Kleine Bibliothek großer Persönlichkeiten

Marie Curie

von Isabel Thomas, Anke Weckmann (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 08. Juli 2018

Marie Curie

Man kann als Kind nicht früh genug damit anfangen, die großen Persönlichkeiten der Geschichte kennenzulernen. Im Laurence King Verlag gibt es zu diesem Thema eine neue und sehr spannende Reihe, mit dem Titel „Kleine Bibliothek großer Persönlichkeiten“. Im Rahmen dieser Reihe ist in frappierend bunter rosa- und grellgrüner Gestaltung einer der ersten beiden Bände erschienen: „Marie Curie“.

Zu Beginn wird die Frage gestellt, was Marie Curie eigentlich zu einer der namhaftesten und berühmtesten Naturwissenschaftlerinnen der Welt macht. Eine Frage, die durch das übrige Buch beantwortet wird. Parallel immer durch liebevoll und nicht zu realistisch gehaltene Rosa-grellgrüne Illustrationen ergänzt, begleitet man die gebürtige Maria Skłodowska von ihrer Kindheit an. Als fünftes Kind ihrer Familie wächst sie im von Russland besetzten Warschau auf und bringt sich das Lesen selbst bei. Unter der russischen Regierung kann sie nur danke einer geheim geführten „Fliegenden Universität“ stuideren. Und dank ihrer Schwester, die Ärztin wird, kann auch sie nach Paris reisen und dort Physik und Mathematik studieren. Dort lernt sie Pierre Curie kennen und wird seine Frau. Gemeinsam erforschen sie strahlende Materie näher und entdecken die Elemente Polonium und Radium. Das Schicksal schlägt allerdings unbarmherzig zu, als Pierre 1906 von einem Fuhrwerk überfahren wird und stirbt. Allein mit zwei Kindern ist Marie zuerst auf Unterstützung angewiesen, wird dann kurz darauf die erste Professorin der Geschichte und erhält zweimal den Nobelpreis. Und sie hält nicht nur Vorlesungen, reist um die Welt und unterrichtet, sie sucht auch nach praktischen Anwendungen für ihre Entdeckungen. Sie unterstützt Krankenhäuser, Feldmedizin und auch leuchtend-strahlende Produkte. Sehr spät in ihrem Leben stellt sich erst heraus, dass Strahlung sehr gefährlich für Menschen sein kann – und sie stirbt letztendlich an der Strahlenkrankheit. Doch sie hinterlässt der Welt ein großes Erbe.

Bereits mehrfach wurde im Rahmen dieser Kritik die Farbgebung angesprochen. Diese hat aber durchaus einen Grund, denn der grelle Grünton ist der Farbe strahlenden Radiums nachempfunden.
Was kann man über das Buch sonst noch sagen? Die Geschichte von Marie Curie wirkt wie ein modernes Märchen. Eine Frau, die auch angesichts widriger Situationen und großer Herausforderungen nie davor zurückschreckt, den nächsten notwendigen Schritt zu tun. Auch angesichts der Tatsache, wie wichtig sie für die Forschung und Wissenschaft ist, sollte jedes Kind mit Interesse für diese Gebiete ihren Namen kennen. Daher sollte das vorliegende Buch tatsächlich in keinem Kinderzimmer fehlen. Ja, der Rosaanteil mag hoch sein, doch er wurde bewusst gewählt, um einen harten Kontrast zum Grellgrün der Radium-Darstellung zu erhalten. Denn Marie Curie ist sicher keine Heldin, die nur für Mädchen geeignet ist, sie eine wahre Heldin der Wissenschaft und somit eine würdige erste Frau in der Reihe „Kleine Bibliothek großer Persönlichkeiten“.

„Marie Curie“ ist einer der beiden ersten Bände der neuen Reihe „Kleine Bibliothek großer Persönlichkeiten“ im Laurence King Verlag. Ein spannendes Leben, immer mit dem Fokus auf ihre Forschung, wird hier für junge Leser und Leserinnen altersgerecht aufgearbeitet und in Kontrastfarben (Radium)-Grün und Rosa dargestellt. Besonders wegen des wertvollen Inhalts ist das Werk beinahe schon ein Muss für das Kinderzimmer.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Anspruch:
  • Illustration: