Lars, mein Freund

Antolin Quiz
von Iben Akerlie
Rezension von Janett Cernohuby | 22. April 2018

Lars, mein Freund

Schüler haben es in unserer digitalen Zeit mitunter sehr schwer. Denn gerade durch das Onlineangebot von sozialen Netzwerken und eigenen Blogs ist die Möglichkeit zum Mobbing viel größer. Dagegen scheint es fast leichter geworden zu sein, durch ein bestimmtes Raster zu fallen und in der Klasse unbeliebt zu werden. Beide Themen - Mobbing und Beliebtheit - greift Iben Akerlie in ihrem Jugendbuch "Lars, mein Freund" auf.

Ein besonderes Patenkind

Eigentlich hatte sich Amanda vorgenommen, während der Sommerferien über Adam hinwegzukommen, in den sie seit längerem heimlich verliebt ist. Doch leider lassen sich Gefühle nicht so einfach abstellen. Als wäre das nicht schon schwierig genug, hat ihre Klassenlehrerin eine ganz besondere Aufgabe für Amanda vorgesehen. Während ihre Klassenkameraden bald einen Schüler der 1. Klasse unter die Fittiche nehmen und als ihr Patenkind während der Schulzeit begleiten, bekommt Amanda ein ganz besonderes Patenkind zugeteilt. Lars, ein neuer Schüler, wechselt in ihre Klasse. Das besondere an ihm ist, dass er das Down-Syndrom hat. Amanda empfindet diese Aufgabe zunächst aber als furchtbare Last. Erst als eine Mobbingkampagne losgetreten wird, überdenkt sie ihre Einstellung. Doch da ist es fast schon zu spät, denn sie begeht einen folgeschweren Fehler.

Zwischen Anerkennung und Ausgrenzung

"Lars, mein Freund" ist eine emotionale und authentisch erzählte Geschichte. Charaktere, Situationen und geschilderte Gefühle kommen sehr glaubwürdig beim Leser an. Gleichzeitig greift das Buch sehr aktuelle und schwere Themen auf: Beliebtheit, Mobbing und Behinderung. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Amanda, in die sich der Leser sehr gut hineinversetzen kann. Trotz ihrer Fehler ist sie ein symphytisches, junges Mädchen, das durch die Freundschaft zu Lars, dem neuen Mitschüler mit Down Syndrom, viel lernt. Inhaltlich greift der Roman die Themen Mut, Courage und Behinderung auf. Der Autorin gelingt es daraus eine fesselnde und gefühlsstarke Geschichte zu weben. Amanda ist nicht gerade die beliebteste in ihrer Klasse, fiel bisher aber auch nicht gerade auf. Das ändert sich in diesem Schuljahr völlig. Sie wird gebeten, sich um den neuen Schüler zu kümmern. Dieser benötigt aufgrund seiner Benachteiligung besondere Aufmerksamkeit und Hilfe. Amanda sieht ihre neue Aufgabe zunächst als Last, ja fast schon als Strafe. Sie will sich nicht um den Mitschüler mit Down-Syndrom kümmern, aus unterschiedlichen Gründen. Anfangs hat Amanda große Berührungsängste und Vorurteile. Sie weiß nicht, wie sie auf Lars zugehen, mit ihm sprechen und mit ihm umgehen soll. Doch sie ist nicht die einzige, der es so geht. Auch die Klassenlehrerin ist zunächst unsicher mit der neuen Situation. Anders als Amanda kann sie ihre Berührungsängste aber schneller abbauen. Amanda braucht wesentlich länger. Sie spricht nur wenig mit Lars und traut sich auch nicht, auf ihn zuzugehen. Letztendlich ist er derjenige, der den ersten Schritt macht und Amanda zu sich nach Hause einlädt. Hier lernt die junge Protagonistin zwar, ihre Ängste zu überwinden, dennoch geht sie in der Schule weiterhin sehr distanziert mit Lars um. Sie hat Angst, von ihren Mitschülern ausgegrenzt zu werden. Natürlich kann es nicht ewig so weitergehen und schon bald rutscht Amanda aufgrund ihrer eigenen Unsicherheit in eine ziemlich dumme Geschichte hinein. Sie bemerkt, dass sich einige Klassenkameraden über Lars lustig machen. Doch anstatt ganz klar Stellung zu beziehen und die Grenzen zu zeigen, macht sie unter Gruppenzwang mit. Etwas, das sie schon bald sehr bitter bereut. Und die Scherben wieder zu kleben, kostet sie sehr viel Kraft. Sie lernt aber auch daraus. Sie lernt Mut zu haben, zu etwas zu stehen und sich durchzusetzen. Dabei erfährt sie, dass man deswegen nicht gleich zum Außenseiter wird.

"Lars, mein Freund" ist eine starke und gefühlvolle Geschichte. Sie erzählt von einem jungen Mädchen, das durch ihre Freundschaft zu einem Klassenkameraden mit Down-Syndrom lernt, was es heißt, für andere da zu sein und für sie einzustehen. Die mitreißende Freundschaftsgeschichte ist kraftvoll erzählt, zeigt Schwächen und Stärken und lehrt uns alle, was es heißt, besonders zu sein.

Details

  • Autor/-in:
  • Originaltitel:
    Lars er lol
  • Verlag:
  • Genre:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    03/2018
  • Umfang:
    256 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    10 Jahre
  • ISBN 13:
    9783423640398
  • Preis:
    12,95 €

Bewertung

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