Keine Angst im Dunkeln!

von Annette Langen, Roberta Angaramo
Rezension von Janett Cernohuby | 21. Februar 2009

Keine Angst im Dunkeln!

Viele Eltern kennen das Problem: Wenn es abends darum geht, ins Bett zu gehen und das Licht auszumachen, fallen den Kindern noch tausend Sachen ein. Sie haben plötzlich Durst oder Hunger, müssen auf die Toilette, hören eigenartige Geräusche und, und, und. Wenn es darum geht, Ausreden zu erfinden, warum das Licht noch etwas länger eingeschalten bleiben soll, sind die Kleinen große Meister. Doch oftmals verbirgt sich hinter diesen Ausflüchten nur eines: Sie haben Angst vor der Dunkelheit. Hier ist es für die Eltern wenig hilfreich, mit weisen Worten und gutgemeinten Ratschlägen zu kommen. Denn diese Angst ist etwas ganz verständliches und auch Eltern haben sie als Kind empfunden. Viel hilfreicher ist es, ihnen mit aufmunternden Gute-Nacht-Geschichten diese Angst zu nehmen. Eine entsprechende Auswahl bieten die Autorinnen Annette Langen und Roberta Angaramo mit ihrem Kinderbuch "Keine Angst im Dunkeln".

Dieses bietet eine bunte Mischung an Geschichten und Gedichten. "Wenn die böse Hexe kommt" macht dabei den Auftakt und erzählt davon, wie Mutter und Vater ihr Kind beschützen, wenn abends eine böse Hexe zum Fenster hereinkommt. Diese wird dann nämlich vertrieben - und zwar nicht nur von den Eltern. Auch Nachbarn und Polizei helfen dabei. Weiter geht es dann mit dem "Zauberspruch gegen böse Träume" von Michael Ende. "Wer sagt den Sternen Gute Nacht?" erzählt stimmungsvoll davon, wie die kleinen Sterne zu Bett gehen und der Küss-Mond sie zudeckt. "Weg mit der Angst" ist wiederum ein Gedicht, bei dem Kinder und Eltern jedoch kleine Gesten und Bewegungen mitmachen müssen. Daran schließt die Erzählung "Wie fängt man Gespenster", in welcher die Nachbarin den Geschwistern Mia und Nico davon erzählt, wie vor vielen Jahren ein mutiger Junge die Geister aus dem Schloss vertrieb.
Hieran folgt, anstelle eines Gedichts ein Lied über Geister, welches zur Melodie "Die Affen rasen durch den Wald" gesungen werden muss. Wieder ruhiger geht es dann in der Erzählung "Ein Engel für Jule" zu. In diesem erzählt die Großmutter ihrer Enkelin von den Engeln, die einen abends zu Bett bringen.
"Alle meine Kuscheltiere" ist wieder ein kurzes Gedicht zum Einschlafen.
"Warum die Farben schlafen" ist eine lustige Erzählung eines kleinen Jungen darüber, warum es Nacht wird. Denn dann sind auch die Farben müde und wollen sich ausruhen. Hieran folgt noch einmal ein Gedicht, welches durch Bewegungen aufgesagt wird. Die letzte Erzählung ist dann "Pippos Bericht", die Schilderung eines kleinen Hundes, wie er mit seinen Zweibeinern den Tag erlebt.

In den Geschichten des vorliegenden Bilderbuches geht es nicht um Erlebnisse oder Abenteuer kleiner Fabelwesen und Tiere. Stattdessen werden alltägliche Situationen geschildert, wie Kinder zu Bett gehen und von ihren Eltern oder Großeltern noch eine kurze Gute-Nacht-Geschichte erzählt bekommen. Dabei handelt es sich immer um Themen, die entweder Episoden des Alltags wiedergeben oder mit der Nacht und dem Zubettgehen verbunden sind. Einer Geschichte folgt immer ein Gedicht, welches oftmals auch durch Bewegungen des Vortragenden begleitet wird. Hier braucht man jedoch etwas Fantasie, um zu verstehen, was die Autorinnen genau meinen.
Insgesamt sind die Geschichten und Gedichte sehr nett und ihre Absicht sicherlich gut gemeint. Jedoch können sie nur wenig überzeugen. Die Erzählungen wirken zu aufgesetzt und erzwungen. Es fehlt ihnen das Lebendige, jener Funken, der aus einer bloßen Erzählung etwas Lebendiges werden lässt. Dies spiegelt sich auch in den Bildern wider, die durchaus liebevoll und kindgerecht gezeichnet sind, aber nicht vollends überzeugen können.
Auf der Vorsatzseite des Buches sowie in einem zusätzlich beigelegten Flyer gibt es noch einmal zwei unterschiedliche Texte zum Thema Angst im Dunkeln und Zubettgehen. Diese sensibilisieren die Eltern für die Matiere, erinnern sie daran, dass auch sie einmal Kinder gewesen sind, die Angst vor der Dunkelheit hatten.

Trotzdem bleibt "Keine Angst im Dunkel" ein Kinderbuch, welches gerade einmal als durchschnittlich bezeichnet werden kann. Die Geschichten wirken einfach zu erzwungen, als dass sie Kinder sanft in den Schlaf übergleiten lassen könnten. Das ist schade, da die Absicht der beiden Autorinnen, den Kindern die Angst vor der Dunkelheit zu nehmen, gut gemeint war.

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