Cool Runnings

von Olivier Mahy
Rezension von Stefan Cernohuby | 15. März 2019

Cool Runnings

Wie oft wollen Kinder in der Wohnung Spiele spielen, die einem als Elternteil nicht angemessen erscheinen? Spritzpistolenduelle, Schneeballschlachten oder Spiele mit Eiswürfeln – doch halt, zumindest im letzten Fall gibt es nun ein neues Spiel aus dem Hause Ravensburger, bei dem man sich kaum Sorgen um die eigene Einrichtung machen muss und als Kind trotzdem mit Eis und Wasser hantieren kann. Geht es dort heiß oder kühl zur Sache?

Natürliche und unnatürliche Feinde des Eiswürfels

Ein Eiswürfel hat viele natürliche Feinde. Da sind natürlich erst einmal die Außentemperatur, neben durstige Menschen und nicht zuletzt das Brettspiel Cool Runnings. Denn hier erhält jeder Spieler einen Eiswürfel, einen speziell geformten Spielbecher und die Aufgabe, seinen Eiswürfel möglichst in einem Stück und so schnell wie möglich ins Ziel zu bugsieren. Damit das klappt, erhält man Karten, die immer zwei Möglichkeiten bieten: entweder den eigenen Eiswürfel vorwärts oder rückwärts über den Spielplan zu bugsieren, oder aber eine Aktion gegen die anvertrauten Würfel der Mitspieler zu starten. Das geht von Salzen, Anpusten, Ausquetschen und Betröpfeln mit einer Pipette bis hin zum Wurf in ein Wasserbad. Für jede der Aktionen gibt es Regeln, aber es ist klar, dass keine von ihnen dem eisigen Passagier besonders guttut. Gewonnen hat, wer es ins Ziel schafft und dabei einen Eiswürfel in nicht-flüssiger Form in seinem Becher besitzt.

Cool Runnings

Turbulent und wechselhaft

Das Spielgeschick wogt hier hin und her. Das ist natürlich auch von der Beschaffenheit des Spielbretts abhängig, das jedes Mal anders zusammengesetzt werden kann und somit keine Langeweile aufgrund der immer gleichen Strecke aufkommen lässt. Die Spielunterlage ist aus wasserabweisendem Material gefertigt, was bedeutet, man muss sich keine Sorgen darüber machen, wenn sie nass wird. Leider wurde das gleiche nicht für die Karten gemacht, was etwas verwirrend ist. Denn natürlich hat man immer wieder nasse Finger, wenn man Eiswürfel quetscht, sie reibt, sie anpustet oder ins Wasser wirft. Insofern wäre es konsequent gewesen, auch die Spielkarten wasserfest zu gestalten. Nun, vielleicht in der nächsten Auflage.
Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist niedrig. Angesetzt ist es ab acht Jahren, tatsächlich können es aber schon jüngere Kinder spielen – unter der Voraussetzung, dass sie mit einem gewissen Frustfaktor umgehen können. Denn manchmal hat man einfach Kartenpech oder das Gefühl, von den Mitspielern verstärkt aufs Korn genommen zu werden. Tatsächlich passiert es aber zum Teil, dass man einfach keine verwendbare eigene Karte erhält, weswegen man seine Aktion an einem Mitspieler auslassen muss. Das kann unter Umständen zu Ärger führen. Abgesehen davon ist das Spiel aber sehr unterhaltsam. Spielt man es an warmen Sommertagen im Freien, hat man sicherlich noch einen zusätzlichen Stressfaktor, der es doppelt unterhaltsam macht. Wer auch gerne mal ein einfaches Spaßspiel ohne viel Anspruch ausprobiert, ist hier sicher an der richtigen Adresse.

Cool Runnings

„Cool Runnings“ ist ein Brettspiel von Olivier Mahy, das sowohl Eltern als auch Kindern entgegenkommt. Man darf spritzen und kleckern, mit Eis und Wasser hantieren, aber das in einem sehr kontrollierten Rahmen. Bis auf die Tatsache, dass die verwendeten Spielkarten eben aus normalem Karton sind, gibt es hier absolut nichts zu bemängeln – wenn man witzige, kurzweilige und nicht zu anspruchsvolle Spiele mag, bei denen auch Kindern die gleichen Chancen besitzen.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Genre:
  • Erschienen:
    02/2019
  • Umfang:
    diverse Spielmaterialien
  • Typ:
    Spiel
  • Altersempfehlung:
    8 Jahre
  • GTIN:
    4005556267750
  • Spieldauer:
    30 Minuten

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Illustration:
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