Vier wie wir

Die rasenden Schulschnecken

von Joachim Friedrich, Patrick Wirbeleit (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 04. September 2017

Die rasenden Schulschnecken

Es gibt zweierlei Arten von Schulen. Die einen sind nichts als graue, verstaubte Institutionen, in denen Kinder tagein, tagaus lernen. Und dann gibt es jene, in denen Kinder ebenfalls lernen, aber an denen Lehrer mit außergewöhnlichen Talenten unterrichten und in denen immer etwas los ist. In letzterer siedelt sich Joachim Friedrichs Kinderbuchreihe "Vier wie wir" an, deren zweiter Band unter dem Titel "Die rasenden Schulschnecken" erschienen ist.

Zeit für einen Weltrekord

Die Sommerferien sind vorbei und die Schule hat wieder begonnen. Mick freut sich schon, ihre Klassenkammeraden und Freunde wieder zu sehen. Ihr Klassenlehrer Herr Globoli, von allen nur Jesus genannt, bringt etwas ganz besonderes aus den Ferien mit: ein Terrarium. In diesem befinden sich aber keine Echsen, sondern zwei ganz gewöhnliche Schnecken. Sie sind von nun an die Klassentiere und sollen von den Schülern gepflegt werden. Zunächst sind die etwas entsetzt und irritiert, aber bald schon werden Otilie und Waldemar, wie die Schnecken bald schon getauft werden, zu festen Bestandteilen der Klasse. Das ist auch gut so, denn sie sollen bald schon sehr wichtig werden. Ein Unternehmen hat einen Schulwettbewerb ausgeschrieben, bei dem man einen möglichst außergewöhnlichen Rekord aufstellen soll. Der Siegerklasse winkt dabei nicht nur eine Reise in die USA, sondern auch ein Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde. Mick und den anderen ist sofort klar, dass sie daran teilnehmen müssen. Und die beiden Schnecken spielen für den Rekord die entscheidende Rolle.

Rasant, witzig und unterhaltsam

Wunderbar unterhaltsam führt Joachim Friedrich seine Reihe "Vier wie wir" fort und lässt die Schüler ein weiteres witziges und außergewöhnliches Abenteuer erleben. In ihm geht es erneut um Freundschaft und Zusammenhalt, aber auch um Rekorde und besondere Ideen. Denn für einen Rekordversuch braucht die Klasse einen originellen Einfall, der einerseits die Jury überzeugt, andererseits auch für sie umsetzbar ist. Was sie sich einfallen lassen, ist so skurril, wie so mancher Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde. Sie wollen aus ihren zwei Schnecken die schnellsten Schnecken der Welt machen. Doch dafür muss erst einmal geübt werden - und das sorgt für so manches Lachen. Doch auch davor, als sie noch nach Ideen suchen, überzeugt die Geschichte durch Witz und Charme. Innerhalb der Klasse herrscht ein toller Zusammenhalt. Man unterstützt sich, hilft sich und grenzt niemanden aus. Dadurch sind die Kinder auch in der Lage zu erkennen, wenn jemand Hilfe braucht. Dies wird im Verlauf der Handlung ebenfalls zu einem Thema.
So bietet der zweite Band neben beschwerlichen Momenten auch solche, in denen Probleme auftreten. Keine allzu großen und immer welche, die die Kinder durch Zusammenhalt und Freundschaft auflösen können. Das Ende hält dann noch eine witzige Pointe bereit, der man hoffentlich in einem dritten Band Rechnung trägt.
Wer das erste Buch nicht gelesen hat, kann hier trotzdem zugreifen. Der Einstieg in die Handlung gelingt sehr leicht und auch die Charaktere lernt man schnell kennen. Zwar gibt es hier und da einen Bezug zum Vorgängerband, doch wird er so klar dargestellt, dass man die Zusammenhänge schnell versteht.

"Vier wie wir: Die rasenden Schulschnecken" ist ein toller zweiter Band dieser Schulgeschichtenreihe, in dem es wieder um Freundschaft geht. Ein Rekordversuch verlangt von den Freunden kreative Einfälle und Einsatzbereitschaft. Für die Leser bedeutet das wieder unterhaltsame Lesestunden und eine kurzweilige, amüsante Handlung. Großartig.

Details

Bewertung

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