Kleine Prinzessinnen

Die verlorene Stimme

von Katie Chase
Rezension von Janett Cernohuby | 24. Januar 2009

Die verlorene Stimme

Kleine Mädchen begeistern sich für alles rund um Prinzessinnen. Ob in Form von Puppen, Geschichten oder Kostümen, der Traum selbst eine Märchenprinzessin zu sein und auf einem Schloss zu leben, begleitet jedes junge Mädchen. Für Rosie, die Hauptperson des vorliegenden Buches, wird dieser Traum sogar fast Wirklichkeit.

Rosie fährt mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder nach Schottland in das Schloss ihrer Großtante. Seit jeher ist ihre Großtante eine reiselustige Frau, die in ihrem Schloss die seltsamsten und wunderbarsten Dinge aus aller Welt sammelt. Nun ist die Tante wieder einmal verreist und hat Rosies Eltern gebeten, für zwei Jahre auf das Schloss aufzupassen. Sie hinterlässt Rosie einen Brief, der eine geheimnisvolle Botschaft enthält. Das Mädchen soll nämlich auf die kleinen Prinzessinnen achten und wenn es eine trifft, diese brav grüßen und einen Knicks machen. Was die Großtante damit wohl meint?
Als Rosie am ersten Abend zu Bett geht, bemerkt sie auf einmal einen Teppich, auf dem eine wunderschöne Wüstenlandschaft abgebildet ist. Mittendrin ein prunkvoller Palast, mit einer Prinzessin! Plötzlich fallen Rosie die Worte ihrer Großtante wieder ein und sie grüßt höflich die Königstochter. Da wird sie von einem Strudel erfasst und in den Teppich gezogen. Rosie findet sich in dem gerade gesehenen Wüstenpalast wieder und trifft dort auf die Prinzessin Azara. Dieser wurde von einem bösen Dschinn die Stimme gestohlen, damit sie nicht mehr das Zauberlied singen und so ihren fliegenden Teppich starten kann. Rosie verspricht Azara zu helfen und findet sich schon bald in einem aufregenden Abenteuer wieder...

Katie Chase weiß genau, was junge Mädchen mit Prinzessinnen verbinden: edle Gewänder, schimmernde Paläste und prunkvolles Leben. Doch jede Prinzessin gerät irgendwann in Not und braucht entweder einen edlen Ritter, der sie rettet, oder eine mutige Freundin. Das Mädchen Rosie schlüpft in die Rolle der mutigen Freundin und hilft der Prinzessin Azara.
Als Hintergrund der Geschichte hat sich die Autorin ein nicht minder märchenhaftes Ambiente ausgesucht, als den geheimnisvollen Orient. Rosie wird zu einer Prinzessin aus Tausendundeiner Nacht und kämpft gegen einen bösen Dschinn. Um ihn zu besiegen, bedient sie sich eines aus vielen Geschichten und Märchen zu gut bekannten Tricks: Sie fordert ihn heraus, sich in die sonderbarsten Wesen und Dinge zu verwandeln, bis er letztendlich unachtsam wird und in die Falle tappt. Ein, wie gesagt, alt bekanntes Motiv, das aber neu und ideenreich umgesetzt wurde.
Das Buch und seine Geschichte sind für Mädchen ab acht Jahren gedacht. Sein Layout ist noch verspielt und kindlich, aber nicht mehr so ausgeprägt wie in Kinderbüchern für ein jüngeres Publikum. Dieses Buch hat noch ein buntes Cover und auch der Text ist reich bebildert. Aber es ist kein reines Bilderbuch mehr, so dass es schon etwas <i>erwachsener</i> wirkt. Gleiches gilt auch für die Sprache. Noch immer kindgerecht, aber nicht mehr so stark ausgeprägt wie in Geschichten für Kleinkinder.
Die Schrift ist in großen Buchstaben gehalten. Klare und gut strukturierte Absätze lockern den Textfluss auf. Dazu gibt es viele schwarz-weiß Illustrationen, die Szenen aus dem Text wiedergeben. Sie ist das Lesen für achtjährige, die noch zu den Erstlesern zählen, nicht anstrengend oder schwer.
Am Ende des Buches findet sich übrigens eine Leseprobe zum zweiten Teil der Serie. So werden die Leserinnen neugierig gemacht, wie es weitergehen wird.

Mit "Die verlorene Stimme" beginnt eine zauberhafte Prinzessinnen-Buchreihe für junge Leserinnen. Die Autorin entführt die Mädchen in ein Zauberreich mit prunkvollen Palästen, hübschen Königstöchtern und bösen Dschinns. Ein wunderschöne Geschichte, die jedes Mädchen zum Lesen und Träumen einladen wird.

Details

Bewertung

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