Alexa, die Amazone

Die große Chance

von Gaby Hauptmann
Rezension von Janett Cernohuby | 23. Januar 2009

Die große Chance

Wer den Namen Gaby Hauptmann hört, denkt zuerst an Romane zum Thema Geschlechterkampf wie etwa "Hengstparade" oder "Suche impotenten Mann fürs Leben". Dabei begann die Autorin ihr literarisches Schaffen keineswegs mit diesem Genre. Ihr 1994 erschienener Debütroman "Alexa - die Amazone" richtete sich vielmehr an ein jugendlicheres Publikum. Der Baumhausverlag griff dieses Werk nun erneut auf und veröffentlicht es in zwei Teilen. Band eins ist bereits 2007 mit dem Untertitel "Die große Chance" erschienen.

Alexa ist 16 Jahre und hat die Realschule erfolgreich beendet. Nun darf sie für ein Jahr auf dem Gut eines Freunds ihres Vaters als Bereiterin arbeiten. Onkel Kurt, wie Alexa ihn noch immer nennt, empfängt das Mädchen mit offenen Armen und hat von Anfang an keine Zweifel, dass sie sich sehr gut um die sechs edlen Tiere kümmert. Tatsächlich könnte alles perfekt sein, wäre da nicht Flavio, Kurts 25jähriger Sohn. Mit ihm versteht sich Alexa vom ersten Augenblick an überhaupt nicht, weswegen sie ständig in Streit geraten. Kurt überlegt, wie er die beiden Dickschädel aussöhnen kann und schlägt einen gemeinsamen Ausritt vor. Allerdings will Alexa diesen nicht als Grundlage für eine Aussöhnung, sondern ihre Rache nutzen. Doch diese scheint ziemlich nach hinten loszugehen.
Fast gleichzeitig trifft auf dem Landgut ein alter Freund Kurts ein, Harald Struckat. Dieser besitzt nicht nur eine eigene Reitschule, sondern zählt sogar selbst zu den besten Springreitern. Als er Alexa bei ihrer täglichen Arbeit zusieht, erkennt er ihr Talent und lädt sie als Schülerin an seine Reitschule ein. Sofort ist das Mädchen Feuer und Flamme, doch ihre Eltern scheinen von der Idee gar nicht begeistert zu sein.

Als Gaby Hauptmann diesen Roman schrieb, dachte sie dabei an ihre eigene Jugendzeit zurück. Sie vermisste damals Pferdegeschichten, welche eine Mischung aus Unterhaltung, Wissenswertem und natürlich Liebesgeschichten waren. Diese Lücke hoffte sie mit ihrem Jugendbuch "Alexa - die Amazone" zu schließen. Nachdem eine weitere Jugendbuchreihe der Autorin im "Baumhaus Verlag" erscheint, wurde auch dieses Werk ein zweites Mal herausgegeben. Allerdings nun nicht mehr nur als ein Roman, sondern als Zweitteiler. Begründet wird diese Entscheidung damit, dass die Schrift sehr klein und der Inhalt sehr umfangreich waren, worunter das Lesevergnügen als ein Buch stark gelitten hätte. Auch wenn die Schrift der vorliegenden Ausgabe nicht sehr klein ist, inhaltlich wartet doch einiges auf den Leser.
So erzählt das Werk von einem jungen und sehr begabten Mädchen, dessen große Leidenschaften Pferde und das Reiten sind. Auch wenn es nicht deutlich aus dem Buch hervorgeht, scheint die Protagonistin von klein auf zu reiten, wodurch sie ihre umfangreiche Erfahrung im Umgang mit diesen Tieren gesammelt hat. Auch von ihren Eltern bekommt sie Unterstützung, doch für alle ist dies nur ein Hobby, ein Zeitvertreib. Selbst als Alexa das Angebot bekommt, professionellen Reitunterricht zu erhalten, glaubt sie naiverweise noch daran, es sei nur ein Hobby. Das überrascht ein wenig, wirkt Alexa größtenteils für ihr Alter sehr reif und fast schon altklug. So hat sie keine Scheu davor, die prachtvollen und zudem wertvollen Pferde zuzureiten und kommt sogar mit Problemfällen mühelos zurecht. Ihr Kokettieren mit den wesentlich älteren Männern Kurt und Harald wirkt deplaziert und passt keineswegs zu einer 16jährigen (es sei denn, sie ist auch sonst Männern gegenüber aufgeschlossen, was hier aber nicht der Fall zu sein scheint). Dagegen wirkt ihr Zwist mit Flavio lächerlich. Man fragt sich immer wieder, warum die beiden sich eigentlich nicht mögen? Gut, sie hatten kein sehr herzliches erstes Aufeinandertreffen. Aber welcher Mann würde nicht ärgerlich werden, wenn ihn ein 16jähriges Gör auf seinem eigenen Grund und Boden wie einen Eindringling behandelt?
Die Sprache des Buches ist bereits sehr reif und erwachsen, wodurch das Buch definitiv Jugendliche im ungefähren Alter von 16 Jahren anspricht. Allerdings wirkt die Handlung stellenweise oft langatmig und eintönig. Auch den Dialogen fehlt es oft an Pepp, um sie lustig und unterhaltsam werden zu lassen.

Somit ist der erste Teil "Die große Chance" zwar ein netter Jugendroman, der jedoch nicht vollends überzeugen kann. Zu oft erscheint die Handlung zu stark gestellt und wirkt gekünstelt. Das ist schade, hätte die Geschichte doch viel Potential gehabt.

Details

  • Autor/-in:
  • Band:
    1
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    05/2007
  • Umfang:
    285 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    11 Jahre
  • ISBN 13:
    9783833936906
  • Preis:
    12,9 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gefühl: