Eine graue Maus hat ein lila Haus

von Elisabeth Schawerda, Karoline Neubauer (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 28. Februar 2016

Eine graue Maus hat ein lila Haus

Pappbilderbücher zum Thema Farben gibt es zahlreiche. Sie alle ähneln sich im Aufbau, in der Struktur und in ihrer Herangehensweise. Ganz anders ist da Elisabeth Schawerdas und Karoline Neubauers "Eine graue Maus hat ein lila Haus". Wir wollten wissen, wie anders.

Eine kleine, graue Maus lebt in einem lila Haus. Doch damit ist sie nicht lange glücklich. Plötzlich kommt ihr der Gedanke, wie schön doch ein weißes Haus wäre. Kurzerhand greift sie zu Pinsel und Farbtopf und streicht ihr Haus weiß. Doch dann gefallen ihr auch gelb, grün und rot. Und jedes Mal heißt es wieder, zu Pinsel und zu Farbe zu greifen. Jedes Mal? Nein, denn am Ende ist die kleine graue Maus müde.

Sehr früh nehmen Kleinkinder Farbbezeichnungen in ihrem Wortschatz auf. Daher gehören Pappbilderbücher über dieses Thema zur Standardausstattung eines jeden Kinderbuchregals. Doch ganz ehrlich, der größte Teil ist sich sehr ähnlich und wenig originell. Es werden nacheinander die Grundfarben vorgestellt und Beispiele dazu abgebildet. Selten ist in einem Farbbilderbuch eine originelle Geschichte verpackt.
Anders sieht es bei "Eine graue Maus hat ein lila Haus" aus. Hier spielen Autorin und Illustratorin mit dem Thema, betrachten es auf humorvolle Art. Heraus kam eine Ode an die Farben.
Der Text von Elisabeth Schawerda ist charmant und liebevoll. In kurzen, rhythmischen Versen erzählt sie von der kleinen grauen Maus, der es so schwer fällt, sich für eine Farbe zu entscheiden. Stilistisch bedient sich die Autorin nicht nur der Reimform, sondern bringt auch Wiederholungen ein. Immer wenn die graue Maus eine neue Farbe entdeckt, beginnt dieser Abschnitt mit den gleichen Worten. Kinder treffen auf Bekanntes und Vertrautes. Bald schon werden sie gezielt diese Stellen mitsprechen. Doch nicht nur diese, auch die anderen Zeilen gehen schnell ins Gedächtnis und nicht lange, so werden Kinder den Text auswendig können.
Ebenfalls sehr schön sind die Vergleiche, die Elisabeth Schawerda zieht. Sie nennt nicht nur die Farben, sie erwähnt auch so nebenbei, was ebenfalls gelb, grün, rot oder weiß ist. Dabei hat sie nicht irgendwelche Gegenstände gewählt, sondern Lebensmittel. Mit ihnen verbindet man Genuss. So werden durch diese gezielten Vergleiche Assoziationen ausgelöst.
Neben dem Text sind es auch die altersgerechten Illustrationen, die überzeugen. Karoline Neubauer bringt kräftige Farben und klare Formen mit ein. Die Bilder sind nicht überladen mit Details, sondern beschränken sich auf einige wenige, die aber gezielt zum Text passen. Damit wird die Aufmerksamkeit der kleinen Bücherfreunde gefangen und auf das Wesentliche gelenkt.

"Eine graue Maus hat ein lila Haus" ist ein fröhliches, lebendiges Pappbilderbuch über das Entdecken der Farben. Dabei sind Autorin und Illustratorin dieses Thema einmal anders angegangen und präsentieren ein charmantes und witziges Buch. Klare, kräftige Farben, fröhliche Reime und eine lustige Geschichte werden Kinder und Eltern begeistern.

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