Die wilde Lilly

Lilly live on Stage

von Franziska Gehm
Rezension von Janett Cernohuby | 24. Januar 2009

Lilly live on Stage

Zicken können ganz unterschiedlich sein. Da gibt es jene (echt oder gefärbt) blonden Mädchen, die stets modisch gekleidet sind und auch mit Make-up nicht sparen und jene, die auf den ersten Blick eher quirlig und flippig aussehen und bei hinter deren Äußeren man eigentlich einen ganz sympathischen Charakter vermutet. Doch manchmal können beide Typen sich doch sehr ähnlich sein, obwohl sie äußerlich so unterschiedlich wirken. Wie beispielsweise Lilly und ihre Erzfeindin Lacktrulla Evelyn.

Die Schule, die beide Mädchen besuchen, veranstaltet einen Wettbewerb an dem der School Star gewählt werden soll. Natürlich möchte an diesem auch Lilly teilnehmen. Zusammen mit ihrer Freundin Senta überlegt sie, wie sie den Auftritt gestalten könnte. Vielleicht, wenn eine von ihnen ein Instrument spielen könnte während die andere singt? Senta ist sofort begeistert und bekommt auch prompt Gitarrenunterricht von Lillys größerem Bruder. Doch nur mit Gesang und Bassgitarre wirkt die Band sehr mager, also fragen die Mädchen in der Schule rum, wer noch mitmachen will. Und tatsächlich erklären sich Moritz und Ötzi sofort bereit. Moritz ist ein Genie am Computer und zaubert die coolsten Sounds, während Ötzi die Band mit seinem Akkordeon unterstützt. Doch auch Lillys Erzfeindin Evelyn mit ihren Klon-Freundinnen wollen an dem Auftritt teilnehmen. So entsteht bereits während den Proben ein Streit zwischen den beiden Bands. Als Lilly herausfindet, dass Moritz heimlich in Evelyns Band mitspielt, ist sie nicht nur zutiefst gekränkt, sondern auch kurz davor, alles hinzuschmeißen. Zum Glück wissen Senta und Ötzi die Situation zu retten und machen Lilly einen verrückten Vorschlag: Sie wollen die beiden Bands zu einer zusammenlegen und so gemeinsam School Star werden. Lilly willigt ein, doch bald schon bahnt sich noch größerer Ärger mit Lacktrulla Evelyn an.

„Lilly live on stage“ wirft schon schnell beim Leser die Frage auf, wer denn nun eigentlich die eingebildete Zicke ist. Nicht nur die aufgestylte Evelyn weiß Gift zu verspritzen, auch Lilly hebt völlig ab und wird immer arroganter. Sie sieht sich von Anfang an als Bandleaderin und kommandiert ihre Freunde dementsprechend hin und her. Diese haben ein ganz schön dickes Fell und ertragen die Launen der Protagonistin tapfer. Zwar kommt es zwischen Senta und Lilly mehr als einmal zum großen Krach, doch die Mädchen finden immer wieder zusammen. Das bedeutet aber keinesfalls, dass Lilly durch ihre Fehler lernt. Bis zum Schluss bleibt sie eine ziemlich herrschsüchtige Persönlichkeit, schwebt quasi in den Wolken und erst kurz vor dem Wettbewerb ist sie gewillt, einzulenken. So fragt man sich während des Lesens mehr als einmal, was denn aus dem quirligen, lustigen Mädchen aus Band eins geworden ist. „Lilly live on stage“ offenbart ein völlig neues Gesicht der Protagonistin. Fast ist der Leser versucht, ihre Erzfeindin Evelyn sympathischer zu finden. Mit den anderen Charakteren leidet man einfach nur mit. Man beobachtet, wie geduldig sie mit ihrer Freundin umgehen und hat so manches Mal Respekt für sie. Stets versuchen sie, die Band zusammenzuhalten, auch wenn sie dabei manchmal etwas über das Ziel hinausschießen. Ihre Fehler jedoch sind sie bereit zuzugeben - anders als ihre Bandleaderin. So hofft man als Leser eigentlich, dass im dritten Band Lilly wieder auf den Boden zurückkommt und das heitere und <i>wilde</i> Mädchen wird, was wir aus Band eins kennen.

Zusammengefasst ist „Lilly live on stage“ zwar ein schöner Fortsetzungsband der Serie „Die wilde Lilly“, jedoch legt die Protagonistin einen derartig unsympathischen Charakterzug an den Tag, dass man sie fast nicht mehr wiedererkennt. Dabei bleibt der Lesespaß ein wenig auf der Strecke, hat man doch bei weitem nicht mehr so viel zu lachen wie im Vorgängerband. Trotzdem hofft man, dass sich im dritten Band alles ändert und Lilly einfach nur der Ruhm zu Kopf gestiegen ist.

Details

  • Autor/-in:
  • Band:
    2
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    07/2005
  • Umfang:
    136 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    11 Jahre
  • ISBN 13:
    9783505121173
  • Preis:
    7,9 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Humor:
  • Gefühl:
    Keine Bewertung
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