Guardians of Secret Powers

Das Siegel des Teufels

von Peter Freund
Rezension von Janett Cernohuby | 12. November 2013

Das Siegel des Teufels

Nicht immer braucht es fremde Welten oder alternative Universen, um eine spannende Fantasygeschichte zu erzählen. Unsere Welt, unsere Heimat, kann ebenfalls als Schauplatz für diese dienen. Freilich ist die Idee nicht neu und wurde schon in anderen Werken umgesetzt. Dennoch versteht es Peter Freund mit diesem Konzept eine neue Geschichte zu erzählen. Schauplatz ist die deutsche Bundeshauptstadt Berlin. Heldin ist ein fünfzehnjähriges Mädchen. "Das Siegel des Teufels" ist der erste Band zu einer neuen Reihe. Wir waren neugierig und haben uns das Werk genauer angesehen.

Es ist Neles fünfzehnter Geburtstag, als sich für das junge Mädchen alles verändert. Auf dem Weg vom Kino nach Hause lauern ihr dunkle Gestalten auf und bedrohen sie. Dem nicht genug, scheinen sie sich vor ihren Augen in Monster zu verwandeln. In letzter Sekunde wird Nele von fünf Jugendlichen, unter ihnen Taha, gerettet. Durch Taha erfährt Nele von ihren eigenen Fähigkeiten. Sie verfügt über besondere Gaben, die sie somit nicht nur zu einer Guardian of Secret Powers" machen, sondern gleichzeitig zur Auserwählten. Und zu keinem Zeitpunkt hat die Welt jene Auserwählte dringender gebraucht, als jetzt. Denn die Fantome der Finsternis planen das Siegel des Teufels zu sprengen und ihren Dunklen Herrscher in die Welt zu holen. Für Nele beginnt nicht nur eine atemberaubende Jagd durch Berlin, sondern auch ein scheinbar aussichtsloser Wettlauf gegen die Zeit. Denn während die Guardians noch im Dunkeln tappen und die Pläne ihrer Feinde nicht kennen, haben diese bereits Spione an wichtigen und vor allem empfindlichen Stellen bei den Guardians eingeschleust. Es steht schlecht um die Welt, um die Menschheit und um beider Rettung...

""Das Siegel des Teufels"", der Auftaktroman zur Reihe ""Guardians of Secret Powers"" ist ein Fantasyroman, der die Leser jedoch nicht in eine fremde Welt entführt. Im Gegenteil. Vielmehr findet man sich in der eigenen Welt wieder, im gegenwärtigen Berlin, um genau zu sein. Hier erlebt der Leser ein Abenteuer, wie es in einer anderen Welt kaum phantastischer sein kann. Denn die Tatsache, dass Dämonen und Monster unter uns leben, wir normale Menschen sie jedoch nicht erkennen können, ermöglicht es dem Roman, sehr spannend und packend zu werden. Peter Freund nutzt dieses Potential sehr gut und wagt sich sogar einen Schritt weiter. Er lässt auch den alten Konflikt zwischen Gut und Böse, in einem neuen Licht erscheinen. Es ist die Rede von Dämonen, dem Siegel des Teufels, vom Atem der Engel. Wir hören von Illumini und Nokturni, Baalsebul, Vampiren und Werwölfen. Dennoch treten alle diese Elemente in einem ganz neuen Licht auf. Besonders Vampire und Werwölfe haben einen anderen Ursprung, als wir es bisher kannten (aber keine Sorge, Peter Freund stellt sie keineswegs als Teenie-Idole dar, in die man sich verlieben und die man heiraten kann). Das ist eine interessante Variante, die aber auch Abwechslung und etwas Neues bietet. Erst dadurch wird die Geschichte überhaupt erst lesenswert, spannend und fesselnd.
Über Spannung kann man bei der Lektüre auch nicht klagen. Im Gegenteil. Das Buch beginnt fesselnd und spannend und bis zum Ende bleibt dies auch so. Es gibt keine Leerläufe, keine Lücken, die langatmig und eintönig werden. Einzig die ständigen Szenenwechsel, die fast schon an amerikanische Serien erinnern, trüben den Lesespaß mit der Zeit. Kaum hat man sich in eine Szene, in einen Handlungsstrang hineingelesen, kommt ein Cliffhanger und Schwupps, ist man bei irgendeinem anderen Strang. Zugute zu halten muss man hier freilich, dass diese nicht nach einem festen Schema passieren. Dennoch wünscht man sich so manches Mal, dass man noch eine Seite mehr über die soeben stattgefundenen Ereignisse hätte lesen können. Über diesen Makel kann auf Dauer weder die spannende Handlung noch der Plot hinwegtrösten. Man stellt sich dabei durchaus die Frage, ob man in diesem Stil überhaupt an Fortsetzungen der Reihe interessiert ist.

Zusammengefasst ist "Das Siegel des Teufels" ein spannender, fesselnder Auftaktroman einer neuen Reihe. Lediglich die vielen Szenenwechsel trüben den Lesespaß. Ansonsten bekommt man jedoch viel geboten: eine phantastische Handlung in unserer realen Welt, bekannte Elemente in neuem Kleid und eine Heldin, die nicht strahlend und perfekt auftritt, sondern selbst viel lernen muss. Wem ständige Szenenwechseln nichts ausmachen, ein Fan von Peter Freund und/oder Fantasyromanen ist, der kann bei diesem Werk beruhigt zugreifen.

Details

  • Autor/-in:
  • Band:
    1
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    09/2013
  • Umfang:
    608 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    14 Jahre
  • ISBN 13:
    9783570153796
  • Preis:
    17,99 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Gefühl:
    Keine Bewertung