Kleine Prinzessinnen

Prinzessin Anastasia

von Katie Chase
Rezension von Janett Cernohuby | 24. Januar 2009

Prinzessin Anastasia

Anastasia - ein Name, um den sich viele Legenden ranken. Sie war die vierte Tochter des letzten Zarenpaares. Nach der grausamen Ermordung der Zarenfamilie 1918 entstand die Legende, dass Anastasia das Attentat überlebt habe. Doch 2007 wurde diese Legende endgültig begraben, als ein Archäologenteam die Leichen der Zarenfamilie fand. Trotzdem ist sie noch immer Stoff vieler Geschichten und Bücher. So wurde sie auch von der englischen Autorin Katie Chase behandelt, die ihren fünften Band der Reihe "Kleinen Prinzessinnen" der Zarentochter "Prinzessin Anastasia" widmete.

Es ist kurz vor Weihnachten und Rosie hilft ihren Eltern beim putzen des Schlosses. Zum Fest erwarten sie ganz besondere Gäste und da muss das Schloss tipptopp aussehen. Während des Staubwischens im Speisesaal fällt Rosies Blick auf eine Matroschka, eine russische Puppe. Diese können in der Mitte geöffnet und eine kleinere Puppe hervorgeholt werden. Genau dies macht nun auch Rosie. Sechs Puppen sind es insgesamt, die sie nun vor sich stehen hat. König, Königin, ein Zauberer, ein Soldat, ein Prinz und - ja kann es sein? - eine kleine Prinzessin. Ob es sich dabei wohl um jene handelt, die ihre Großtante Rosamund erwähnte? Rosie macht einen Knicks und sagt "Hallo", als sie von einem ihr mittlerweile vertrauten Strudel erfasst wird. Dieser bringt sie in das verschneite Russland, wo sie die Prinzessin Anastasia trifft. Diese erzählt Rosie, dass ihre ganze Familie von der bösen Hexe Baba Jaga in Eis verwandelt wurde. Nur Anastasia wurde verschont, damit diese um ihre Familie trauern und vor allem weinen sollte. Die böse Hexe brauche nämlich die Tränen der Mädchen, um ihre Jugend und Schönheit wiederzuerlangen. Doch es gibt eine Möglichkeit, den Bann von der Zarenfamilie abzuwenden. Wenn es Anastasia schafft, der Hexe Baba Jaga zwei völlig identische Schneeflocken zu zeigen, wird ihre Familie erlöst. Doch das scheint unmöglich, da jede Schneeflocke anders aussieht. Zum Glück hat Rosie eine Idee, wie man die böse Hexe überlisten könnte.

Wer bietet besseren Stoff für Märchen, als die russische Prinzessin Anastasia? Schon ihr Name klingt geheimnisvoll. Daher bedient sich ihrer auch die Schriftstellerin Katie Chase und bindet sie in ihre Jungmädchenbuchreihe ein. Allerdings schildert sie keineswegs das Attentat auf die Zarenfamilie und eine mögliche Flucht Anastasias. Vielmehr verpackt sie ihre Geschichte in eine winterliche Atmosphäre. Sie verwandelt das Attentat in einen Zauberbann und lässt die Familie zu Eis erstarren. Damit es am Ende einen glücklichen Ausgang gibt, kann dieser Bann aber abgewandt werden, was Rosie durch eine List auch gelingt. Natürlich darf in einer Geschichte über das winterliche und geheimnisvolle Russland auch keinesfalls die böse Hexe Baba Jaga fehlen. Auf diese treffen die Leserinnen hier ebenfalls, wenn auch ihr Hexenhaus in der vorliegenden Geschichte nicht mehr auf Hühnerbeinen steht.
Ansonsten ähnelt der Inhalt des Buches in seinem Aufbau sehr jenen seiner Vorgänger. Die Erzählung beginnt mit einer kurzen Einleitung, in der Rosie zuhause in ihrem Schloss ist und durch einen Zufall eine weitere kleine Prinzessin findet. Dann geht es auch schon hinein in die fremde Welt und das große Abenteuer. Anders beim fünften Abenteuer ist jedoch der Umfang. Die Geschichte ist länger als ihre Vorgängerbände, wodurch sie weitaus spannender geworden ist. Eine positive Veränderung, da die Reihe dadurch spannender geworden ist.
Ebenso hat sich der Titel des Bandes gegenüber seinen Vorgänger verändert. Trägt er nun den Namen der handelnden Prinzessin, erhielten ältere Bücher doch Titel, welche auf Elemente der Handlung hinwiesen.
Auch das Layout hat sich verändert. Das Buch ist kleiner als seine Vorgänger und besitzt zudem einen metallisch glänzenden grünen Einband. Dieser Stilbruch tut zwar der Qualität der Geschichte keinen Abbruch, jedoch werden Sammler sich über die unterschiedlichen Formate im Bücherregal sicherlich ärgern.
Dies ist jedoch die einzige graphische Veränderung. Der Text ist immer noch mit großen Buchstaben gedruckt und zahlreichen Schwarz-Weiß-Illustrationen versehen.
Auch wenn dieser Band reichliche optische und auch einige inhaltliche Neuerungen mit sich bringt, ist der fünfte Band "Prinzessin Anastasia" eine gelungene Fortsetzung der Reihe "Kleine Prinzessinnen". Trotz neuem Layout hat sich an der Qualität der Erzählung nichts verändert. Im Gegenteil; die Geschichte ist spannender und fesselnder geworden, was Fans auf jeden Fall begeistern wird.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
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