Der Sandelefant

Antolin Quiz
von Rinna Hermann, Sanne Dufft
Rezension von Janett Cernohuby | 16. April 2015

Der Sandelefant

Alleine zu spielen ist langweilig. Diesen Satz bekommen Eltern sicherlich oft zu hören, wenn ihr Kind alleine auf dem Spielplatz sitzt und keinen Freund findet. Doch mit ein bisschen Fantasie kann auch Spielen ohne einen Freund zu einem spannenden Abenteuer werden. Davon erzählen Rinna Hermann und Sanne Dufft in ihrem Bilderbuch "Der Sandelefant".

Paul sitzt ganz alleine im Sandkasten. Niemand ist da, mit dem er zusammen Sandburgen bauen oder Sandkuchen backen könnte. Wie langweilig, denkt sich Paul und beginnt mit seinen Händen im Sand einen Elefanten zu zeichnen. Als Paul diesem sein Leid darüber klagt, wie langweilig es doch ohne Spielgefährten sei, erwacht der Elefant plötzlich zum Leben. Vorsichtig setzt er Paul auf seinen Rücken und nimmt ihn mit ins Sandburgenland. Zwischen Sandmauern, Sandtürmen und vielen Sandtieren erlebt Paul ein Abenteuer, wie es spannender kaum sein könnte. Landschaften und Tiere entstehen, groß, gewaltig und fabelhaft. Genauso schnell zerfallen sie und bilden wieder etwas ganz Neues. Nun ist Paul nicht mehr langweilig.

Wortgewandt und toll bebildert erzählen die beiden Autorinnen die märchenhafte Geschichte. über die Kraft der Fantasie. Wenngleich hier das Alleinspielen thematisiert wird, geht es hier nicht um einen Jungen, der keine Freunde findet. Paul hat sicherlich welche, die heute einfach nicht da sind. Sonst würde er vermutlich im Sandburgenland nicht so leicht mit den anderen in Kontakt kommen und mutig den dortigen Turm erklimmen. Nein, hier geht es darum, dass man manchmal auch alleine ist. Da sind Freunde unterwegs, Eltern beschäftigt und man hat vielleicht auch keine Geschwister. Doch das ist kein Grund Trübsal zu blasen und traurig zu sein. Im Gegenteil. Dann lässt man eben seiner Fantasie freien Lauf und erlebt so auch ein spannendes Abenteuer. Wie Paul, der kleine Held aus dem Buch.
Die Geschichte ist für Kinder ab vier Jahren gedacht und auch für sie erzählt. Sprachlich begegnet ihnen Rinna Hermann auf Augenhöhe. Kindgerecht, spannend und sehr stimmungsvoll erzählt sie von dem Abenteuer, das Paul im Sandburgenland erlebt. Zwischendurch lässt sie kurze Reime und Verse einfließen, die wie Zaubersprüche aufgesagt werden.
Gleiches gilt auch für die Illustrationen von Sanne Dufft. Sie sind zwar sehr realistisch gezeichnet, aber dennoch kindgerecht und verspielt. Das wird insbesondere in den Tieren der Sandstadt deutlich. Zudem scheint es, als läge über allen Bildern ein feiner Sandstaub. So hat man beim Betrachten das Gefühl, ebenfalls mittendrin im Sandburgenland zu stehen. Es macht die Bilder ein Stück lebendig - was wunderbar zur Geschichte selbst passt.

Beides zusammen, Erzählung und Zeichnungen, machen "Der Sandelefant" zu einem fantastischen und märchenhaften Bilderbuch. Dieses erzählt davon, dass auch alleine spielen abenteuerlich sein und Spaß machen kann. Die spannende Geschichte und die stimmungsvollen Illustrationen laden zum Entdecken des Sandburgenlandes ein - und wer weiß, vielleicht unternimmt ja bald das eigene Kind einen Ausflug dahin?

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