Jules Kuscheltierheim

Antolin Quiz
von Andrea Hebrock, Angela Sinne
Rezension von Janett Cernohuby | 24. Juni 2012

Jules Kuscheltierheim

Wer Kinder hat weiß, wie schwer es ist, mit ihnen durch ein Spielzeuggeschäft oder Spielzeugabteilung in einem Kaufhaus zu gehen. Egal wie voll die heimische Spielzeugkiste ist, sie finden immer etwas, was sie noch nicht haben und haben müssen. Der Versuch der Eltern, Platz im Kinderzimmer zu schaffen, ist oftmals schwer. Denn plötzlich wird ausrangiertes Spielzeug wieder interessant und Kind will damit auf jeden Fall noch spielen. Etwas anders, aber dennoch ähnlich, verhält es sich bei der Heldin des uns vorliegenden Kinderbuches "Jules Kuscheltierheim" von Angela Sinne und Andrea Hebrock.

Jule hat ein Herz für Kuscheltiere. Besonders für jene, die niemand mehr möchte. Sobald sie auf der Straße, im Park oder auf dem Spielplatz ein ausgesetztes oder gar weggeworfenes Kuscheltier findet, nimmt sie es mit zu sich heim und gibt diesem ein neues Zuhause. Dort wird es gewaschen und genäht und erhält einen Platz in Jules Kinderzimmer. Dass dieses mittlerweile aus allen Nähten platzt, ist nicht verwunderlich. Doch was soll Jule tun? Sie kann einfach nicht an einem hilfsbedürftigen Kuscheltier vorbei gehen. Als eines Tages in der Zeitung ein Inserat eines Tierheimes steht, hat Jules Mutter eine Idee: Jule soll ein Kuscheltierheim eröffnen und anderen Kinder die Stofftiere vermitteln. Anfangs ist Jule gar nicht begeistert von der Idee, doch als sie sieht, wie sich die anderen Kinder über die geschenkten Kuscheltiere freuen, macht es dem Mädchen plötzlich riesigen Spaß.

"Jules Kuscheltierhiem" ist die herzige, rührende und lustige Geschichte eines kleinen Mädchens, das ein großes Herz und noch viel mehr Mitgefühl für die Not anderer hat. Dies zeigt sich zu Beginn darin, dass sie jedem "ausgesetzten" Stofftier ein neues Zuhause gibt. Als sie sich später schweren Herzens dazu entschließt, ihre Tiere wegzugeben, tut sie auch dies mit Bedacht und Weitsicht: Nils hat seinen Plüschhund verloren und kann nun abends nicht mehr einschlafen - hat Jule nicht erst neulich einen bunten Hund gefunden? Und die schüchterne Sophie würde sich bestimmt über einen starken Begleiter wie einen Löwen freuen, während der freche Tim ein kleines Tier braucht, bei dem er lernt, vorsichtig zu ein. Es geht in der Erzählung also nicht nur darum, dass man nicht jedes Spielzeug - für das die Kuscheltiere stellvertretend stehen - haben kann, sondern auch, wie man sich von zu vielen Spielsachen trennt, ohne traurig darüber sein zu müssen. Denn irgendwo gibt es sicherlich jemanden, der sich genauso darüber freut und bei dem es nicht minder gut aufgehoben ist.
Hilfsbereitschaft ist ein weiteres Thema in der Geschichte. Diese begegnet den jungen Lesern anfänglich darin, dass Jule unbeliebten Stofftieren ein neues Zuhause gibt und später, indem sie ihre Freunde aus dem Kindergarten über Verlust oder Unsicherheit hinwegtröstet. Dafür verlangt sie keine Gegenleistung, denn die Freude der anderen genügt ihr.
Neben dieser liebenswerten Erzählung von Angela Sinne überzeugt auch die Aufmachung des Buchs. Liebevoll, kindgerecht und mit leuchtenden Farben illustrierte Andrea Hebrock großflächig die geschilderten Ereignisse und erzählt die Handlung auf ihre Weise nach. Zudem findet sich am Anfang der Geschichte eine ausklappbare Doppelseite, die sehr stimmungsvoll Jules Kinderzimmer mit all den darin wohnenden Kuscheltieren zeigt. Somit runden die Illustrationen die Geschichte stimmungsvoll ab.

Zusammengefasst ist "Jules Kuscheltierheim" von Angela Sinne und Andrea Hebrock ein wunderschönes, farbenfrohes und heiteres Kinderbuch, in welchem es um Hilfsbereitschaft aber auch Trennung geht. Kinder werden beim Betrachten, Vorlesen oder sogar selbst Lesen jede Menge Spaß und Freude haben, weswegen wir das Bilderbuch uneingeschränkt empfehlen können.

Details

Bewertung

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