Das kleine Gespenst

Das kleine Gespenst: Tohuwabohu auf Burg Eulenstein

Antolin Quiz
von Otfried Preußler, Daniel Napp (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 30. März 2016

Das kleine Gespenst: Tohuwabohu auf Burg Eulenstein

Eines der bekanntesten Werke des erfolgreichen Kinderbuchautors Otfried Preußler ist "Das kleine Gespenst". Mittlerweile feiert es seinen 50. Jahrestag, was Grund genug für ein neues Abenteuer ist. Dieses kommt als Bilderbuch zu seinen Lesern und trägt den Titel "Tohwabohu auf Burg Eulenstein".

Nacht für Nacht erwacht das kleine Gespenst pünktlich zur Geisterstunde. Dann kommt es aus seiner Kiste und fliegt durch die Burg, wobei ihm seine dreizehn Schlüssel jede Tür öffnen. Doch in dieser Nacht ist etwas andes. Der Uhu Schuhu erzählt, dass am Tag ein riesiger Radau auf der Burg herrschte. Das Burgmuseum wurde neu eingeräumt. Sofort will das kleine Gespenst losfliegen und nachschauen, was es dort Neues gibt. Dabei nimmt es nicht nur alles genau unter die Lupe und räumt dabei auch gleich noch etwas um. Eine goldene Taschenuhr wandert in den Nachttopf und die Münzen sowie Siegelringe landen in die Suppenschüssel. Sehr zum Missfallen von Burgverwalter Finsterwalder. Der beschließt sich auf die Lauer zu legen und das kleine Gespenst zu fangen.

Seit nunmehr 50 Jahre geistert das kleine Gespenst durch Burg Eulenstein und zahlreiche Kinderzimmer. Das ist Grund genug, ihm erstmalig auch ein Bilderbuch zu widmen. Die Geschichte hierfür basiert natürlich auf den Ideen von Otfried Preußler, wurde aber von seiner Tochter Susanne Preußler-Bitsch nacherzählt. Auch sie trifft den naiven-charmanten Tonfall, mit dem schon Otfried Preußler seine jungen Leser für sich gewann. Poetisch und stimmungsvoll erzählt auch seine Tochter von dem kleinen Nachtgespenst, wenn es in der Geisterstunde durch die Burg spukt und Schabernack treibt.
Allmählich baut sich die Handlung auf. Zunächst wird Kindern erst einmal das kleine Gespenst vorgestellt, wie es aussieht und was es Nacht für Nacht im Schloss macht. Erst dann wird mit dem eigentlichen Abenteuer begonnen. Und was das für ein Abenteuer ist! Voller gespenstischem Schabernack und schelmischen Streichen fliegt das Gespenst durch Schloss und Handlung und bringt dabei so manches durcheinander. Natürlich bleibt das nicht lange unbemerkt und so geht der Burgverwalter auf Geisterjagd. An dieser Stelle kippt das Buch qualitativ ein wenig. Es scheint, die Autorin hätte gemerkt, dass nicht mehr viel Raum für die Handlung da ist. Die Handlung wird überstürzt und abrupt beendet, was ihr ein wenig den Zauber nimmt, dem diesem Bilderbuch sonst innewohnt. Aber eben nur ein wenig, denn letztendlich kann es dennoch mit seinem kindgerechten Stil, der zeitlosen Erzählung und dem liebenswerten, neugierigen und wissensdurstigen Gespenst überzeugen.
Die Illustrationen stammen von Daniel Napp. Er hat bereits andere Bilderbuch-Adaptionen von Otfried Preußler gezeichnet und zeigt auch bei diesem wieder sein Können. Die Bilder sind ebenso charmant und zauberhaft, wie die eigentliche Geschichte. Stimmungsvoll, aber niemals schaurig erzählen sie auf ihre Art das Abenteuer nach und begeistern Kinder wie Eltern gleichermaßen.

"Das kleine Gespenst: Tohuwabohu auf Burg Eulenstein" ist ein tolles neues Abenteuer eines alten Kinderbuchhelden. Susanne Preußler-Bitsch führt, bis auf eine kleine Schwachstelle, die Geschichten wunderbar weiter. Nichts gibt dem Leser das Gefühl, hier etwas anderes als ein Werk von Otfried Preußler vorliegen zu haben. Trotz seines etwas schwachen Endes ist es ein tolles Bilderbuch, das wir nicht nur allen Ottfried Preußler Fans empfehlen können.

Details

Bewertung

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