Komm, wir halten zusammen!

Antolin Quiz
von Julia Volmert, Susanne Szesny
Rezension von Janett Cernohuby | 16. August 2013

Komm, wir halten zusammen!

Streiten und wieder Vertragen. Das eine ist leicht, das andere schwer. Besonders schwer wird letzteres jedoch dann, wenn Missverständnisse und Vorurteile einem Streit zugrunde liegen, die über lange Zeit jene gepflegt werden. Ein schwieriges Thema, schon für uns Erwachsene - doch wie erklärt man dies Kindern? Ein Bilderbuch aus dem Hause albarello kann hier eine Hilfe sein. Julia Volmert und Susanne Szesny haben einmal mehr zusammengearbeitet und "Komm, wir halten zusammen! oder Wie die Piratenkinder den Streit beendeten" herausgebracht, welches wir uns einmal genauer ansehen wollten.

Tom ist ein Piratenkind und lebt auf der Kokosnussinsel, weit draußen im Meer.
Max ist auch ein Piratenkind, aber er lebt auf der Felseninsel, ebenfalls weit draußen im Meer. Beide Inseln liegen einander gegenüber und eigentlich könnten Tom und Max Freunde sein und zusammen spielen. Leider nur eigentlich. Denn seitdem die Kinder denken können, leben die Piraten beider Inseln im Streit miteinander. Das war jedoch nicht immer so. Früher waren die Piraten beider Inseln befreundet. Man besuchte sich gegenseitig und feierte zusammen Feste. Es gab ein Piratenboot, mit dem man von einer Insel zur anderen fahren konnte. Doch irgendwann war das Boot weg. Die Piraten hatten es gestohlen. Welche Piraten? Die Felsenpiraten glauben, dass es die Kokospiraten waren und diese wiederum beschuldigen die Felsenpiraten. So kam es, dass beide Jungs als Feinde aufwuchsen. Eines Tages jedoch gerät Tom in Seenot und wird in letzter Sekunde von Max gerettet. Nicht lange, und beide Piratenjungen werden Freunde. Während ihrem gemeinsamen Spiel am Strand stoßen sie dabei auf etwas Seltsames. Unter dem Sand liegt etwas begraben. Ein Schatz? Nein, es ist das Piratenboot! Plötzlich wird den beiden Jungen klar, dass keiner der anderen das Boot gestohlen hat und, dass ihr Streit lediglich auf einem großen Missverständnis beruht.

Manchmal braucht es einen Streit, damit man einmal seinem Ärger Luft machen kann. Doch jedem Streit sollte eine Versöhnung folgen. Etwas schwieriger wird es jedoch dann, wenn man sich gegenseitig beschuldigt, etwas getan zu haben. Stellt man diese Beschuldigung ohne Beweise auf und hört dem anderen zudem auch nicht zu, kann das Missverständnis sich bald zu einem handfesten Vorurteil ausweiten, welches über lange Zeit bestehen bleibt. Man ist wütend auf den anderen, man geht sich aus dem Weg und zerstört so grundlos eine Freundschaft. Diese Erfahrung müssen auch die beiden Piratenkinder machen. Erst durch ihren Zusammenhalt und das Nachforschen gelingt es ihnen, die Irrtümer zu beseitigen und eine neue Freundschaft zu schließen.
Auf kindliche, leicht verständliche und vor allem spielerische Art zeigt die Autorin Julia Volmert, welches Ausmaß falsche Anschuldigungen annehmen können. Sie zeigt aber auch gleichzeitig, dass diese durch das Reden miteinander aus der Welt geschafft werden können - sogar noch langte Zeit später. Natürlich ist es im wahren Leben nicht immer so leicht, dennoch können Kinder aus der Geschichte viel lernen und mitnehmen.
Unterstützt wird die Geschichte noch durch schöne Zeichnungen der Illustratorin Susanne Szesny. Wie zahlreiche andere Bilderbücher, hat sie auch dieses mit stimmungsvollen und aussagekräftigen Bildern vervollständigt. Sie untermalen die Erzählung und runden den Gesamteindruck ab.

Zusammengefasst ist "Komm, wir halten zusammen!" ein sehr schönes und gelungenes Kinderbuch. Auf kindliche und einfühlsame Weise schildert die Autorin, was geschehen kann, wenn man Missverständnisse nicht aufklärt, wenn man seinem Gegenüber nicht zuhört und vor allem, wenn man nach einem Streit nicht zu einem klärenden Gespräch bereit ist. Das Buch regt zum Nachdenken an und hilft Kindern mit dem Thema Streit umzugehen. Man kann das Werk nicht nur Familien mit Geschwisterkindern empfehlen, sondern allen Eltern.

Details

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
    Keine Bewertung
  • Gefühl:
    Keine Bewertung

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