Ratzfatz


Vom Zappeln, Wuseln, Wetzen und Flitzen
von Maria Hageneder, Karoline Neubauer (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 12. September 2017

Ratzfatz

Es gibt Kinder, die rennen den ganzen Tag hin und her. Sie toben und sind einfach nicht zu stoppen. Woher sie ihre Energie nehmen, möchte man manchmal wissen. Dieses zappelige und unruhige Verhalten wird immer häufiger als hyperaktiv abgetan. Als etwas, das man abstellen muss. Maria Hageneder führt in ihrem wuseligen Bilderbuch "Ratzfatz" an genau dieses Thema heran und zeigt, wie man ihm mit einfachen Tricks begegnen kann.

Immer in Bewegung, immer unterwegs

Wiesel sind ganz gewiss keine ruhigen Tiere, sondern flink und wendig. Doch bei dem kleinen Ratzfatz ist der Name Programm. Er rennt von links nach rechts, wuselt mal hierin, mal dahin, ist kaum irgendwo angekommen, zieht es ihn schon weiter. So geht das den lieben langen Tag. Sobald er morgens die Augen aufmacht, geht’s los. Ratzfatz flitzt herum, trifft sich mit seinen Freunden und spielt mit ihnen. Am liebsten Verstecken, aber nur dann, wenn er suchen darf. Selbst verstecken und dann auch noch ruhig sitzen bleiben, fällt dem kleinen Wiesel nämlich ziemlich schwer. Doch nach all dem Herumrennen und -toben kommt irgendwann auch die Zeit, in der sich Ratzfatz erschöpft und müde niederlässt und ruhige Momente mit Papa, Mama und seiner Schwester verbringt.

Ständig in Bewegung, ständig in Aktion

Eltern von hyperaktiven Kindern haben es nicht immer leicht. Den ganzen Tag ist Action angesagt und Ruhe kehrt erst dann ein, wenn das Kind im Bett liegt und schläft. Doch was genau ist Hyperaktivität? Was kann man sich darunter vorstellen? Maria Hageneder führt in ihrem neuen Kinderbuch behutsam an dieses Thema heran. Dabei bedient sie sich eines Tieres, dessen Eigenschaft ständige Bewegung und flinkes Agieren sind: dem Wiesel. Es ist einfach seine Natur, niemals still zu sein, daher kann man ihm nicht böse sein. Es stellt sich unterschwellig die Frage, ob es nicht auch in der Natur der Kinder ist, immer aktiv zu sein und herumlaufen zu wollen. Wichtig ist nur, dass sie verstehen, dass man manchmal auch still sein muss, selbst wenn das gar nicht so einfach ist. Obendrein gibt es auch einen Trick, lebendige und aktive Kinder zur Ruhe zu bringen. Sport. Dabei ist es ganz gleich, welcher. Egal ob Laufen oder Schwimmen, wichtig ist nur, dass das Kind Spaß hat und es sich so richtig austoben kann. Dann kommt auch die Müdigkeit und es kann sich auf ruhige Momente mit anderen einlassen. Alles das beschreibt Maria Hageneder auf wunderbar verspielte Weise in ihrem Bilderbuch. Dabei will sie aber nicht belehren, nicht den pädagogischen Zeigefinger heben, sondern einfach nur eine Brücke schlagen zwischen den Zappelphilipps und jenen, die sich davon gestört fühlen.
Begleitet wird die flinke, wuselige und quirlige Geschichte von ebensolchen Illustrationen. Karoline Neubauer hat den kleinen Ratzfatz und seine Lebendigkeit großartig eingefangen. Sie verzichtet größtenteils auf üppig und großflächig gestaltete Kulissen, sondern lässt den kleinen Kerl leichtfüßig über die Seiten springen. Neben dem Einsatz ihrer Collagentechnik setzt sie auch auf kräftige und leuchtende Farben. Damit schuf sie ganz wunderbare Bilder, die die Grundstimmung an den Betrachter transportieren.

"Ratzfatz" ist ein herrlich lebendiges, fröhliches und quirliges Bilderbuch über ein kleines Wiesel, das einfach nicht lange still sitzen bleiben kann. Das ist nicht immer einfach, für es selbst und für seine Weggenossen. Doch mit kleinen Tricks gelingt es auch dem Wiesel zur Ruhe zu kommen. Davon erzählt Maria Hageneder wunderbar behutsam in ihrem neuen Bilderbuch.

Details

Bewertung

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