Käpt'n Jack und die Piraten

Antolin Quiz
von Peter Bently, Helen Oxenbury (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 25. April 2016

Käpt'n Jack und die Piraten

Ein Sommertag am Strand kann voller schöner Momente stecken. Wellen, die den Sandstrand umspülen. Kinder die im Meer baden, Muscheln sammeln oder im Sand Burgen bauen. Im Hintergrund das Kreischen der Möwen, das Rauschen des Meeres und die fröhlichen Stimmen der Strandbesucher. Eine ähnliche Idylle beschreiben Peter Bently und Helen Oxenbury in ihrem wunderschönen Bilderbuch "Käpt'n Jack und die Piraten", das im Aladin Verlag erschienen ist.

Die Kinder Jack, Kaspar und Paulchen verbringen einen herrlichen Tag am Strand. Mit Eimern und Schaufeln ausgestattet, beginnen sie schon bald ein Schiff aus Sand zu bauen. Ein Lätzchen wird zu Flagge, ein Hemd zum Segel und Eimer werden zu Kanonen. Schon kommt die Flut und das Schiff treibt hinaus aufs Meer. Nicht lange und ein Piratenschiff taucht am Horizont auf. Ein wilder und entschlossener Kampf beginnt. Doch was ist das? Ein Sturm zieht auf, der Regen peitscht, das Boot droht zu kentern. Im letzten Augenblick retten sich die drei Seefahrer ans Land, erklimmen Felsen und finden endlich einen großartigen Schatz.

In nur wenigen Kinderbüchern wird die Kraft der kindlichen Fantasie so beeindruckend, so großartig dargestellt, wie in Peter Bentlys "Käpt'n Jack und die Piraten". Eigentlich geht es um nichts anderes, als dass eine Familie mit drei Kindern einen Tag am Strand verbringt. Diese drei Kinder spielen im Sand, bauen sich statt einer Sandburg ein Sandschiff und haben großen Spaß dabei. Sie werden von einem Unwetter überrascht, doch im Strandhäuschen gibt es einen reichlich gedeckten Tisch und ein Eis für die drei Lausbuben.
In diesen banalen Nachmittag einer Familie wird von Peter Bently eine unglaublich tolle Geschichte eingeflochten. Er beschreibt das Spiel der Kinder, wie sie sich vorstellen in einem echten Schiff zu sitzen und aufs Meer hinauszufahren. Wie sie Piraten entdecken und gegen sie kämpfen; wie sie an fremden Ufern stranden und diese erkunden.
Was dieses Buch so großartig macht, sind seine Illustrationen und die Erzählform. Denn erzählt wird das Abenteuer in Reimform. So erhält die Handlung eine Grundmelodik, die dann durch entsprechende Betonung - mal mit mehr, mal mit weniger Dramatik - noch ausgebaut werden kann. So wie der Autor mit der kindlichen Fantasie spielt, spielt er auch mit der Sprache. Diese Freude überträgt sich auf den Vorleser.
Doch am meisten lebt das Bilderbuch von den beeindruckenden, wunderschönen Illustrationen der britischen Künstlerin Helen Oxenbury. Mit nostalgisch anmutendem Pinselstrich lässt sie das Abenteuer der drei Kinder in Bildern Gestalt annehmen. Früher waren nicht immer alle Bilder in einem Buch koloriert und daher gibt es auch hier zwischendurch einige Bleistiftzeichnungen ohne jegliche Farbe. Doch genau das verleiht dem Buch einen einzigartigen Charme. Helene Oxenbury zeichnet drei liebenswerte Lausbuben, die man vom ersten Moment an ins Herz schließt. Sie taucht mit ihnen in deren Fantasiewelt ein, behält sich dabei das Sandschiff für die Verbindung zur Realität. Ihre Zeichnungen zeigen das kindliche Spiel, das kindliche Abenteuer so, wie es Kinder mit ihrem magischen Blick sehen würden.

"Käpt'n Jack und die Piraten" ist eine wunderschöne Strandgeschichte dreier Jungs, die mit viel Fantasie und Vorstellungskraft einen großartigen Tag erleben. Das Buch erzählt von unbeschwertem Kindervergnügen, Spiel und Spaß am Strand. Es ist eine Hommage an die Kraft der Fantasie. Erzählt in melodischen Reimen und getragen von wunderschönen Illustrationen, begeistert dieses Bilderbuch nicht nur Klein und Groß, sondern ist ein wahrer Bilderbuchschatz, den man im Aladin Verlag findet.

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