Der geheime Garten

Antolin Quiz
von Frances H. Burnett, Mariachiara Di Giorgio (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 08. September 2019

Der geheime Garten

Manche literarischen Vorlagen eignen sich besonders gut dazu, sie in anderer Form aufzubereiten. Dabei gibt es unterschiedliche Medien, in denen sie neu erscheinen können. Ob als Film, als Hörbuch, als Graphic Novel oder eben als illustriertes Kinderbuch. So auch der Klassiker „Der geheime Garten“ von Frances Hodgson Burnett, der im Verlag „White Star Kids“ bearbeitet und von Mariachiara Di Giorgio illustriert, neu erschienen ist.

Das Leben ist in der Lage, harte Schläge auszuteilen. Mary Lennox, die in Britisch-Indien aufwächst, verliert Schlag auf Schlag ihre gesamte Familie. Über einige Umwege gelangt sie schließlich zu ihrem Onkel nach England: Mr. Craven, der dort auf einem riesigen Anwesen wohnt und einen ähnlich negativen Charakter hat wie sie. Dort ist sie zuerst komplett überfordert. Denn den lockeren Umgang der Dienerschaft ist sie nicht gewohnt. Auch Gärten, Gärtner und Tieren ist sie bisher nicht begegnet. Da erfährt sie von einem geheimen Garten und ein Rotkehlchen, das ihr einen alten, verrosteten Schlüssel bringt, eröffnet ihr den Weg. Immer mehr lässt sie sich nun auf Pflanzen und Tiere ein und der Junge Dickon hilft ihr dabei, den lange vernachlässigten Garten wieder zum Leben zu erwecken. Doch die Überraschungen hören nicht auf, denn im großen Haus lebt auch noch Colin, der Sohn von Mr. Craven. Kränklich und schlecht gelaunt hat er das Haus noch so gut wie nie verlassen. Doch dank Mary und Dickon bekommt er erstmals Kontakt mit Tieren. Mit der Natur. Und irgendwann nehmen sie ihn sogar mit in den geheimen Garten. Den Garten, dessen Geheimnis und dessen Bedeutung letztendlich gelüftet werden…

Der geheime Garten

Großformatig ist definitiv das erste Attribut, das man der neu illustrierten Version des Buchs zugestehen kann. Die Illustrationen selbst sind sehr unterschiedlich, sowohl in ihrer Größe, als auch in ihrem Detailgrad. Manchmal gibt es gerade einmal einen Schattenriss, dann sehr zweidimensionale Seitenrisse, dann aber wieder verspielt, realistisch oder aquarellartig. Die Mischung ist definitiv gelungen und die Illustrationen ergänzen eine Geschichte, die natürlich ein wenig an andere literarische Kindergeschichten erinnert. Ein Mädchen aus der Stadt, das die Liebe zur Natur kennenlernt und dabei sogar ein anderes, krankes Kind dazu bringt, die heilsame Wirkung derselben anzunehmen und letztendlich sogar gehen zu lernen, klingt durchaus bekannt. Unabhängig davon ist die Geschichte berührend und zeigt dabei gleichzeitig auch die tiefe Liebe der Autorin Frances Hodgson Burnett, die sich gerade in ihren späten Jahren der Gärtnerei zuwandte. Wer das Werk aus der Feder der Autorin von „Der kleine Lord“ noch nicht kennt, macht mit der neu interpretierten und von Mariachiara Di Giorgio illustrierten Variante sicher keinen Fehler.

Der geheime Garten

Mache Werke eignen sich besser als andere dazu, illustrierte Versionen zu veröffentlichen. „Der Geheime Garten von Frances Hodgson Burnett gehört definitiv zu diesen. Mariachiara Di Giorgio beweist, dass vielseitige, manchmal große, manchmal kleine Illustrationen in unterschiedlichem Stil und Detailgrad, aus der Handlung um ein Mädchen, einen kranken Jungen und ein verbotenes Stück Grünland noch einiges mehr herausholen können. Ein Buch, das man ohne Bedenken Groß und Klein empfehlen kann.

Details

Bewertung

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