Angsthase

Antolin Quiz
von Heinz Janisch, Helga Bansch (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 22. März 2020

Angsthase

Sehr oft verwendet man Ausdrücke, ohne wirklich über deren Hintergründe nachzudenken. Lässt man seiner Fantasie freien Lauf, ist es durchaus möglich, dass sich eine durch historisch bedingte Ausdrücke diskriminierte Gruppierungen zu Wort melden und Einspruch erheben. So geschieht es zumindest im Kinderbuch „Angsthase“ von Heinz Janisch, das von Helga Bansch illustriert wurde.

Angsthase oder Muthase?

Hasen haben keinen schlechten Ruf. Aber trotzdem diskriminiert man sie, wenn man jemanden als Angsthasen bezeichnet. Das beschließt eine Versammlung im internationalen Hasenhauptquartier. Denn zu Unrecht würde man diesen Begriff verwenden, da Hasen keinesfalls ängstlich seien, ganz im Gegenteil. Hasen sind laut Aussage der Versammlung mutig, schnell, klug und geschickt. Ihre Fähigkeiten sprechen für sich. So können hoch und weit springen, sind elegant und führen sowohl Jäger und Hund als auch Fuchs an der Nase herum. Insbesondere gibt es nur eine richtige Handlung: Alle Kinder, die Tendenzen zeigen so zu sein wie Hasen, sollten von nun an den Titel „Muthase“ tragen. Alle Hasen sind dafür. Die Leser auch?

Angsthase

Über Voreingenommenheit und dem Hinterfragen von Tatsachen

Heinz Janisch bricht mit diesem Buch nicht nur eine Lanze für Hasen an sich, er stellt auch einen althergebrachten Begriff in Frage. Etwas, das man getrost auch auf andere Bezeichnungen ausweiten kann. Aber zuallererst plädiert das Buch dafür, eine Situation ganzheitlich zu beurteilen. Denn auch wenn etwas von außen den Anschein erwecken könnte, sind die Hintergründe natürlich oft andere als das, was augenscheinlich ist. Ein Hase ist in der Lage, einen Hund zur Verzweiflung zu treiben, einen Fuchs zu verwirren und einem Jäger durch seine Geschwindigkeit und Gewitztheit zu entkommen. Da es völlig nachvollziehbar ist, dass man Hasen positive Attribute zugestehen sollte, kann man natürlich auch die generelle Argumentation nachzuvollziehen, das Positive in Dingen zu sehen. Hinter das Augenscheinliche zu blicken und sich gegen Voreingenommenheit stark zu machen.Heinz Janisch bricht mit diesem Buch nicht nur eine Lanze für Hasen an sich, er stellt auch einen althergebrachten Begriff in Frage. Etwas, das man getrost auch auf andere Bezeichnungen ausweiten kann. Aber zuallererst plädiert das Buch dafür, eine Situation ganzheitlich zu beurteilen. Denn auch wenn etwas von außen den Anschein erwecken könnte, sind die Hintergründe natürlich oft andere als das, was augenscheinlich ist. Ein Hase ist in der Lage, einen Hund zur Verzweiflung zu treiben, einen Fuchs zu verwirren und einem Jäger durch seine Geschwindigkeit und Gewitztheit zu entkommen. Da es völlig nachvollziehbar ist, dass man Hasen positive Attribute zugestehen sollte, kann man natürlich auch die generelle Argumentation nachzuvollziehen, das Positive in Dingen zu sehen. Hinter das Augenscheinliche zu blicken und sich gegen Voreingenommenheit stark zu machen.Die Illustrationen des Buchs sind vielfältig. Von einfachen Buntstiftzeichnungen über Collagen mit Landkarten und Zeitungsschnipseln bis hin zu Darstellungen, die nach Ölkreiden aussehen, findet man so einiges. Manchmal rudimentär, manchmal plakativ. Aber Hasen sind natürlich so schnell, dass man sie nicht immer auf die gleiche Weise wahrnehmen kann. Das macht das Werk, das zum 60. Geburtstag von Heinz Janisch erschienen ist, auf mehreren Ebenen interessant, auch für junge Leser oder Zuhörer.

Angsthase

„Angsthase“ ist nicht nur der Titel eines neuen Werks von Heinz Janisch, es ist auch ein Wort, das zutiefst irreführend und fehlgeleitet ist. Das behauptet zumindest das gleichnamige Buch. Das von Helga Bansch illustrierte Werk setzt sich nicht nur mit Voreingenommenheit und dem Hinterfragen von Tatsachen auseinander, es zeigt darüber hinaus, dass man nicht immer nur nach den augenscheinlichsten Tatsachen beurteilen soll.

Details

Bewertung

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