Die drei ???

Die drei ??? und die Rache der Samurai

von Ben Nevis
Rezension von Stefan Cernohuby | 19. Mai 2009

Die drei ??? und die Rache der Samurai

Viele Jugendliche können sich sehr stark für den fernen Osten, insbesondere für das geheimnisvolle Japan begeistern. Ein Land, dessen Geschichte die Samurai beinhaltet und daher vor Begriffen wie Ehre und Pflichterfüllung nur so strotzt, erscheint westlichen Augen oft als unerreichtes Ideal. Doch für so manchen anderen, zum Beispiel die drei Fragezeichen, wird ein Faible für Japan nicht nur zu einem Fall, sondern auch zu einer großen Gefahr. Davon bereichtet das neue Abenteuer "Die drei Fragezeichen und die Rache der Samurai".

Die drei Detektive sind gerade ein wenig unterbeschäftigt, als ein asiatischer Schuldirektor bei ihnen eintrifft. Laut eigenen Aussagen hat er einen neuen Fall für sie - ein Thema, das sie gerne weiterverfolgen. Takashi Yukawa, wie der Mann heißt, leitet eine sehr spezielle Schule in den Bergen. Vermittelt wird dort eine Mischung aus militärisch-japanischem Drill, Ehrenbegriffen, Schwertkampf und konventionellem Unterricht. Zwar sind gerade Ferien, aber ein paar Schüler sind immer noch in der internatartigen Institution wohnhaft. Mitten in den Ferien ist allerdings einer der Schüler verschwunden. Dies und vor allem seinen Verbleib sollen die drei Detektive nun untersuchen, indem sie sich als potentielle Mitschüler ausgeben, die sich die Schule näher ansehen wollen. Dabei stoßen die drei Fragezeichen allerdings auf eine sehr verschworene Gemeinschaft von Jugendlichen, die neuen Mitglieder alles andere als aufgeschlossen ist. Dies liegt daran, dass sie sich als echte Samurai und Verfechter deren Lebensart betrachten. So kommt es nicht nur zu den üblichen Streitereien, sondern tatsächlich zu lebensgefährlichen Situationen. Können die drei Fragezeichen es schaffen, den verschwundenen Schüler ausfindig zu machen und gleichzeitig ihre eigene Haut retten? Eine Frage, die sich nur beantworten lässt, nachdem man den Band vollständig gelesen hat.

Ben Nevis (ein unter Pseudonym agierender Autor) schreibt schon seit Jahren für die Reihe der drei Fragezeichen. Das ist auch an seinem routinierten Einstieg und an seiner unkomplizierten Art in die Handlung hineinzufinden erkennbar. Was allerdings nur eingeschränkt funktioniert, ist in diesem Band die charakterliche Darstellung der drei Detektive. Gewiss, Peter ist sportlich und Bob kümmert sich um die Recherchen. Aber vor allem Justus Fertigkeiten kommen so gut wie gar nicht zum Einsatz und werden auch nicht beschrieben. Kaum kommt es jemals dazu, dass wirklich Fakten gesammelt und richtige Schlüsse gezogen werden. Im Gegenteil, die Helden lassen sich von der Handlung treiben und beschränken sich darauf, auf die äußeren Ereignisse zu reagieren. Die wenigen Situationen, in denen tatsächlich Geheimnisse aufgeklärt werden, beruhen eher auf Zufällen als auf detektivischen Meisterleistungen. Abgesehen davon ist die Geschichte spannend, enthält eine angedeutete Liebesgeschichte und verfolgt dabei noch zahlreiche Klischees, die sich vor allem mit dem Japan der Samurai beschäftigen. Insgesamt ist das Buch allerdings trotzdem nur durchschnittlich gelungen. Vor allem Liebhaber der ersten Bände der Reihe wird dies stören. Leser der kompletten Reihe werden auf das Buch vermutlich trotzdem nicht verzichten wollen.

"Die drei Fragezeichen und die Rache der Samurai" erzählt eine spannende und zum Teil auch actiongeladene Geschichte. Dieses etwas andere Abenteuer der jugendlichen Ermittler lässt dafür allerdings einige klassische Ingredienzien vermissen. Daher ist das Werk leider nur als durchschnittlich zu bezeichnen.

Details

  • Autor/-in:
  • Serie:
  • Band:
    147
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    02/2009
  • Umfang:
    127 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    10 Jahre
  • ASIN:
    3440119068
  • ISBN 13:
    9783440119068
  • Preis:
    7,95 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
  • Humor:
  • Gefühl:
    Keine Bewertung

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