Die fabelhafte Welt der Mona Flint

Antolin Quiz
von Anne Ameling, Melanie Korte (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 15. Juli 2021

Die fabelhafte Welt der Mona Flint

Unser Leben ist eine Geschichte, die von vielen unglaublichen und ungewöhnlichen Abenteuern erzählt, von Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Ihr Ausgang ist oft ungewiss und hängt davon ab, was wir daraus machen. Verschließen wir unsere Augen und laufen vor Problemen davon? Oder stellen wir uns ihnen mit all den Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen? Mona Flint hat sich dafür entschieden, sich den Problem zu stellen und ihre Geschichte zu einem guten Ende zu bringen.

Ein altes Bootshaus voller Überraschungen

Mona Flint lebt in einem kleinen verschlafenen Städtchen. Während die meisten Kinder Eltern haben, ist das bei Mona nicht der Fall. Sie lebt bei Frau Blau, im „Haus der gestrandeten Kinder“. Doch damit soll es bald vorbei sein, denn das Haus ist alt und renovierungsbedürftig. Außerdem soll auf dem Grund eine neue Siedlung errichtet werden, weswegen das Bauamt die Kinder vor die Tür setzen will. Genau zu diesem Zeitpunkt geschehen in dem verschlafenen Städtchen merkwürdige Dinge. Hunde fliegen herum, Laternen singen und ein altes Bootshaus rennt auf vier Beinen durch den Wald. Mona Flint und ihr Freund Jackie wollen den Merkwürdigkeiten auf den Grund gehen. Dabei stoßen sie auf verfluchte Zauberer, die mit ihren kaputten Zauberstäben all das Chaos anrichten. Was führen die Zauberer im Schilde und warum haben sie es auf das verängstigte Bootshaus abgesehen? Mona Flint beschließt, den magischen Geheimnissen auf den Grund zu gehen und entdeckt dabei, dass das Bootshaus von innen gar nicht so schäbig und alt ist und obendrein für jedes Kind ein magisches Traumzimmer hat. Doch was steckt hinter all dem?

Die fabelhafte Welt der Mona Flint

Ein Abenteuer durch Alltag und Magie

Anne Ameling führt ihre jungen Leser*innen in ein Abenteuer zwischen Alltagsproblemen und Zauberei, zwischen drohendem Heimatverlust und einem neuen Heim voller innerer Größe. Dabei gelingt es der Autorin, große Themen hineinzupacken, sie aber gekonnt in unterhaltsames und spannendes Gewand zu kleiden.
Wie der Titel schon sagt, steht das Mädchen Mona Flint im Mittelpunkt des Geschehens. Mona ist klug, aufgeweckt und versteht es, mit den richtigen Fragen an Probleme heranzutreten. Sie arbeitet mit dem, was ihr zur Verfügung steht, gibt nicht auf, sondern sucht immer wieder nach neuen Möglichkeiten. Dabei hat Mona auch ihre eigenen Sorgen. Sie ist ein gestrandetes Kind, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Als Baby stand sie eines Tages vor der Tür von Frau Blau, in einem Körbchen und mit einem Namenskettchen um den Arm. Sie blieb nicht das einzige gestrandete Kind, im Laufe der Jahre kamen noch weitere Kinder dazu. Ihre Geschichten werden immer wieder kurz angesprochen, aber nicht alle zum zentralen Thema. Lediglich die Sorge um das eigene Heim, das abgerissen werden soll, ist immer präsent.
Genau darum baut sich das Abenteuer auf. Denn gerade, als Mona Flint nach einer Lösung sucht, taucht das magische Bootshaus auf, das innen viel größer als außen ist und das im Handumdrehen für jedes Kind ein eigenes Zimmer bereitstellt. Doch mit dem Bootshaus kommen auch die seltsamen Zauberer. Was führen sie im Schilde? Lange Zeit ist man als Leser*in unsicher, wo man diese Zauberer einordnen soll. Sind sie böse? Sind sie gut? Hier hat die Autorin einen tollen Start hingelegt, der die Leser*innen länger misstrauisch bleiben lässt. Zu diesem Zeitpunkt steckt man schon mittendrin im Geschehen und wird von dem Strudel der Ereignisse gefangen gehalten. Ein magisches Abenteuer nimmt seinen Lauf, in dem es sieben Rätsel zu lösen gilt, in dem Freundschaften geschlossen und alte Feindschaften begraben werden und dort Hoffnung wächst, wo zunächst Enttäuschung vorherrschte. Dicht und atmosphärisch baute Anne Ameling ihr Setting auf, dem es nicht an Spannung fehlt. Hier stimmt einfach alles: Der warmherzige und auch humorvolle Unterton, der Kampfgeist, jede noch so schwierige Aufgabe zu meistern. Unterstützt wird das ganze von Melanie Kortes Schwarzweiß-Illustrationen, die mit Vignetten in Kapitel hineinführen, die neben den Seitenzahlen ein Daumenkino bereithalten und die zwischendurch immer wieder einzelne Szenen aus der Handlung zeigen. So wird das Lesevergnügen gekonnt abgerundet.

Die fabelhafte Welt der Mona Flint

„Die fabelhafte Welt der Mona Flint“ lässt junge Leser*innen ab neun Jahren an einem magischen und außergewöhnlichen Abenteuer teilhaben. Hier geht es um verfluchte Magie, um magische Bootshäuer, um Feindschaften die zu Freundschaften werden und um eine Geschichte, die am Ende von jedem einzelnen zu einem guten Ende gebracht wird. Ein großartiges Lesevergnügen, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Details

Bewertung

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