Max und Moritz und Hans Huckebein

von Wilhelm Busch
Rezension von Janett Cernohuby | 26. Januar 2009

Max und Moritz und Hans Huckebein

Seit Generationen sind die Bildergeschichten von Wilhelm Busch in den Bücherregalen der Kinderzimmer zu finden. Sein wohl bekanntestes und auch heute noch allseits gern gelesenes Werk ist "Max und Moritz". Als er dieses 1865 veröffentliche, wurde er schlagartig berühmt. Der Tivola Verlag nahm sich nun dieses alten Stückes und zwei weiterer Geschichten an, kolorierte Buschs Zeichnungen und veröffentlichte die Bilderbuch-DVD "Max und Moritz und Hans Huckebein".

Insgesamt drei Erzählungen dieses außergewöhnlichen Autors sind auf dieser DVD zu finden. Den Auftakt macht, wie bereits der Titel sagt, die Erzählung von "Max und Moritz". In Reimform wird hier von den sieben bösartigen Streichen der frechen Burschen erzählt. Als erstes muss die arme Witwe Bolte unter den Streichen von Max und Moritz leiden. Durch das Zutun der zwei, strangulieren sich die Hühner der armen Frau. Als die Witwe die Tiere anschließend in der Pfanne brät, stehlen Max und Moritz kurzerhand die knusprigen Vögel um sie selbst zu verspeisen. Gestärkt machen sie sich auf, den Schneidermeister Böck zu einem kühlen Bad zu verhelfen. Auch der Lehrer Lämpel muss unter den Streichen der beiden Jungs leiden, als diese ihm die Pfeife mit Schießpulver füllen. Onkel Fritz werden Maikäfer unter die Matraze gelegt, die den guten Mann am Schlafen hindern sollen. Doch in der Bäckerei geht es fast schief, denn der Meister Bäcker erwischt die Unholde und bäckt sie zu Brot. Doch, eins zwei drei, haben sie sich aus ihrer knusprigen Hülle frei gefressen und machen sich nun auf, dem Bauer Mecke einen Streich zu spielen. Doch hier enden ihre Schandtaten, als der Bauer sie kurzerhand in die Mühle wirft, wo die Jungs zu kleinen Stücken gemahlen und von den Enten gefressen werden.

"Hans Huckebein", der Protagonist der zweiten Bildergeschichte, ist ein nicht minder schlimmer Schelm. Ein kleiner Rabe, der es faustdick hinter den Ohren hat. Nachdem der kleine Fritz ihn gefangen und mit nach Hause genommen hat, bieten sich Hans Huckebein viele Möglichkeiten, Schabernack zu treiben. Er beißt der Tante in Finger und Nase, stiehlt dem Hund den Knochen, beißt den Kater in den Schwanz, frisst der Tante Heidelbeerkompott und bedient sich schließlich am Likör. Doch das wird ihm zum Verhängnis, als er sich betrunken im Strickgarn der Tante verheddert und vom Tisch stürzt.
"Die Rutschpartie" ist die kürzeste der drei Geschichten und erzählt von dem kleinen Hans, der mit seinem Schlitten den Berg herunterfährt und dabei versehentlich, den Küster, den Jäger und die Botenfrau umfährt. Alle vier landen kopfüber im Schnee und gehen wütend aufeinander lost. Tja, Unvernunft tut selten gut.

"Max und Moritz und Hans Huckebein" ist nicht die erste Bilderbuch-DVD aus dem Hause Tivola. Jedoch ist sie Bildtechnisch viel besser umgesetzt, als es die einen Monat zuvor erschienenen "Weihnachtsgeschichten" waren. Die Bilder sind klar und deutlich und führen auch auf größeren Flachbildschirmfernsehern weder zu einem unangenehmen Flackern noch zu einem Verschmieren. Die Zeichnungen von Wilhelm Busch wurden, wie bereits erwähnt, nachkoloriert und zusätzlich mit leiser Hintergrundmusik unterlegt. Hier zeichnet sich schon die zweite Verbesserung ab. Waren auf der ersten Veröffentlichung noch große Lautstärkenunterschiede zwischen Musik und Erzählung zu verzeichnen, wurde auf der vorliegenden DVD die Lautstärke aneinander angepasst. Zwei Verbesserungen, die auffallen und erfreuen.
Gesprochen werden die Geschichten von der ehemaligen MTV-Moderatorin Sarah Kuttner. Sie bemüht sich, den Erzählungen Stimmung zu verleihen, was ihr jedoch bei "Max und Moritz" nicht ganz gelingt. Zu hell und freundlich ist (in diesem Fall) ihre Stimme, zudem wirkt sie anfangs zu gehetzt. Fast so, als ließe man ihr nicht genügend Zeit, die Dramatik der jeweiligen Szene stimmlich auszuleben. Hinzu kommt, dass man hier auch noch Vor- und Nachwort einfach wegließ. Warum? Wusste der Verlag nicht, wie man diese Texte bildlich hinterlegte und entschied sich somit für eine einfache Lösung? Wenn ja, ist das doch sehr schade.
Sehr schön ist, dass es die Geschichten auch in englischer Sprache gibt. Nun, Kinder werden diesen wohl eher nicht folgen, selbst wenn sie über einen englischen Grundwortschatz verfügen. Doch die Wortspiele sind für sie vielleicht doch noch zu kompliziert. Für uns Erwachsene ist es ein unterhaltsames Extra, die Geschichten auch einmal in englischer Sprache zu verfolgen.

Die Idee, die Erzählungen von Wilhelm Busch, der gerne als Urvater der Comics bezeichnet wird, als Bilderbuch-DVD zu veröffentlichen, ist lobenswert. Es handelt sich um Klassiker, die auch unsere Kinder kennen sollten. Denn neben all den neuen und nicht minder guten Kindergeschichten, ist und bleibt ein Wilhelm Busch einzigartig und etwas Besonderes. Somit gehört zumindest die Erzählung von "Max und Moritz" zum Grundrepertoire eines jeden Kinderzimmers. Zwar ist es schade, dass diese Geschichte um Vor- und Nachwort gekürzt wurden, trotzdem lohnt sich die Anschaffung dieser Bilderbuch-DVD. Sowohl Bild- als auch Tonqualität haben sich verbessert. Auch die zwei weiteren Geschichten aus der Feder Wilhelm Busch sind eine lustige Unterhaltung für Kinder.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Genre:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    01/2008
  • Umfang:
    1 DVD
  • Typ:
    DVD
  • Altersempfehlung:
    5 Jahre
  • ASIN:
    3898871592
  • EAN:
    9783898871594

Bewertung

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