Mein bester Freund ist Unsichtbär

Antolin Quiz
von Annette Herzog, Christine Kugler (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 15. Juni 2018

Mein bester Freund ist Unsichtbär

Wenn Kinder aufgrund eines Umzugs aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen werden, kann sie das sehr verunsichern. Manchen fällt es zudem besonders schwer, in der neuen Heimat Fuß zu fassen. Davon erzählen Annette Herzog und Christine Kugler in ihrem warmherzigen Bilderbuch "Mein bester Freund ist Unsichtbär".

Ein neues Zuhause, ein neuer Freund

Silas ist mit seinen Eltern in ein neues Zuhause gezogen. Hier ist alles fremd und ungewohnt für ihn. Eines Tages hört er aus einer seiner Umzugskisten ein seltsames Schnarchen. Vorsichtig schaut Silas hinein - und entdeckt einen Bären. Er ist groß und kräftig und Silas kann sich mühelos hinter ihm verstecken. Der Bär ist von nun an Silas Begleiter. Er spielt mit ihm im Garten, beschützt ihn vor allem Neuen und Unbekannten und ist obendrein sehr mutig. Allerdings kann niemand außer Silas den großen Bären sehen. Und dann, eines Tages, macht Silas eine Entdeckung: der Bär ist verschwunden. Silas beginnt ihn zu suchen und bekommt dabei unerwartet Hilfe von dem Mädchen aus dem Nachbargarten.

Liebevolle Geschichte über Veränderungen und das Finden von Freunden

Je kleiner Kinder sind, desto wichtiger sind für sie vertraute Umgebungen und gewohnte Abläufe. Werden sie aus diesen herausgerissen - beispielsweise durch einen Umzug in ein neues Zuhause - können sie schnell verunsichert und ängstlich werden. Nichts ist mehr, wie sie es kannten. Alles ist neu, fremd und ungewohnt. Jetzt brauchen sie Halt und Unterstützung. Der kleine Held aus der Geschichte findet all dies in einem unsichtbaren Freund. Dieser krabbelt eines Tages in Form eines riesengroßen Teddybären aus einer der vielen Umzugskisten, die noch im neuen Zuhause von Silas herumstehen. Dieser Bär wird für Silas zu einem wichtigen Freund und Begleiter. Er hilft ihm, sich in seiner neuen Umgebung einzuleben. Dank ihm ist Silas bereit, sich für diese zu öffnen und vor allem mutig zu sein. So merkt er gar nicht, wie eines Tages sein großer Freund verschwunden ist. Freilich ist das im ersten Moment ein Schock für ihn, doch das gibt ihm gleichzeitig die Gelegenheit, neue Freundschaften zu schließen.
Sehr einfühlsam und liebevoll erzählt Annette Herzog ihre Geschichte über den kleinen Jungen und seinen großen, unsichtbaren Freund. Dabei begibt sie sich ganz auf die Augenhöhe ihres Zielpublikums und betrachtet die Situation durch deren Augen. So wird es für die jungen Leser leicht, sich in Silas hineinzuversetzen. Sie können seine Sorgen gut verstehen und fühlen mit ihm. Gleichzeitig können sie ihre eigenen Gefühle aber gut auf dieses Buch umlegen.
Begleitet wird die Geschichte von kindgerechten, farbenfrohen Illustrationen. Sie erzählen die Ereignisse auf ihre Art nach, spiegeln Gefühle und Eindrücke wider. Unsichtbär ist auch als solcher gezeichnet, mit Konturen und einem transparent schimmernden Körper. So wird seine Rolle für die Geschichte auch visuell betont. Dank der tollen Zeichnungen können sich Kinder das Buch selbstständig anschauen und der Handlung folgen, selbst wenn sie gerade nicht vorgelesen wird.

"Mein bester Freund ist Unsichtbär" ist eine wunderbare und liebevolle Geschichte über Neuanfänge, Mutigsein und das Finden von Freunden. Annette Herzog greift in diesem Buch eine Situation auf, die viele Kinder selbst schon erlebt haben oder gerade erleben und setzt sie in einer einfühlsamen Geschichte um. Christine Kugler schuf die dazugehörigen und passenden Illustrationen. Auf beides können sich Kinder sehr gut einlassen und werden ermuntert, ebenfalls mutig zu sein und neu durchzustarten.

Details

Bewertung

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