Hui Buh das Schlossgespenst

von Dirk Ahner
Rezension von Janett Cernohuby | 26. Januar 2009

Hui Buh das Schlossgespenst

"Hui" und "Buh" sind vermutlich nicht wirkungsvollsten Lautkundgebungen, um damit eine Person zu Tode zu erschrecken. Ein Gespenst jedoch, der sowieso nicht ganz ernst zu nehmen ist, könnte es möglicherweise tatsächlich damit versuchen. Und da ein tollpatschiger Geist eine Rolle ist, die "Bully" Herbig geradezu auf den Leib geschneidert zu sein schien, erschien 2006 der Film "Hui Buh!". Dirk Ahner hat dazu den nahezu unvermeidlichen "Roman zum Film" geschrieben.

500 Jahren ist Hui Buh das einzig behördlich zugelassene Gespenst auf Schloss Burgeck. Diese zweifelhafte Ehre verdankt er jedoch einem etwas unrühmlichen Ereignis. Einst betrog Ritter Balduin beim Kartenspielen und ist seither dazu verdammt, als Gespenst durch die Gemäuer zu spuken. Seine Erfolgsquote, die Lebenden zu erschrecken, hält sich dabei stark in Grenzen, ist doch der derzeit einzige Sterbliche der alte Schlossverwalter. Doch das soll sich bald ändern, als König Julius der 111. nach Burgeck kommt. Hier möchte sich der junge Herrscher mit der schönen aber zickigen Gräfin Leonora zu Etepetete verloben. Hui Buh ist außer sich vor Wut und setzt nun alles daran, die lästigen Lebenden wieder loszuwerden. Mit dem Ergebnis, dass sich seine Spuklizenz in Rauch und Asche auflöst. Und damit fängt der Ärger erst richtig an: Denn wenn er es nicht schafft, seine Spuklizenz wiederzuerlangen, droht ihm die Seelensuppe - die ewige Geister-Verdammnis.

Die Handlung eines (fast) jeden Films erscheint auch in Papierform, sprich als Buch. Dies ist erst einmal nicht verkehrt, gibt es doch zahlreiche Streifen, deren Inhalte so anspruchsvoll sind, dass die Geschichte in Schriftform oft viel fesselnder ist, als der eigentliche Film. Doch dies ist nicht immer der Fall. Manche Handlungen bieten zu wenig Tiefe, um auch als Buch überzeugen zu können, wie es beispielsweise leider auch bei "Hui Buh das Schlossgespenst" der Fall ist. Zwar versucht das Buch, ähnlich wie der Film, die Lachmuskeln seines Publikums zu strapazieren, leider ist der Erfolg doch recht zweifelhaft. Zwar weichen Handlung und auch Dialoge nicht von der Filmvorlage ab, jedoch fehlen hier einfach die Schauspieler, die Stimmen, die Situationskomik und der optische Hintergrund, um den Ereignissen die erwünschte Prise Humor zu verpassen.
Die Sprache des Romans ist sehr einfach und wenig anspruchsvoll. Wahre Lesefreunde werden sich sehr bald stilistisch unterfordert fühlen. Kein Wunder, lebte doch der Film von seinen witzigen Figuren sowie der humoristischen Kulisse, welche die jeweilige Komik der Situation durch kleine Details unterstützte. Das alles fehlt dem Buch und die nüchtern weißen Seiten mit ihrer schwarzen Schrift schaffen keine Atmosphäre zum Lachen. Da helfen auch die Farbfotos mit Szenen aus dem Kinofilm nicht.

Zusammengefasst kann das Filmbuch "Hui Buh. Das Schlossgespenst" nur wenig überzeugen. Zwar erzählt es genau die Geschichte des Kinoerfolges wieder und bringt dabei keine überraschenden Änderungen ein, jedoch ist der Erzählstil eher anspruchslos und wird Lesebegeisterte schnell langweilen. Daher sollte man lieber nicht zu dieser Form des Mediums greifen, sondern sich die Geschichte des "schrecklichen" Gespenst von Schloss Burgeck in Filmform auf DVD zulegen.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    06/2006
  • Umfang:
    248 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    6 Jahre
  • ISBN 13:
    9783505122538
  • Preis:
    9,95 €

Bewertung

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