Was wir alles können

von Heinz Janisch, Lili Schagerl (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 09. Oktober 2016

Was wir alles können

Die Sicherheit unserer Kinder liegt uns sehr am Herzen. Daher achten wir bei allem, was wir für sie kaufen, auf vertrauenswürdige Produkte. Doch Sicherheit umfasst viel mehr, als einen Autositz und einen Fahrradhelm. Sicherheit beginnt im eigenen Haushalt, denn hier geschehen in Österreich zwei Drittel aller Unfälle mit Kindern. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit möchte diese Zahlen senken und veröffentlichte in Kooperation mit dem Tyrolia Verlag ein Pappbilderbuch zu genau diesem Thema. Sein Titel: "Was wir alles können".

Egal ob in Kinderzimmer, Wohnzimmer, Küche, Bad oder auf der Treppe. Überall lauern versteckte und offensichtliche Gefahrenquellen, die Unfälle verursachen können. Zwei Kinder und ihre Kuscheltiere rücken diese ins Licht und zeigen auf spielerische Weise, worauf man achten soll.

Zugegeben, der Titel mag im ersten Moment irritieren. Warum "was wir alles können", wenn es doch um Sicherheit im Haushalt geht? Die Antwort ist einfach: Man wollte Kinder nicht mit erhobenem Zeigefinger über Gefahrenquellen aufklären, sondern ihnen das Thema auf spielerische Weise vermitteln. Daher beschreibt Autor Heinz Janisch in seinen heiteren Reimen nicht, wo Gefahren lauern, sondern betont die Fähigkeit der Kinder, jene selbst sehen zu können - und das in vielen Situationen. Ob beim Spielen im Kinderzimmer, im Badezimmer, in der Küche oder im Wohnzimmer. Überall lauern versteckte und offensichtliche Gefahrenquellen, die man vermeiden kann oder die gar nicht erst zustande kommen müssen. Das wird vor allem in den äußerst kindgerechten Illustrationen von Lili Schagerl dargestellt. Nicht nur hat sie die Bilder so gezeichnet, wie sie Kinder ansprechen, sondern auch viele kleine Elemente und Alltagsgegenstände hineingepackt, von denen Kinder umgeben sind. Das Spielen mit Bauklötzen und Puppen, das Turnen im Wohnzimmer oder das Baden in der Wanne. Kinder benennen die Gefahren zielbewusst. Besonders interessant ist, dass in den Leserunden die Kinder (zwischen drei und fünf Jahren) vor allem die versteckten Gefahren zuerst erkannt haben und danach erst die offensichtlichen. So wurden nicht etwa die im Weg liegenden Murmeln und Spielsachen als Stolperfalle gesehen, sondern das offene Fenster mit Absturzgefahr in Verbindung gebracht. Nicht etwa die brennenden Kerzen auf dem Kuchen bargen für sie eine Gefahr, sondern die Pfanne auf dem Herd.
Kinder nehmen dieses Buch sofort an. Dabei sind es aber weniger die Verse, die sie begeistern, als die Bilder. Sie werden sehr genau betrachtet, kommentiert und analysiert. Viele Gefahren sehen Kinder sofort, auf andere muss man sie zunächst hinweisen. Doch genau das ist der Sinn des Buchs. Man will ihr Bewusstsein für Gefahren schärfen, man will ihnen zeigen, was passieren kann, wenn man unachtsam ist oder sich leichtsinnig verhält. Damit wird das Buch zu einem wichtigen und wertvollen Beitrag für ihre Entwicklung. Spielerisch lernen sie, wo überall Gefahren lauern und warum Eltern ihnen manchmal den größten Spaß verbieten.

"Was wir alles können" ist ein kleines, aber inhaltlich großartiges Pappbilderbuch zum Thema Sicherheit im Haushalt. Auf spielerische und unterhaltsame Weise zeigt es Kindern ab zwei Jahren, wie man Unfälle zuhause vermeiden kann. Dabei begeben sich die Autoren auf Augenhöhe der Kinder, strecken ihnen nicht den erhobenen Zeigefinger entgegen, sondern zeigen ihnen auf spielerische Weise, was man nicht tun sollte. Das Buch ist ein großartiger Beitrag und sollte in keinem Kinderzimmer fehlen. Wir wollen es allen Eltern, aber auch Pädagogen, sehr ans Herz legen.

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