Trau dich, Koalabär

Antolin Quiz
von Rachel Bright, Jim Field (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 13. Februar 2017

Trau dich, Koalabär

An sich selbst zu glauben und die eigene Angst zu überwinden sind keine leichten Aufgaben. Dennoch stellen wir uns ihnen  und wachsen an den Erfahrungen. Kindern fällt das nicht immer leicht. Sie brauchen mitunter etwas mehr Zuspruch und Motivation. Und natürlich kleine Helden, die Großes erreichen. "Trau dich, Koalabär" handelt von solch einem kleinen Helden, der es schafft, seine Angst zu überwinden.

Kimi ist ein kleiner, flauschiger Koalabär, der oben im Eukalyptusbaum sitzt und gemütlich seine Blätter mampft. Hinunter von seinem Baum, auf den Boden, kommt er nie. Dort ist es ihm zu laut, zu schnell und zu fremd. Nein, hier oben in den Zweigen, da fühlt Kimi sich sicher und wohl. Die anderen Tiere können das gar nicht verstehen. Sie würden so gerne mit Kimi spielen und laden ihn immer wieder dazu ein. Doch Kimi bleibt reglos im dichten Geäst sitzen. Bis eines Tages etwas unvorhergesehenes, geschieht. Der Ast seines Baumes bricht ab und Kimi plumpst auf den Boden. Nach einem kurzen Schreck erkennte er, dass es hier unten kein bisschen gefährlich ist. Und noch etwas erkennt er: Neues kann durchaus schön und großartig sein.

Wieder greift das Autorenteam Rachel Bright und Jim Field das Thema Mut in ihrer Geschichte auf. Doch in "Trau dich, Koalabär" geht es nicht allein ums Mutig sein, sondern auch darum, dass man sich ein Herz fasst und seine Angst überwindet. Dies wurde in einer herzigen Geschichte verpackt, die in Reimform erzählt wird. Man muss allerdings einräumen, dass bei der Übersetzung aus dem Englischen die Wortmelodie gelitten hat und sich mancher Vers etwas holprig liest. Doch davon abgesehen, ist der Inhalt liebenswert und rührend erzählt. Der kleine Koala sieht die Welt von oben, aus einer sicheren Entfernung. Unten ist für ihn gleichbedeutend mit Gefahr. Das wird an mehreren Stellen wiederholt. Und so bleibt er oben in den Zweigen und rührt sich nicht vom Fleck.
Kommt das vielleicht manchen Eltern bekannt vor? Das eigene Kind verlässt seine gewohnten Wege nicht, weil es Angst vor dem Neuen, Unbekannten hat? Auch alle Überredungskunst hilft nicht, das Kind traut sich einfach nichts zu? Genauso ist es auch bei Koala Kimi. Er sitzt und sitzt und sitzt auf seinem Ast, egal wie oft ihn die anderen Tiere zum Spielen einladen und ihm versichern, dass nichts passieren kann. Doch dann kommen diese unerwarteten, ungeplanten Ereignisse, die einen dazu zwingen, etwas völlig Ungewolltes zu tun. Das ist nicht immer schlecht, wie am Beispiel von Kimi Koala gezeigt wird. Denn der entdeckt plötzlich, dass es da unten auf dem Boden auch großartig und toll sein kann. Er lernt, dass Neues Spaß macht und ein Abenteuer nichts Schlimmes ist. Eine Botschaft, die vielleicht auch so manches Kind erreicht und ihm den Mut gibt, einen Schritt in eine andere Richtung zu wagen.
Begleitet wird die Geschichte von tollen, ausdrucksstarken Illustrationen von Jim Field. Mit vielen Rottönen fängt er den Charakter des australischen Outback sehr gut ein und vermittelt den Eindruck, sich beim Lesen wirklich am anderen Ende der Welt zu finden.
Beides zusammen - Geschichte und Illustrationen - ergeben ein tolles Bilderbuch zu einem starken und wichtigen Thema.

"Trau dich, Koalabär" ist schönes Bilderbuch, das mit seiner in Reimen geschriebenen Geschichte Kindern Mut machen will, einmal etwas Neues zu probieren. Auch wenn die Übersetzung der Reime stellenweise nicht gut gelungen ist, kann die Geschichte insgesamt trotzdem überzeugen.

Details

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