Kleine Bibliothek großer Persönlichkeiten

Stephen Hawking

von Isabel Thomas, Marianna Madriz (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 31. März 2020

Stephen Hawking

Genies gibt es in jedem Zeitalter der Menschheitsgeschichte. Bei vielen stellt sich erst in der Nachbetrachtung heraus, was sie geleistet haben und welchen Einfluss sie letztendlich auf den wissenschaftlichen Fortschritt hatten. Einer, bei dem dies schon Zeit seines Lebens der Fall war, ist Stephen Hawking. Der theoretische Physiker, der aufgrund seiner Erscheinung und seiner populären Bücher beinahe jedem ein Begriff war, starb im Jahr 2018.

Wer war Stephen Hawking?

Das Buch erzählt einen Querschnitt des Lebens von Stephen Hawking, beginnt mit seiner Geburt 1942 während des Zweiten Weltkriegs. Er ist ein normales, wissbegieriges Kind, das mehr an Naturwissenschaften als am Unterricht interessiert ist. Obwohl sein Vater will, dass er Arzt wird, entschließt er sich dazu, in Oxford Physik zu studieren. Als es um die Entscheidung geht, welchen Pfad er einschlagen würde, fällt diese schlussendlich zugunsten der Theoretischen Physik. Er setzt an der allgemeinen Relativitätstheorie von Einstein an und beginnt seine Berechnungen und Forschungen. Gerade in dieser Zeit wird ihm bewusst, dass er immer weniger Kontrolle über seinen Körper und seine Muskeln hat. Als bei ihm ALS (eine degenerative Muskelerkrankung) diagnostiziert wird, scheint seine Lebenserwartung drastisch reduziert. Angesichts dieser Tatsache beschließt er, doppelt so hart an seinen Forschungen zu arbeiten. Während sein Körper ihn zunehmend im Stich lässt und er auf einen Rollstuhl und nach einer Lungenentzündung sogar auf einen Textcomputer angewiesen ist, schreiten seine Theorien hinsichtlich Schwarzer Löcher und seine Arbeit an seinem ersten großen Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“ voran. Letztendlich wird er doch 76 Jahre alt, bevor er stirbt, und kann die Bestätigung zahlreicher seiner Theorien noch erleben.

Stephen Hawking

Biographie eines Großen für Kleine

Es ist sehr schwierig, das Leben eines Wissenschaftlers so zu gestalten, dass es für Kinder interessant ist, besonders für eine gedachte Leserschaft ab sieben Jahren. Isabell Thomas gelingt es aber, sich so auf das Wesentliche zu beschränken, dass die Leserschaft nicht mit technischen oder physikalischen Fachbegriffen überflutet werden, sondern hauptsächlich den Menschen hinter dem Thema sehen. Feststellen, dass er ein ganz normales, neugieriges Kind war, das irgendwann erwachsen wurde und dann einfach seiner Begeisterung für ein ganz spezielles Thema nachgegangen ist und dort zu einem führenden Experten wurde – allen Problemen, Krankheit und Einschränkungen zum Trotz. Was im Buch ein wenig kurz kommt ist, dass er auch zu alltäglichen Problemen Stellung bezog und eine Meinung hatte, dass er in zahlreichen Fernsehserien Gastauftritte hatte oder in vielen Büchern erwähnt wird. Etwas das Kinder auch darauf vorbereiten kann, dass er in gewisser Hinsicht ein Popstar unter den Physikern war, eine Sondererscheinung. Davon aber einmal unabhängig sind die Inhalte bis auf ein oder zwei Stellen sehr kindgerecht aufgearbeitet und die Illustrationen von Marianna Madriz gelungen. Letztere sind nicht zu realistisch, aber man erkennt jene Personen, bei denen es darauf ankommt, was schlussendlich ebenfalls integraler Bestandteil eines gelungenen Sachbuchs für Kinder wird.

Stephen Hawking

„Stephen Hawking“ stammt aus dem dritten Jahrgang der Reihe „Kleine Bibliothek Großer Persönlichkeiten“ im Laurence King Verlag, die seit 2018 erscheint. Isabell Thomas war für den Text des Werks verantwortlich, Marianna Madriz für die Illustrationen. Dabei ist es gelungen, den Werdegang des berühmten Theoretischen Physikers von der Kindheit über seine Erkrankung und Wirken bis zu seinem Tod so darzustellen, dass es auch für Leserinnen und Leser ab 7 Jahren interessant ist. Insofern ist das kleine Büchlein allen Eltern, die Kindern wichtige Persönlichkeiten der näheren Vergangenheit näher bringen wollen, sicherlich zu empfehlen.

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