Suche Arbeit für Papa

Antolin Quiz
von Lydia Zeller, Monika Maslowska
Rezension von Janett Cernohuby | 27. Januar 2009

Suche Arbeit für Papa

Arbeitslosigkeit ist ein aktuelles und äußerst brisantes Thema. Immer wieder füllen Hiobsbotschaften großer Konzerne, die Stellen abbauen, die Schlagzeilen. Viele der in die Arbeitslosigkeit rutschenden Menschen haben Kinder, deren Leben durch einen solchen Schicksalsschlag erschüttert wird. "Suche Arbeit für Papa" befasst sich mit genau diesem Thema.

Oskars Vater ist seit einiger Zeit arbeitslos. Er war Autolackierer, doch nun ist er in seinem ehemaligen Betrieb überflüssig. Seit er arbeitslos ist, herrscht bei Oskar daheim immer schlechte Stimmung. Sein Vater ist frustriert und lässt seinen Unmut die ganze Familie spüren. Anstatt der Mutter im Haushalt zu helfen oder nach einer neuen Arbeitsstelle Ausschau zu halten, sitzt Oskars Vater nun nur noch vor dem Fernseher. Oskar wie auch seine Mutter und ältere Schwester leiden sehr unter den Launen und dem Unmut des Vaters. Da hat Oskar plötzlich eine Idee. Während der Mathestunde schreibt er auf einem Blatt Papier "Suche Arbeit für Papa" und was sein Papa so alles kann. Diesen Zettel hängt er am Baum vor seinem Haus auf. Als sein Vater kurz darauf diese Nachricht liest, ist er sehr wütend. Doch bevor er Oskar ausschimpfen kann, klingelt das Telefon. Der Nachbar hat Probleme mit seinem Auto und bittet Oskars Vater um Hilfe. Dieser ist dadurch so motiviert, dass er gleich am nächsten Tag zum Arbeitsamt geht, um nicht nur nach neuen Stellen zu suchen, sondern auch nach Weiterbildungsmaßnahmen.

Diese sehr ergreifende Geschichte über den plötzlichen Schicksalsschlag der Arbeitslosigkeit wird aus der Sicht eines achtjährigen Jungens erzählt. Er berichtet in der Ich-Form von der bedrückenden Situation zuhause, wie sein Vater immer mehr in Hoffnungslosigkeit versinkt und sich dadurch mehr und mehr gehen lässt. Einzelne Stellen werden dabei wiederholt, wie etwa die schlechte Laune des Vaters, doch zeigt die Autorin durch dieses stilistische Mittel sehr deutlich den Kummer des Kindes und wie ihn die gespannte Situation belastet. Anders als sein Vater verliert Oskar jedoch nicht den Mut und schreibt eine Annonce für seinen Vater. Als diese dann auch noch zum erwünschten Erfolg führt, ist nicht nur Oskar glücklich, sondern auch sein Vater.
Mit diesem Bilderbuch gelingt es der Autorin, nicht nur die Gefühle eines Kindes zu vermitteln, dessen Eltern arbeitslos sind, sondern auch gleichzeitig, dass eine Familie in schweren Zeiten zusammenhalten muss. Denn ohne die Unterstützung Oskars hätte sein Vater wohl kaum neuen Mut gefasst.
Die Sprache des Buches ist sehr einfach und kindgerecht. Durch die Ich-Perspektive kann sie sehr gut die Gefühle und Stimmung des Jungen Oskar ausdrücken. Gleichzeitig erlebt der Leser die schwere Familiensituation auch sehr nah mit, fühlt sich fast wie ein Teil der Familie. Wie zuvor erwähnt, wiederholt sich die Autorin an der einen oder anderen Stelle, jedoch unterstreicht sie dadurch eher die beklemmende Situation, in der die Familie steckt.
Die Texte sind von Monika Maslowska großflächig illustriert. Die Figuren sind comicähnlich dargestellt. Der Grundton der Farben ist immer braun, wodurch die schwere Situation der Familie auch in den Bildern sehr gut rübergebracht wird.

"Suche Arbeit für Papa" ist ein sehr bewegendes und ergreifendes Kinderbuch. Dieses erzählt nicht nur die traurige Geschichte einer Familie, dessen Vater arbeitslos ist, sondern vermittelt auch gleichzeitig, dass in schweren Zeiten eine Familie zusammenhalten muss. Allerdings stellt sich am Ende die Frage, ob dieses Thema für ein Bilderbuch geeignet ist.

Details

Bewertung

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