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Welch ein Singen, Musizieren... Kinderlieder und Gedichte

von Bibiana Beglau, Hannelore Hoger, Stefan Kurt
Rezension von Janett Cernohuby | 06. August 2014

Welch ein Singen, Musizieren... Kinderlieder und Gedichte

Im Laufe der Jahre haben viele Komponisten ganze Liederzyklen für Kinder geschrieben. Es entstanden neue Melodien, Texte, ganze Liedergeschichten. Trotzdem haben sich über all die Jahrzehnte hinweg die traditionellen Kinderlieder gehalten und erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit. Nach wie vor wird im Kindergarten "Häschen in der Grube" oder "Kuckuck, rufts aus dem Wald" gesungen. Ebenso oft erscheinen auch weiterhin Musik-CDs mit jenen klassischen, neu gesungenen und gespielten Liedern. Ein solches neues Werk erschien im Silberfisch Verlag und trägt den Titel "Welch ein Singen, Musizieren...".

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Wie schon der Titel sagt, erwarten den Hörer auf diesem Album ganz traditionelle und altbekannte Kinderlieder. "Der Kuckuck und der Esel", "Im Märzen der Bauer", "Alle Vögel sind schon da", "Ein Männlein steht im Walde", "Hejo, spann den Wagen an" und "Winter, ade, scheiden tut weh" sind nur einige wenige der auf dieser CD enthaltenen Stücke. Arrangiert wurden sie nach einem einfachen aber stilvollen Prinzip. Die Lieder erzählen die Geschichten eines Kalenderjahres, von Einzug des Frühlings in Begleitung der beiden Streithähne Kuckuck und Esel bis hin zum Winter und wenn Schneeflöckchen, Weißröckchen die Welt bedeckt. Um die einzelnen Jahreszeiten ein wenig voneinander abzuheben, trennen Ausschnitte aus Antonio Vivaldis Violinkonzert "Die vier Jahreszeiten" die einzelnen Programme voneinander.
Doch es finden sich nicht nur musikalische Stücke auf der CD, auch kurze Verse und Gedichte sind enthalten. Klassiker, die man selbst in der Kindheit gelesen oder gehört hat, die in Vergessenheit geraten scheinen, aber bei denen es dann doch nur einer Zeile bedarf, um sich wieder an sie zu erinnern. Wie zum Beispiel das aus England stammende Gedicht "Ich ging einmal nach Plauen". Aber auch andere Werke fanden ihren Platz auf der CD; darunter "ichsoerso", Heinz Erhardts "Sommeranfang/Winteranfang" oder auch das finnische Gedicht "Alke, Möwen, Lummen".

Diese Gedichte sind teilweise recht witzig, ein Hörvergnügen für die Ohren aber auch ein Spaß fürs Gemüt. Sie lockern die starren Formen einer Kinderlieder-CD auf und bieten Abwechslung.
Thematisch gewählt passen sie ebenso gut zu CD, wie auch die ausgewählten Stücke und die Art, wie sie eingespielt wurden. Alles zusammen ist ganz gewiss keine schnell aufgenommene Kinder-CD, die auf Unterhaltung und hohe Verkaufszahlen aus ist. Schon das Cover ist eher anspruchsvoll gestaltet als schrill und bunt. Dieser Grundtenor zieht sich auch durch die komplette Aufnahme. Die Musikstücke werden gespielt vom Jourist Quartett, einem internationalen Virtuosen-Ensemble, und gesungen von der Hamburger Kinder- und Jugendkantorei St. Petri/St. Katharinen. Dabei wagen die Musiker keine Neuinterpretation der traditionellen Stücke, keine poppig-fetzige Variante, sondern spielen alles in gedeckter, klassischer Art. Auf der einen Seite macht es Spaß, genau das zu hören, auf der anderen Seite fehlt der CD dadurch aber ein wenig Moderne, ein wenig Lebendigkeit. Es ist keine CD die man auf Kinderpartys spielt, sondern eher zu anspruchsvolleren, gehobeneren Anlässen. Teilweise wird das Hören der CD dabei sehr anspruchsvoll, sogar anstrengend. Nicht jedermann wird sich für jene Virtuosen oder philharmonische Gesangschöre begeistern können. Denn wie weiter oben erwähnt, es fehlt der CD gänzlich an Lebendigkeit. Sogar die Gedichte, wenngleich sie witzig sind und stimmungsvoll gelesen werden, spiegeln den gedeckten und intellektuellen Grundton wieder.

Somit ist "Welch ein Singen, Musizieren..." zwar eine Musik-CD mit traditionellen Kinderliedern und Gedichten aus aller Welt, aber keine CD für Kinderpartys und -feste. Sie ist eine musikalische Reise durch das Jahr, aber eher eine Kulturreise. Dadurch kann man die Produktion nicht jedem empfehlen. Hier sollte man vor dem Kauf überlegen, was genau man möchte. Man bekommt eher ein ruhiges, gediegenes, als lebendiges und poppiges Werk dargeboten.

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