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Die kleine Glocke, die nicht läuten wollte

von Heike Conradi, Maja Dusíková (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 17. November 2019

Die kleine Glocke, die nicht läuten wollte

Worte können großes bewirken. Sie können uns Mut machen, sie können uns aber auch Angst machen. Von der Kraft der Worte, vor allem der schönen Worte, erzählt Heike Conradi in ihrer wundervollen Weihnachtsgeschichte „Die kleine Glocke, die nicht läuten wollte“.

Die Glocken im großen Kirchturm

Auf dem Marktplatzt steht eine Kirche und in ihrem Turm hängen drei Glocken: eine goldene, eine silberne und eine bronzene. Sie alle haben einen wundervollen Klang, den sie gerne über der Stadt erklingen lassen. Ganz neu im Glockenturm ist eine kleine Glocke. Still hängt sie dort oben, lässt keinen Ton erklingen. Die anderen Glocken ermuntern sie, in ihr Spiel einzufallen, doch die kleine Glocke bleibt still. Darüber wundert sich die Taube Felidia, die gerne dort oben im Turm schläft und dem Lied der Glocken zuhört. Was mag der kleinen Glocke wohl fehlen? Warum klingt sie nicht? Sie fliegt zur klugen Krähe, um von ihr Rat zu holen. Die Krähe sagt ihr, dass oft gute Worte helfen. Doch was sind gute Worte? Felidia macht sich auf, gute Worte zu sammeln. Jedes, das sie lernt, bringt sie zur kleinen Glocke, immer in der Hoffnung, dass sie zu klingen beginnt. So geht es tagein, tagaus, bis der Weihnachtsabend gekommen ist und die großen Glocken ihr Lied beginnen…

Die kleine Glocke, die nicht läuten wollte

Poetische Weihnachtsgeschichte

Heike Conradi erzählt hier eine wunderschöne, poetische Weihnachtsgeschichte, in der es nicht um Geschenke, um den Weihnachtsmann oder um das Feiern in der Familie geht. Nein, ihre Geschichte erzählt von der Bedeutung von Weihnachten. Es ist eine leise und unaufgeregte Geschichte, die uns innehalten und zur Ruhe kommen lässt. Auch zeigt sie uns, was wir uns so sehnlichst wünschen, vor allem jetzt in der Weihnachtszeit: gute Worte, Hoffnung und Frieden.
Verdeutlicht wird dies durch die kleine Glocke und Taube Felidia, die unermüdlich hin- und herfliegt, stets auf der Suche nach dem, was die kleine Glocke zum Erklingen bringen könnte. Was sie erfreut und glücklich macht. Sind nicht auch wir auf der Suche nach etwas, dass uns eben diese Zufriedenheit bringt?
Zauberhaft verpackt die Autorin ihre Botschaft in einer einfachen und gleichzeitig tiefgründigen Geschichte. Gespannt verfolgen Kinder diese Erzählung, schließlich wollen auch sie wissen, was es mit der kleinen Glocke auf sich hat. Wie groß ist ihre Freude und Erleichterung, als die kleine Glocke am Ende ihr Lied erklingen lässt. Ein Lied von Frieden auf Erden und ein Lied von Hoffnung. Diese Geschichte ist so feinfühlig und poetisch erzählt, dass man dieses Lied an ihrem Ende tatsächlich auch hören kann.
Begleitet wird die Erzählung von Maja Dusíkovás stimmungsvollen Illustrationen. Ihr gelingt es, die poetische Stimmung der Geschichte in ihren Zeichnungen wiederzugeben. Diese Bilder besitzen etwas Magisches und auch Nostalgisches. Man kann sich in ihnen genauso verlieren, wie in der Erzählung selbst und wird beim Betrachten ganz still und ruhig.

Die kleine Glocke, die nicht läuten wollte

„Die kleine Glocke, die nicht läuten wollte“ ist eine zauberhafte Weihnachtsgeschichte, die durch ihre starke Botschaft und ruhige Erzählweise begeistert. Heike Conradi und Maja Dusíková schufen hier ein Bilderbuch, bei dem Kinder ganz still werden, wenn es vorgelesen wird und das gleichzeitig unsere Herzen öffnet.

Details

Bewertung

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