Der Baumhexen-Club

Der Baumhexen-Club in geheimer Mission

von Nina Schindler
Rezension von Janett Cernohuby | 25. Januar 2009

Der Baumhexen-Club in geheimer Mission

Mit ihrem Jungmädchenbuch "Der Baumhexen-Club" schuf die Autorin Nina Schindler einen Auftakt zu einer Bücherreihe um drei liebenswerte Mädchen: Robin, Paolina und Sandra. Für alle jungen Leserinnen, die nach diesem Buch neugierig auf weitere Abenteuer geworden sind, gibt es gute Neuigkeiten. Unter dem Titel "Der Baumhexen-Club in geheimer Mission" ist nun der zweite Band um die Mädchenclique erschienen.

Und in diesem geht es ganz schön Rund. Denn Robin ist seit einiger Zeit nicht mehr die Alte. Bei jeder kleinsten Gelegenheit rastet sie komplett aus und faucht Mitschüler und Lehrer an. Dabei gibt es dafür gar keinen Grund. Niemand will Robin etwas Böses. Paolina und Sandra sind ratlos. Was ist nur los mit ihrer Freundin? Als es zu einem weiteren Eklat kommt, beschließen die beiden, Robin zur Rede zu stellen. Dabei erfahren sie, dass deren Mutter einen neuen Freund hat. Den Kröterich, wie ihn Robin nennt. Robin ist nicht nur eifersüchtig auf ihn, weil auch er einen Platz im Herzen ihrer Mutter eingenommen hat, sondern sie weiß auch, dass er keine saubere Weste hat. Doch wie soll sie ihre Mutter davon überzeugen? Doch hier weiß Paolina Rat und schon bald beginnen die drei Baumhexen, dem Kröterich nachzuspionieren.

Alleinerziehende Mütter wie auch Väter sind keine Seltenheit mehr. Daher ist die in der Geschichte behandelte Thematik, das geliebte und bisher für sich allein beanspruchte Elternteil findet einen neuen Freund, gar nicht so weit hergeholt. Gerade jüngere Kinder bekommen schnell das Gefühl, der oder die Neue mögen sie nicht und würden sie am liebsten abschieben. Obendrein muss man nun die Liebe von Mutter oder Vater mit einer dritten Person teilen - das bedeutet anders herum, dass die geliebte Bezugsperson auch nicht mehr so viel Liebe für das Kind aufbringt. Dies mag in den Ohren von uns Erwachsenen albern klingen, aber für Kinder ist es eine ganz verständliche Reaktion. Mit ihrer Geschichte versucht nun die Autorin, sowohl Kindern zu zeigen, dass Mutter oder Vater einen immer noch so lieben wie zuvor, als auch Eltern einen Einblick in die Gefühle und Ängste ihrer Schutzbefohlenen geben.
Die bereits aus dem ersten Buch bekannten Charaktere sind auch im zweiten Band wieder anzutreffen. Paolinas Vater ist noch immer in Kuba und hilft beim Aufbau eines Kinderkrankenhauses. Sandra geht fleißig zum Ballettunterricht und Robin berlinert in alt bekannter Weise. Somit bewegen sich die jungen Leser in einer vertrauten und bekannten Umgebung, werden weder von anderen Charakterzügen oder unverhofften Wendungen überrascht. Doch so schön wie die Handlung ausgearbeitet und die Charaktere eingeflochten sind, ließ mich doch ein Satz im Buch stark die Stirn runzeln. Auch in Zeiten von "da werden Sie geholfen" oder Calgonits Meinung "da hätte Deutschland viel von", sollten gerade Kinderbuchautoren auf eine korrekte grammatikalische Ausdrucksweise achten. Und wenn sie davon keine Ahnung haben, sich wenigstens einen Lektor mit mehr Fachwissen suchen. Denn gerade in Kinderbüchern dürfen grammatikalische wie auch orthografische Fehler einfach nicht passieren. Wie können wir uns über schlechtes Abschneiden bei der so genannten Pisa-Studie beschweren, wenn nicht einmal mehr in Büchern auf ein korrektes Deutsch geachtet wird?

Daher kann ich dieses Buch nur beschränkt weiterempfehlen. Die Geschichte ist gut; lustig, spannend und unterhaltsam. Aber diesen einen Schnitzer, der sich mittlerweile schon so massiv fälschlich im deutschen Sprachgebrauch festgesetzt hat, kann ich nicht gutheißen.

Details

  • Autor/-in:
  • Band:
    2
  • Verlag:
  • Sprache:
    Deutsch
  • Erschienen:
    01/2007
  • Umfang:
    128 Seiten
  • Typ:
    Hardcover
  • Altersempfehlung:
    8 Jahre
  • ISBN 13:
    9783414820587
  • Preis:
    8,9 €

Bewertung

  • Gesamt:
  • Spannung:
  • Anspruch:
    Keine Bewertung
  • Humor:
  • Gefühl:

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