Weihnachten wie noch nie

von Friederike Wilhelmi, Julia Ginsbach (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 04. November 2015

Weihnachten wie noch nie

Weihnachten ist eine besondere Zeit des Jahres. Ein Zauber liegt in der Luft, gepaart mit Vorfreude und Spannung. Eltern unternehmen alles, damit ihre Kinder das perfekte Weihnachtsfest genießen können. Nichts soll schief gehen, die Freude nicht getrübt werden. Alles soll so wie immer sein. Warum eigentlich? Warum das Weihnachtsfest nicht einmal anders begehen? "Weihnachten wie noch nie" erzählt davon, dass auch anders schön sein kann.

Endlich ist es soweit. Voller Begeisterung und mit kribbelnder Vorfreude springt Konstantin aus dem Bett. Heute ist Heiligabend. Mama hat bereits den von Konstantin so geliebten Nachtisch vorbereitet und auch der Weihnachtsbraten brutzelt schon im Ofen. Papa stellt gerade den Weihnachtsbaum im Wohnzimmer auf, den Konstantin dann schmücken darf. Bald werden Oma und Opa kommen, um gemeinsam mit ihnen Weihnachten zu feiern. Alles ist wie immer und einfach perfekt. Bis zu jenem Zeitpunkt, an dem Mama verkündet, dass sie den Weihnachtsbaumschmuck nicht finden kann. Was nun? Fällt Weihnachten etwa ins Wasser? Nein, denn plötzlich hat Konstantin eine Idee - und auf diese folgt so manche unerwartete Situation, die dafür sorgt, dass dieses Weihnachten ganz anders und trotzdem wunderschön wird…

"Weihnachten wie nie" ist eine turbulente, witzige und köstliche Weihnachtsgeschichte. Alles beginnt so, wie in den meisten Familien. Die Mutter steht in der Küche und zaubert ein leckeres Weihnachtsmahl. Der Vater kämpft mit dem Christbaum, der mal wieder viel zu groß ist; versucht ihn irgendwie in den Ständer zu quetschen, damit der Baum dann geschmückt werden kann. Und nun beginnt eine Reihe unglücklicher Zwischenfälle. Der Weihnachtsbaumschmuck ist plötzlich verschwunden und es muss improvisiert werden. Die Familie sperrt sich aus und wartet im Schuppen auf den Schlüsseldienst. Dort finden sie dann zwar die Weihnachtsbaumdeko, aber leider zu spät. Das Weihnachtsmahl findet ohne Braten und nur mit Nachspeise statt und die Bescherung beschränkt sich auf ein Bilderbuch mit der Weihnachtsgeschichte, die der Großvater vorliest. Trotzdem: Für Konstantin ist es das schönste Weihnachtsfest von allen!
Warum dem so ist? Weil Konstantin in dieser chaotischen Situation etwas ganz wichtiges spürt: nämlich das, was Weihnachten ausmacht. Das Zusammensitzen im Kreise der Familie, die Liebe und der Frieden untereinander, als sie alle versuchen, das Beste aus der verfahrenen Situation zu machen. Dabei schenken sie Konstantin viel mehr Geborgenheit und Zugehörigkeit, als sie es unter einem üppig geschmückten Weihnachtsbaum mit vielen Geschenken jemals vermocht hätten. Genau hierin liegt der Charme dieser turbulenten, aber auf ihre Weise doch sehr besinnlichen Weihnachtsgeschichte.
Die Illustrationen des Buches stammen von Julia Ginsbach. In ihren kindgerechten Bildern fängt sie die Stimmung der Geschichte ganz wunderbar ein. Sie sind ebenso fröhlich und bunt, wie es die gesamte Handlung ist. Sie bestechen nicht durch besondere künstlerische Extravaganz, sondern dadurch, dass sie genau über jenen Pinselstrich verfügen, den Kinder gerne in Bilderbüchern sehen.

Zusammengefasst ist "Weihnachten wie noch nie" eine unterhaltsame, spritzige und trotzdem besinnliche Weihnachtsgeschichte. Sie zeigt, dass es zu Weihnachten viel wichtiger ist, mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt und die einen lieben. Fehlen an Weihnachten die Geschenke, kann man darüber hinwegsehen, so lange man Geborgenheit findet. Fehlt es allerdings daran, können auch die teuersten Geschenke und der festlichste Baum nicht die Liebe ersetzen.
Ein schönes Bilderbuch, das in allen Familien für tollen Lesespaß sorgen wird.

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