedem passieren können, die es überall gibt. Sie sind nichts Ungewöhnliches, aber gerade deswegen geben sie diesem Buch so viel Tiefe, so viel Substanz und so viel Herzenswärme. Vor allem zeigt sich im Laufe der Ereignisse, dass man jedes Problem lösen kann, wenn man zusammenhält - und manchmal dabei auch die Vernunft sausen lässt.
Begleitet wird die tiefgründe und warmherzige Geschichte von Ulf K.s Illustrationen. Es sind klare und schnörkellose Bilder, die mit Witz gemalt sind, aber, genau wie die Geschichte selbst, an den richtigen Stellen große Emotionen enthalten. Zwischendurch sind Steckbriefe der einzelnen Figuren eingestreut, die natürlich von Emil selbst geschrieben wurden und demzufolge ebenfalls recht witzig sind.

Das Karlgeheimnis

„Das Karlgeheimnis“ ist kein typischer Detektivroman, aber enthält dennoch mehr als einen Fall, der aufgeklärt werden muss. Jutta Wilke erzählt auf feinfühlige, humorvolle und leichte Art von kleinen und großen Problemen, die das Leben manchmal bringt. Am Ende findet sich für fast alles eine Lösung und bringt unerwartete Wendungen. Es ist ein Buch mit Tiefgang, viel Herz, sympathischen Figuren und einer Geschichte, die berührt und schmunzeln lässt.

Details

Bewertung

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  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gefühl:
  • Illustration:

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