Gut so, Hexe Pollonia

Antolin Quiz
von Angelika Diem, Susanne Szesny
Rezension von Janett Cernohuby | 26. Januar 2009

Gut so, Hexe Pollonia

Wenn man Gäste erwartet, egal ob zum Essen oder zu einer lustigen Party, möchte man Zuhause alles perfekt haben. Plötzlich findet man an allem etwas auszusetzen. Die geplanten Speisen und Getränke erscheinen langweilig, die Möbel zu alt und heruntergewohnt und die Wohnung zu schäbig und schmutzig. Meistens sind solche Gedanken natürlich völlig übertrieben. Schließlich kennen einen die Gäste und waren schon oft zu Besuch. Eine ähnliche Erfahrung macht auch die kleine Hexe Pollonia

Gerade als Pollonia dabei ist, in ihrem Garten Unkraut zu jäten, erhält sie plötzlich ein Hexelegramm in Form des kleinen Affen Safranillo. Dieser berichtet Pollonia, dass die Chefhexe des Hexenclubs die nächste Feier gerne bei Pollonia veranstalten möchte. Diese freut sich riesig über die Ehe und kann das Fest kaum noch erwarten. Mit einem Mal kommt Pollonias Kusine auf ihrem Besen angeflogen und verspottet die Gastgeberin. Das Haus wäre viel zu klein für so viele Gäste und außerdem viel zu schäbig, giftet sie Pollonia an. Diese lässt sich im ersten Moment zwar nicht von ihrer gemeinen Kusine einschüchtern, beginnt etwas später doch aber Zweifel zu haben. Vielleicht hat die Kusine ja Recht? Vielleicht ist das Haus wirklich nicht für solch eine Feier geeignet? Zum Glück hat Pollonia ein paar Zauber für schicke Hexenhäuser zur Hand und sofort beginnt sie, diese auszuprobieren. Zuerst zaubert sie ein lustiges Knusperhaus, das aber sofort alle Tiere fressen, dann hext sie ein wunderschönes Eisschloss herbei, in dem es aber so kalt ist, dass sich wohl niemand lange darin aufhalten möchte und zu guter Letzt zaubert sie ein wunderschönes Prinzessinnenschloss. Aber dieses hat viele Diener und Erzieher, die Pollonia ständig vorschreiben, was sie tun und lassen soll. So entscheidet sie sich schließlich die Feier doch in ihrem kleinen Hexenhäuschen, oder vielmehr in ihrem Garten, abzuhalten und tatsächlich wird diese zu einem großen Erfolg.

Man braucht nicht immer Glitzer und das Neueste vom Neuesten, um andere zu beeindrucken. Manchmal schafft man dies auch durch ganz einfache und gewöhnliche Dinge. Obendrein ist es nicht immer wichtig, von vergoldeten Tellern zu essen, wenn die gleichen Speisen auch auf einfachem Geschirr munden. Das lernt auch Pollonia. Obwohl ihr Häuschen nicht mehr so erstklassig aussieht, ist es doch immer noch ein gemütlicher Ort. Denn letztendlich ist es nicht der Ort, der die Party zu einem Erfolg macht, sondern die heitere Stimmung, die von der Gastgeberin auf die Gäste übertragen wird. Somit unterhält die Geschichte nicht nur, sie zeigt Kindern gleichzeitig, dass Luxus und Extravaganz nicht immer angenehm sind und glücklich machen. Eine Botschaft, die besonders in unserer heutigen an materiellem Besitz messenden Gesellschaft sehr wichtig ist.
Die Geschichte ist sehr kindgerecht und heiter erzählt. Die Autorin Angelika Diem schreibt in einfachen und deutlichen Sätzen und verzichtet dabei auf versteckte Anspielungen. Die Botschaft des Buches an seine jungen Leser wird keineswegs mit erhobenem Zeigefinger wiedergegeben, sondern in eine lustige Erzählung verpackt.
Zu den Texten finden sich zahlreiche, großflächige Bilder, die von Susanne Szesny gezeichnet wurden. Alle Figuren sind äußerst liebevoll und dargestellt. Zwar haben alle Hexen lange, spitze Nasen und strubblige Haare, aber sie wirken keineswegs bösartig oder heimtückisch. Stattdessen haben sie ein kindliches, unschuldiges Aussehen. Auch die Farbgebung der Bilder ist sehr hell und freundlich.
Zusätzlich enthält das Buch noch zwei weitere Extras. Eines erkennt man sehr schnell. Es ist ein ungefähr zehn Zentimeter großes Plüschtier, welches das Äffchen Safranillo darstellt. Es ist an einem leicht zu entfernenden Klebestreifen im Buch befestigt. Das zweite Extra ist ein wenig versteckt und offenbart sich erst während des Lesens. Einige der Seiten lassen sich ausklappen und geben einen Blick auf die Zaubereien der kleinen Hexe Pollonia frei. Beide Extras unterstreichen die liebevolle Gestaltung des Buches.

Insgesamt ist "Gut so, Hexe Pollonia" ein wunderschönes Kinderbuch mit einer äußerst liebenswürdigen Geschichte. Diese beabsichtigt aber nicht nur zu unterhalten, sondern will dem jungen Lesepublikum auch gleichzeitig mitteilen, dass Luxus nicht immer ein angenehmes Leben bedeutet. Eltern, die ihren Kindern genau dies vermitteln wollen, sollten dieses Buch auf keinen Fall umgehen.

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Bewertung

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