Elise und der gebrauchte Hund

Antolin Quiz
von Bjarne Reuter, Miryam Specht (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 10. Dezember 2019

Elise und der gebrauchte Hund

Viele Kinder wünschen sich ein Haustier. Jemanden, um den sie sich kümmern können, aber auch jemanden, der für sie da ist. Mit dem sie reden können und der ihnen treu zur Seite steht. Vor allem eine Tierart gilt als treuester Begleiter schlechthin: der Hund. Und so ist es nicht überraschend, wenn sich ein Mädchen namens Elise einen Hund wünscht. Sie bekommt ihn natürlich, wenn auch nur einen gebrauchten Hund. Dass der aber viel besser als jeder andere ist, zeigt Bjarne Reuter in seiner poetischen Kindergeschichte.

Der gebrauchte Hund

Das Mädchen Elise lebt zusammen mit ihrem Vater, einem Geigenspieler. Ihre Mutter ist für einige Monate in Brasilien, um dort eine Hängebrücke zu bauen. Kein Wunder also, dass sich das Mädchen manchmal alleine fühlt und sich einen Gefährten wünscht. Am besten einen Hund. Den findet sie auch bald und zwar in Herrn Potifars Tierparadies. Doch es ist kein neuer Hund, sondern ein gebrauchter. Er sieht auch so aus, als wäre er von einem Zementlaster überfahren wurden. Jedes seiner Augen schaut in eine andere Richtung und das Tier riecht nach Käse.
Doch für Elise ist es der süßeste Hund der Welt.
Und noch etwas ist er für Elise: Ein Freund. Denn eines Nachts passiert etwas Unglaubliches. Der Hund beginnt zu sprechen. Er erzählt Elise, dass er McAuddi heißt, aus Schottland kommt, eine Vorliebe für Whisky hat und alte Seemannslieder kennt.
Elise erlebt so manches Abenteuer mit ihrem gebrauchten Hund. Doch dann, eines Tages, ist er plötzlich verschwunden.

Elise und der gebrauchte Hund

Philosophische Geschichte mit Tiefgang

Was ist nun mit diesem Hund? Ist er echt? Ist er ausgestopft? Ist er womöglich eine Einbildung? Nein, das kann man ausschließen, denn auch Elises Familie kann den Hund sehen. Was ist er also dann? Diese Antwort überlässt der Autor seiner jungen Leserschaft. Sie dürfen selbst entscheiden, welche Wahrheit für sie gilt. Ob der Hund nun lebendig ist und spricht oder ob er nur ausgestopft ist und Elise sich das alles einbildet. Für das Mädchen ist er auf jeden Fall echt und ein Trost. Ein Trost für ihre Einsamkeit, für ihre lange Trennung von der Mutter. Elise erlebt mit ihrem gebrauchten Hund so manches Abenteuer, verbringt mit ihm Halloween und führt in der Nacht lange Gespräche. Natürlich glaubt ihr niemand, dass der Hund sprechen kann. Im Gegenteil, Elise wird lediglich belächelt. Doch man lässt sie gewähren, weiß man doch, dass sie ihre Mutter wahnsinnig vermisst. So sehr, dass sie sich sogar zu ihr hinträumt. Natürlich zusammen mit dem gebrauchten Hund. Doch dann passiert es: Von einem Tag auf den nächsten ist der Hund verschwunden. Er kommt auch nicht mehr zurück. Was bedeutet das für Elise, für die Geschichte? Kommt die Mutter zurück? Hat Elise die Trennung überwunden?
Bjarne Reuter erzählt mit diesem Buch eine leise, sehr gefühlvolle und mitunter auch philosophische Geschichte. Er thematisiert Traurigkeit, Lebenslust und Widerspenstigkeit. Dabei schlägt er einen melancholischen Grundton an, der die Geschichte in eine ganz besondere Atmosphäre rückt.

Elise und der gebrauchte Hund

„Elise und der gebrauchte Hund“ ist ein poetisches und philosophisches Kinderbuch. Der Autor erzählt uns von einem sehr einsamen, aber auch starken Mädchen, das seine Mutter vermisst und versucht, auf ihre eigene Art mit der Situation umzugehen. Es ist ein Buch, das berührt, dass einen durchdringt und das sich dabei immer auf Kinderhöhe bewegt.

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