Das Leben und ich: Eine Geschichte über den Tod

von Elisabeth Helland Larsen, Marine Schneider (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 06. Juni 2016

Das Leben und ich: Eine Geschichte über den Tod

Über den Tod zu sprechen fällt uns Erwachsenen oft schwer. Er ist ein Tabuthema, etwas, worüber man nicht spricht. Das verunsichert Kinder. Was ist der Tod? Was bedeutet es wenn jemand stirbt, wohin kommt derjenige dann? Es ist schwer eine Antwort darauf zu geben, da man diese ja selbst nicht kennt. Dennoch ist es wichtig, mit Kindern darüber zu reden und das Thema nicht zu tabuisieren. "Das Leben und ich: Eine Geschichte über den Tod" ist ein gefühlvolles, poetisches Bilderbuch, das genau das tut. Es spricht über den Tod - und über das Leben.

Ganz in Blau gehüllt, rosa Wangen und eine rote Blume im Haar, so präsentiert sich der Tod in dieser Geschichte. Auf ihrem rosa Fahrrad fährt sie durch die Welt und besucht die Lebenden. Die Alten und Grauen, die schon lange gelebt haben und vom Leben satt sind. Sie besucht aber auch die jungen, die ihr Leben noch vor sich haben, oder jene, die noch nicht einmal geboren sind. Sie klopft an viele Türen, große und kleine. Manche findet sie verschlossen, andere stehen hoffen. Doch sie findet zu jedem und keiner kann sich vor ihr verstecken. Denn sie ist ein Teil des Lebens. Wir tragen sie in uns, immer. Ohne sie wäre auf der Welt bald kein Platz mehr für neue Wurzeln, neue Träume und neue Wörter.

Voller Poesie und mit viel Feingefühl erzählt Elisabeth Helland Larsen die Geschichte vom Tod. Dabei ist der Tod kein schwarz-gewandetes Skelett mit Sense in der Hand, sondern tritt als kleines Mädchen mit Blume im Haar in Erscheinung. Diese weibliche Darstellung nimmt Angst und Schrecken und verleiht dem Tod stattdessen Sanftmut, Fürsorge und Verständnis. Tod wartet bis die Großmutter ihre Strickarbeit beendet hat, bevor beide zusammen die Welt der Lebenden verlassen. Kinder nimmt Tod bei der Hand oder trägt sie an die Brust gedrückt. Diese Gesten nehmen dem Tod seinen Schrecken. Sein Auftauchen wird als etwas Befreiendes, Erlösendes dargestellt und nicht als etwas, vor dem man Angst und Furcht haben muss.
Mit behutsamen, träumerischen Worten und einer klaren und ehrlichen Sprache erzählt Autorin Elisabeth Heiland Larsen von dieser letzten Station, die ein fester Teil des Lebens ist. Das Buch berührt, stimmt traurig und macht gleichermaßen glücklich. Es hilft Kindern zu verstehen und Eltern Schweres, Unerklärbares zu beschreiben. Es ist ein Buch, das zusammenführt, das Trauer und Schmerz lindert und das Verständnis für etwas Trauriges und Endgültiges schafft.
Getragen wird dieser poetische Text von kindlichen, träumerischen Illustrationen. Sie erzählen, was die Worte verschweigen. Sie umschreiben, was in Worten zu hart auszudrücken wäre. Diese Bilder sind kraftvoll und filigran zugleich. Ebenso wie Tod und Leben zusammengehören, sind auch Bilder und Text eine untrennbare Einheit.

"Das Leben und ich: Eine Geschichte über den Tod" ist ein wunderschönes, gefühlvolles und poetisches Bilderbuch. Es erzählt vom Tod, warum dieser uns geliebte Menschen und Tiere nimmt, dennoch aber nichts Schlimmes oder Schreckliches ist.  Das Buch ist eine kraftvolle und tröstende Geschichte, die Eltern hilft, ein schweres Thema für Kinder leicht erklärbar zu machen. Ein wunderschönes Werk, das berührt, Kraft gibt und Trost spendet.

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