Die Kuh hat Flecken, zähl die Schnecken


Mein erster Fühl-Spaß
von Rebecca Schmalz, Stefanie Reich (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 09. April 2020

Die Kuh hat Flecken, zähl die Schnecken

Sammelbände vereinen mehrere Bücher in einem. Das ist praktisch, denn so bekommen Fans einer bestimmten Reihe, einer bestimmten Autorin oder eines Autors gleich mehrere Bücher zu einem günstigeren Preis. Man kennt Sammelbände in vielen Bereichen, im Pappbilderbuch sind sie  nicht so stark vertreten, aber vorhanden. „Die Kuh hat Flecken, zähl die Schnecken!“ ist ein solcher Sammelband, der zwei Bände von Rebecca Schmalz und Stefanie Reich in sich vereint.

Von lustigen Tieren

Bereits der Titel gibt eine Ahnung, um welche Themen es ungefähr geht: um Besonderheiten in der Tierwelt und ums Zählen. Zwei Dinge, die im Pappbilderbuch gerne aufgegriffen werden. Rebecca Schmalz und Stefanie Reich haben das auf ganz besondere Art umgesetzt.
Zunächst stellen sie uns ein paar Tiere vor. Kuh Kunigunde, Schaf Margarete, Pit Wildschwein, Paula Giraffe, Nick Pinguin und viele andere. Sie alle haben ganz besondere Merkmale, machen witzige Sachen. Die einen haben bunte Flecken, andere suhlen sich gerne im Schlamm oder treten im Wettrennen gegeneinander an. Ein lustiger Spaß, bei dem die Kleinsten viel zu lachen bekommen.
Im zweiten Teil geht es dann ums Zählen. Der Zahlenraum eins bis zehn wird ebenfalls anhand charmant-witziger Tiere erläutert: Eine Katze schläft, während zwei Mäuse Käse klauen. Drei Eulenkinder schlafen, vier Schnecken feiern eine Party. So geht es immer weiter, bis es am Ende auf einer Blumenwiese mit neun Bienen und zehn Marienkäfern ordentlich summt und brummt.

Die Kuh hat Flecken, zähl die Schnecken

Unterschiedliche Themen, gleiche besondere Ausstattung

Thematisch könnten die beiden Themen des Sonderbands kaum weiter auseinander sein, obwohl sie dennoch Berührungspunkte haben. Das ist grundsätzlich nichts schlechtes, denn Abwechslung in einem Kinderbuch mögen Kinder. Trotzdem ist der Wechsel von Tiereigenschaften auf das Zählen ziemlich abrupt. Eben noch liest man von Pinguin Nick, der den Eisbären Ben am Nordpol besucht, plötzlich beginnt man Tiere zu zählen. Das wirkt zunächst seltsam.
Auf der anderen Seite sind die kleinen Geschichten und Bilder im Buch durchgehend witzig und charmant gelungen. Teilweise plakativ gezeichnet, macht es unglaublich viel Spaß, die Tiere beim bunten Treiben zu beobachten, über sie zu lesen und zu lachen. Die Farben sind kräftig und leuchtend, die Musterung ist fröhlich und verleiht dem ganzen einen besonderen Charme. Die Texte sind lustig und fröhlich gereimt. Ihnen wohnt eine eigene Melodie inne, die beim Vorlesen wie automatisch über die Lippen kommt.

Die Kuh hat Flecken, zähl die Schnecken

Doch es verbirgt sich noch etwas Besonderes in den Bildern. Fahren Kinder mit den Fingern über die Tiere, können sie ihre Maserung spüren. So wird der Bilderbuchspaß auch zu einem Fühlspaß. Dabei regt vor allem im ersten Teil des Buchs zum Fühlen an. Er beschreibt die Muster der Tierfelle, so dass die Neugier, dieses zu erfühlen, sofort geweckt wird. Auch im zweiten Teil sind die Tiere mit Fühlelementen ausgestattet, jedoch liegt der Fokus des Textes klar auf den Zahlen.

„Die Kuh hat Flecken, zähl die Schnecken!“ ist ein witziger Buchtitel, der zugleich Aufmerksamkeit auf sich zieht. Was mag sich wohl dahinter verbergen? Tatsächlich sind es zwei Pappbilderbücher, die zu einem zusammengefasst sind. In einem geht es um Tiere und ihre Eigenheiten, im anderen um den Zahlenraum eins bis zehn. Beide haben heitere Reime und besondere Fühlstrukturen gemeinsam.

Details

Bewertung

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  • Illustration:

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