Pippelu

von Annie M. G. Schmidt, Fleur van der Weel (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 05. Dezember 2021

Pippelu

Die ersten Lebensjahre sind die aufregendsten - nicht nur für das Kind, das so viel lernt, so viel entdeckt, sondern für die ganze Familie. Eltern entdecken mit ihren Kleinsten ebenfalls die Welt noch einmal neu und sind verzaubert von dem kleinen Wesen, das ihren Alltag durcheinanderwirbelt. Annie M. G. Schmidt hat mit ihrem „Pippeloentje“ Ende der 1950-iger Jahre einen Klassiker geschaffen, der in seiner Neufassung einmal mehr die wunderbaren ersten Lebensjahre eines Kindes zeigt.

Willkommen auf der Welt, Pippelu!

Es ist etwas ganz besonderes, wenn ein Baby das Licht der Welt erblickt. In seinen ersten Lebenswochen hat es noch keine großen Ansprüche, ist glücklich, wenn es gefüttert und gewickelt wird, wenn seine Eltern es auf den Arm nehmen und ihm ganz viel Liebe schenken. Ganz genauso ist auch das kleine Bärenkind Pippelu. Ganz entzückt sind seine Eltern über dieses kleine Wesen, das da in ihre Familie eingezogen ist. Pippelu wächst heran, lernt Krabbeln und Laufen. Er entdeckt die Welt, geht mit seinem Papa zum Fischen, spielt Fußball, büxt aus, feiert Geburtstag.

Pippelu

Zauberhafte erste Jahre

In vielen kleinen und großen Szenen werden die Erlebnisse der ersten Lebensjahre entzückend dargestellt. Beim Betrachten der Bilder, beim Lesen der Texte geht einem das Herz auf. Eltern werden sich und ihre Familie hier wiedererkennen, werden lächelnd nicken und in Erinnerungen schwelgen. Kinder begleiten staunend Pippelus Entwicklung, erkennen Parallelen zu ihrer eigenen Kleinkindzeit oder fragen die Eltern gezielt danach.
Selbst nach über 60 Jahre seit seinem Erscheinen ist das Buch aktuell und zeigt Momente, die Familien auch heute erleben. Denn für Neuankömmlinge hat sich zwar äußerlich viel verändert, doch das Wichtigste ist geblieben: Sie brauchen Liebe, Wärme, Geborgenheit, Fürsorge und Raum zum Wachsen. Alles das zeigt dieses Bilderbuch auf zauberhafte und herzerwärmende Weise. Dabei setzt die Autorin auf eine Mischung aus erzählendem Text in gereimter Form und reine Bildergeschichte. Mehrere kleine, aneinandergereihte Szenen, dann wieder große, ganzseitige Momentaufnahmen zeigen Stationen in Pippelus ersten Jahren. Die Gedichte heben besondere Augenblicke im Heranwachsen und Meilensteine hervor und betonen sie noch einmal. Dabei wirken sie nicht selten wie Übergänge in das nächste Kapitel. Einmal beschreiben sie herzerwärmend, wie die Bäreneltern diese Zeit erleben, ein anderes Mal geben sie heiter und fröhlich Pippelus Eindrücke wieder. Diese wunderbare Mischung macht das Buch zu einer Hommage an die ersten Lebensjahre eines Kindes.

Pippelu

Pippelu hat auch nach über 60 Jahren nichts von seinem Charme verloren. Vielleicht liegt es an den Neuillustrationen, vielleicht aber auch an dem zeitlosen Thema. Auf jeden Fall ist es für die ganze Familie eine Freude, den kleinen Pippelu heranwachsen zu sehen, ihn während seiner ersten drei Lebensjahre zu begleiten und dabei viele Parallelen zur eigenen Familie zu entdecken. Ein zauberhaftes und herzerwärmendes Bilderbuch.

Details

Bewertung

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