Die wilde Lilly

Ein Model kommt selten allein

von Franziska Gehm
Rezension von Janett Cernohuby | 24. Januar 2009

Ein Model kommt selten allein

Die Sache mit den Jungs ist gar nicht so einfach. Da gibt es jemanden, den man süß findet und sich auch gut mit ihm versteht, doch man weiß nicht so recht, wie man ihm seine Gefühle gestehen soll. Einfach direkt ansprechen oder durch versteckte Zeichen? Auch Lilly ist in einer ähnlichen Situation, findet sie doch ihren Klassenkameraden Moritz total süß, weiß aber nicht, wie sie es ihm sagen soll.

Doch das ist nur eines der vielen aufregenden Dinge, die derzeit in Lillys Leben passieren. Oma Betty wurde bei einer ihrer Shopping-Touren von einem adretten Mann angesprochen. Er suche noch Models für eine neue Modekollektion für ältere Damen und Oma Betty würde sehr gut in dieses Schema passen. Sofort ist die alte Dame Feuer und Flamme und bereitet sich so gut wie möglich auf ihre neue Karriere vor. Lillys Eltern beobachten das Ganze eher misstrauisch, glauben, ein niederträchtiger Betrüger hätte es auf Oma Betty abgesehen. Darum bitten sie Lilly, ihre Großmutter überall hin zu begleiten und quasi den "Spion"> zu spielen.
Gleichzeitig lädt Evelyn zu ihrer bevorstehenden Geburtstagsparty ein. Als Lilly jedoch fragt, ob auch Moritz und Ötzi eingeladen sind, kommt es zwischen den zwei Mädchen sofort wieder zum Streit. Prompt wird Lilly ausgeladen, die sich sehr darüber ärgert. Besonders nachdem sie erfährt, dass die beiden Jungs tatsächlich zu der Party eingeladen wurden. Und dann ist da noch die Sache mit Moritz. Lilly weiß nicht recht, wie sie ihm ihre Gefühle gestehen soll. Zwar holt sie sich Rat bei ihrem großen Bruder Carlos, der immerhin eine Freundin in den USA hat, aber der bringt sie nicht weiter.
Zwischen Laufsteg, Geburtstagsparty und Moritz bleibt Lilly also nur wenig Zeit zum Luftholen.

Endlich besitzt die Serie wieder als das, was wir bereits aus dem ersten Band kannten. Sie ist lustig, heiter und vor allem mitreißend erzählt. Es macht Spaß, den Personen bei ihren Entwicklungen zuzuschauen. Allmählich scheint sich zwischen Lilly und Evelyn tatsächlich eine Freundschaft anzubahnen. Zwar streiten sie sich noch immer schnell und vor allem laut, aber am Ende des vierten Bandes schaffen sie es doch tatsächlich, sich zu versöhnen und sogar zusammen ein Projekt zu starten. Auch Senta und Leo kommen sich näher. Sehr sogar, werden sie doch endlich ein Paar. Nur Lilly bleibt etwas auf der Strecke, weiß sie doch einfach nicht, wie sie Moritz auf sich aufmerksam machen soll. Zwar bekommt sie von allen Seiten mehr oder weniger helfende Unterstützung, jedoch scheint das sonst so direkte Mädchen auf einmal sehr schüchtern zu sein. So muss der Leser sich auch weiterhin gedulden und bis zum nächsten Band abwarten, bis er erfährt, ob aus den beiden nun endlich ein Paar wird.
Die anderen Familienmitglieder treten in diesem Band etwas in den Hintergrund. Zwar kündigt Carlos an, dass seine amerikanische Freundin ihn bald besuchen möchte, jedoch wird nicht erwähnt, wann.
Geschrieben ist das Buch wieder in einer lockeren und jugendgerechten Sprache. Auf verstrickte und komplizierte Handlungsstränge wird verzichtet und auch Beschreibungen von Orten und Personen fallen sehr kurz aus. So wird gleich von Anfang an ein Spannungsbogen aufgebaut, der bis zum Ende der Geschichte nicht abbricht oder nachlässt.
Einziger Nachteil ist jedoch, dass dieser Band, wie auch seine Vorgänger, keine Nummerierung enthält. So sieht man nicht sofort, um den wievielten Teil der Serie es sich handelt und man muss er am Ende des Buches nachschlagen, wo alle bisher erschienenen Bände aufgelistet sind. Hier wäre eine kleine Nummerierung auf dem Buchrücken hilfreich.

Insgesamt ist Ein Model kommt selten allein" eine sehr gelungene Fortsetzung der Jungmädchenreihe "Die wilde Lilly". Allen bisherigen Fans kann dieser Band nur wärmstens empfohlen werden, da er jede Menge Unterhaltung und Spaß bereithält.

Details

Bewertung

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