Lea und die Pferde

Pferdefrühling

von Christiane Gohl
Rezension von Janett Cernohuby | 27. Januar 2009

Pferdefrühling

Für viele Menschen ist der Frühling die schönste Zeit im Jahr. Der kalte Winter ist vorbei und die Natur erblüht zu neuem Leben. So sehen auch viele Menschen in dieser Jahreszeit die Chance, ebenfalls Neues zu beginnen oder ihr Leben grundlegend zu ändern. "Pferdefrühling" ist der vielversprechende Name des zweiten Bandes der Reihe "Lea und die Pferde". Was hält dieser Frühling wohl für die junge Reiterin bereit?

Noch immer sind Lea und ihre Mutter auf der Suche nach einem Reitstall, in dem so locker und ungezwungen ihrem neuen Hobby nachgehen können und in dem auch an das Wohl der Tiere gedacht wird. Doch alle Anlagen, die den beiden Frauen zusagen, erwarten, dass die Reiter ihr eigenes Pferd besitzen. Leas Mutter ist jedoch noch nicht bereit, mehrere tausend Euros in dieses Hobby zu investieren. Im Supermarkt wird zufällig auf einen Reitclub für Islandpferde aufmerksam. Eine Reiterin lädt die beiden auch gleich zu dem am kommenden Wochenende stattfindenden Reiterclubfest ein.
Zu diesem Zeitpunkt kommt ein neues Mädchen in Leas Schulklasse. Wie sich herausstellt ist Svenja ebenfalls eine Pferdenärrin und besitzt ihr eigenes Pony - ein Islandpferd. Auch sie wird am Wochenende bei der Veranstaltung zugegen sein. Sie ist noch auf der Suche nach einem passenden Reitstall für sie und ihre Stute. Doch die Veranstaltung in diesem Pferdeclub wird für Svenja zu einem Desaster. Sie stößt wenig auf Akzeptanz bei den Islandpferde-Freunden, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie nicht gewillt ist, ihr Pferd so zu schikanieren, wie diese es mit ihren eigenen tun.
Auch Lea und ihre Mutter merken bald, dass sie sich auf diesem Reithof ebenfalls nicht wohl fühlen. Wenn es nach Lea ginge, würde sie sowieso am liebsten Joker kaufen. Doch dieser ist für sie einfach unerschwinglich. Doch dann eröffnet sich ihr eine Chance, auf andere Art an ihr Traumpferd zu gelangen.

Wem am ersten Band der lustige Schreibstil sowie die sarkastischen und humorvollen Bemerkungen der Protagonistin gefielen, der wird auch im zweiten Band nicht enttäuscht werden. Die Autorin bleibt ihrem bisherigen Stil treu und so treffen die Leser alt bekannte Gesichter wieder. Noch immer ist Lea begeistert vom Reiten und besonders von dem Dressurpferd Joker. Es ist ihr größter Wunsch, diesen zu besitzen. Doch sie weiß, dass dies wohl nur ein Traum bleiben will. Der Leser bemerkt in Lea eine Veränderung. Auch wenn sie noch immer nicht wie die andern "Pferdemädchen" werden möchte - darauf warten, dass ihr jemand die Erlaubnis zum Ausmisten einer Box gibt - hat sie ihre Einstellung doch sehr geändert und sie ist nicht mehr so oberflächlich. Immer öfter ertappt sich Lea dabei, wie sie sich genauso darüber freut, für Jokers Besitzer die niederen Putzarbeiten zu verrichten und ihren Liebling so sehen zu können.
Daneben lernt Lea eine neue Mitschülerin und Freundin kennen. Svenja ist ebenfalls eine Pferdenärrin, doch ist sie immer sehr darum besorgt, dass es ihrem Pferd gut geht und dieses nicht unter den Macken und falschen Behandlungen der Menschen leiden muss. So kommt es auch, dass sie auf dem Gestüt für Islandpferde alles andere als willkommen ist. Sie nimmt dies aber relativ gelassen und cool hin und bleibt ihrer eigenen Linie treu.
Beim Lesen fällt auf, dass die Autorin, genau wie die Protagonistin, kein Freund der typischen "Pferdemädchen" zu sein scheint. So lässt sie ihre Handlungsfiguren nicht treudoof den arroganten Pferdebesitzern nachlaufen und für sie niedere Arbeiten machen. Sie gibt ihren Mädchen eine gesunde Portion Stolz, wodurch sie für den Leser gleich viel interessanter und sympathischer werden. Auch sonst unterscheidet sich das Buch stark von anderen Pferdebüchern für junge Leserinnen. Hier geht es nicht nur um das Reiten, ums Ausmisten von Ställen und der tägliche Besuch dort. Hier geht es auch darum, wie Pferde mitunter unter den Macken und Allüren ihrer Besitzer leiden. Das verleiht dieser Reihe einen neues und erfrischend anderes Gesicht.

"Pferdefrühling" ist somit ein hervorragender zweiter Band der Reihe "Lea und die Pferde". Leserinnen die schon mit großer Begeisterung den ersten Teil verfolgten, werden hier wieder ganz auf ihre Kosten kommen. Da bleibt am Ende nur zu hoffen, dass es bald mehr von der Autorin gibt und dass wir erfahren werden, wie es mit Lea und Joker weitergeht.

Details

  • Autor/-in:
  • Band:
    2
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    02/2008
  • Umfang:
    160 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    11 Jahre
  • ISBN 13:
    9783414821331
  • Preis:
    9,9 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gefühl:
    Keine Bewertung

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