Hilfe, ich bin ein Alien!

von Jo Franklin
Rezension von Janett Cernohuby | 09. August 2014

Hilfe, ich bin ein Alien!

Auf unser Äußeres legen wir viel Wert. Kein Wunder, kann es doch Sympathie oder Antipathie bei einem Gegenüber hervorrufen. Zwar kann man auf vieles Einfluss nehmen, aber manche Merkmale sind naturgegeben und lassen sich nicht ohne weiteres kaschieren. Fühlt man sich dann unwohl in seiner eigenen Haut, reicht schon ein kleiner, unbedachter Kommentar des Gegenübers, um komplett verunsichert zu werden. Etwas Vergleichbares schafft auch die Schwester des Protagonisten aus Jo Franklins Kinderbuch "Hilfe, ich bin ein Alien!".

Daniel Kendal ist als zu groß geratener, schlaksiger und seltsamer Menschenjunge auf der Erde gestrandet. Zumindest wenn er seine nervige Schwester richtig verstanden hat. Denn diese eröffnet ihm eines Morgens, dass er gar kein richtiger Kendal sei; sondern dass seine Eltern ihn lediglich adoptiert hätten und er in Wirklichkeit von einem anderen Planeten stammt. Daniel ist schockiert, geht in sich, vergleicht sich mit dem Rest seine Familie und kommt zu dem Schluss, dass seine Schwester recht haben muss: er stammt von einem anderen Planeten. Von Kepler 22b, wie er dank seiner zwei menschlichen Freunde, dem Streber Gordon und dem Furzweltmeister Freddo herausfindet. Von nun an ist sein Auftrag klar. Er muss zurück nach Hause, zu seinem Alien-Volk. Doch wie? Zusammen mit seinen beiden Freunden entwickelt er einen raffinierten Plan...

Skurril, schräg, bekloppt und einfach nur genial - das ist das Kinderbuch "Hilfe, ich bin ein Alien!". Jo Franklin präsentieret hier ein Buch für Jungs ab zehn Jahren, dass selbst bei Erwachsenen zu so manch einem Lachkrampf führt. Etwa dann, wenn man die aberwitzigen Ideen der Jungs liest, wie sie darüber sinnieren Daniel zuerst mittels Kryonik-Verfahren in einen Eisblock zu verwandeln und dann von Russland aus in den Weltraum zu befördern. Russland deswegen, weil es mit dem Spaceshuttle-Projekt der USA vorbei ist und die Chinesen höchstens ein geheimes Programm haben, an dem man aber eben wegen jener Geheimhaltung nicht teilnehmen kann.
Und so jagt eine wahnwitzige, skurrile Situation die nächste, wobei die drei Freunde ihren Plan aber mit einem Todesernst verfolgen, der einfach köstlich ist. Ganz gleich, welche gesundheitlichen oder technischen Probleme sich ihnen dabei in den Weg stellen, sie gehen ihren Weg.
Und als Leser? Als Leser wird man von der Geschichte mitgerissen. Denn Jo Franklin schreibt in kurzweiliger, lockerer und flotter Sprache. Zusätzliche comicähnliche Illustrationen lockern das Ganze noch einmal mehr auf. Die Handlung schreitet rasch voran und man stolpert von einer witzigen Szene in die nächste. Auffallend ist dabei, dass hier zweifellos Nerds in den Vordergrund rücken. Nerds, die sonst zu den Außenseitern zählen. Sie zeigen, was in ihnen steckt, aber auch, wie sie mit der Ausgrenzung der anderen umgeht. Vor allem Daniel scheint sehr unter seinem schlaksigen Äußeren zu leiden. Von vielen Seiten wird er deswegen gemobbt und bei so mancher Person kann man daher nur den Kopf schütteln. Denn während Geschwister nun einmal gemein sind, müssen Lehrer durch ihr abfälliges Verhalten und durch Äußerungen nicht auch noch Schüler zum Mobbing ermuntern. Doch Daniel lernt - gestärkt durch seine Freunde - sich so zu akzeptieren, wie er ist. Eine wichtige Botschaft, die Autorin Jo Franklin an ihre Leser weitergibt.

"Hilfe, ich bin ein Alien!" ist zusammengefasst ein äußerst unterhaltsames und lustiges Kinderbuch. Mit ihm hält man ein kurzweiliges Werk in Händen, das Jungs ab zehn Jahren voll und ganz anspricht - selbst dann, wenn sie eher zu den Lesmuffeln gehören.

Details

  • Autor/-in:
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    06/2014
  • Umfang:
    176 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    9 Jahre
  • ISBN 13:
    9783649617631
  • Preis:
    9,95 €

Bewertung

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