Die Spiegelreisende

Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast

Antolin Quiz
von Christelle Dabos
Rezension von Emilia Engel | 01. September 2020

Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast

Ophelias Einstieg in das Leben am Pol und am Hof mit all den prächtigen Illusionen und seinen Intrigen war alles andere als leicht. Viel musste sie in diesen Monaten erleiden, doch hat sie auch viel erfahren. Nun wurde sie der Öffentlichkeit erstmals als Verlobte Thorns vorgestellt, doch entgegengebracht wird ihr alles andere als Wohlwollen. Nur wenige Menschen zählt sie zu ihren Freunden, nur wenige gibt es, denen sie wirklich vertraut.

Ophelia wird am Hofe weiterhin mit misstrauischen Augen betrachtet. Als Verlobte Thorns, der allseits nur gehasst wird, wird ihr das Leben nicht leicht gemacht. Berenilde, die Tante Thorns mag zwar keine liebreizende und fürsorgende Vertraute von Ophelia sein, doch versucht sie ihr Bestes um Ophelia zu schützen. Thorns Tante selbst steht unter starken Anspannungen, denn ihre Schwangerschaft schreitet immer weiter voran. Der furchteinflößende Familiengeist Faruk ist der Vater des ungeborenen Kindes, doch er ist alles andere als ein Familienmensch und so kämpft Berenilde um seine Aufmerksamkeit. Das ist ein schwieriges Unterfangen, denn die Familiengeister leiden allesamt unter starker Vergesslichkeit. Vergesslichkeit und Unberechenbarkeit machen Faruk zu einem gefährlichen Gegenspieler Ophelias.
Ophelia hat ihrerseits herausgefunden, warum Thorn eine Verlobte brauchte, die Leserin ist. Jeder Familiengeist hat sein eigenes Buch, das angeblich von Gott persönlich geschaffen wurde, doch etwas wichtiges fehlt in dem Buch. Genau das ist es, was Thorn gerne herausfinden möchten, und auch, warum Faruk davon besessen ist. Ophelia muss sich hüten, um nicht zu sehr in Faruks Blickfeld zu geraten, denn schon viele Leser wurden getötet, nur weil sie Faruks Buch nicht lesen konnten.
Doch leider schafft es Ophelia Faruks Aufmerksamkeit zu gewinnen und wird von ihm zur Vize-Erzählerin des Hofes ernannt - eine schwierige Aufgabe für jemanden, der nicht gern im Mittelpunkt steht.
Doch es kommt noch schlimmer. Ophelia bekommt Drohbriefe. Und sie dürfte nicht die einzige sein, denn es gibt schon einen Verschwundenen im Mondscheinpalast, der ebenfalls bedroht wird. Botschafter Archibald bittet sie um ihre Dienste als Leserin, um dieses Verbrechen aufzuklären.
Die Intrigen gehen weiter und Ophelia macht so einige wichtige und überraschende Entdeckungen. Schließlich muss sie feststellen, dass nicht nur ihr Leben in Gefahr ist.

Auch im zweiten Band der Reihe “Die Spiegelreisenden” geht es spannend weiter. Gefahr lauert am Hofe des Pols an jeder Ecke. Selbst der als sicher geltende Mondscheinpalast des Botschafters ist nicht mehr sicher. Ophelia droht in diesem Band von allen Seiten Lebensgefahr und sie muss sich mit verschiedenen Aufgaben abmühen.
In diesem Teil kommt es auch zu mehr Kontakt zu Thorn, der sich wirklich bemüht, gut zu Ophelia zu sein. Obwohl er ein eher schweigsamer Mann ist, kommen sie sich doch näher und er wird schließlich auch eine Vertrauensperson. Doch dieses Vertrauen wird auf eine harte Probe gestellt. Als Leser ist es einfach wunderbar, dieses so unterschiedliche Paar zu beobachten, wie sie einander näherkommen. Vorsichtig und zaghaft, alles andere als romantisch. Man spürt förmlich beim Lesen die Überwindung, die es die beiden kostet, über sich hinauszuwachsen.
Es kommen wieder einige spannende Charakteren vor, böse wie gute und auch welche dazwischen. Der Kavalier, Madame Hildegard, um nur einige zu nennen.  Dass Ophelia nicht nur am Hofe ums Überleben kämpft, sondern auch den Auftrag zu den Verschwunden bekommt und dazu noch ihre eigenen Beobachtungen und Nachforschungen macht, machen das Ganze zu einem dichten und spannend Roman, der den Leser von Anfang bis Ende packt. Das Ende gipfelt in einem gewaltigen Showdown mit dem nun wirklich niemand gerechnet hat.

Christelle Dabos hat ihre Geschichte der Spiegelreisenden fesselnd weitergesponnen. Mit viel Fantasy, außergewöhnlichen Protagonisten und einer komplexen Geschichte, die sich immer mehr entfaltet, überzeugt auch dieser Teil auf voller Länge. Ein empfehlenswerte Fortsetzung eines sensationellen Debüts.

Details

  • Autor/-in:
  • Originaltitel:
    La Passe-miroir 2: Les Disparus du Clairdelune
  • Band:
    2
  • Verlag:
  • Genre:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    07/2019
  • Umfang:
    613 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    14 Jahre
  • ISBN 13:
    9783458178262
  • Preis:
    18 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:

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