Wenn ich wütend bin

Antolin Quiz
von Nanna Neßhöver, Eleanor Sommer (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 20. September 2019

Wenn ich wütend bin

Der Fuß will nicht in die Socke hinein, der Buntstift fällt runter, der gerade gebaute Turm bricht zusammen - es gibt viele alltägliche Missgeschicke, die Kinder so richtig auf die Palme bringen können. Besonders dann, wenn gleich mehrere davon hintereinander passieren. Dann brennt die Luft, dann sind sie so richtig wütend.
Aber wohin mit diesem aufgestauten Frust? Nanna Neßhöver weiß Antworten und verrät sie in ihrem Bilderbuch.

Wohin nur mit der Wut?

Der kleine Affe Wim ist so richtig wütend. Heute ist ein Tag, an dem ihm einfach nichts gelingen will. Das Aufstehen fiel ihm heute besonders schwer, Mama macht ihm ein falsches Frühstück und dann fällt ihm auch noch die Banane runter. Das ist einfach zu viel.
Doch was kann er gegen so viel Wut im Bauch tun?
Das Tigermädchen weiß es. Sie brüllt dann einfach ganz laut. Auch der Gorilla hat einen Rat, er trommelt wild. Krokodil, Elefant, Leopard und Tapir kennen ebenfalls einige Tricks, die sie Wim verraten. Doch nichts hilft so richtig. Bis Wim das Faultier trifft, das auch gerade ziemlich wütend ist. Wim weiß genau, wie sich das anfühlt und plötzlich hat er eine Idee, wie sie beide wieder bessere Laune bekommen können…

Großes Wut-Gefühl und viele Ratschläge

Wut ist ein Thema, mit dem alle Eltern konfrontiert werden. Natürlich ist die Ausprägung sehr unterschiedlich. Manche Kinder schaffen es, ihre Wut alleine zu regulieren, andere werden zu richtigen kleinen Wutmonstern, die sich nicht mehr selbst beruhigen können. Gerade für sie ist es wichtig, wenn man ihnen mit Verständnis begegnet und statt Belehrungen gute Tipps bietet.
Genau diese gibt Nanna Neßhöver in ihrem Bilderbuch „Wenn ich wütend bin“. Verspielt, mit einem herzigen Charakter und vor exotischer Kulisse erzählt sie von dem kleinen Affen Wim, der gerade selbst mit sich und seinen Gefühlen kämpft. Dabei geht die Autorin sehr behutsam vor. Durch ihr Setting - tierische Charaktere, eine Dschungel-Kulisse - erleben die Kinder zunächst ein Abenteuer, das sie nicht gleich mit sich selbst in Verbindung bringen. Unvoreingenommen betrachten sie die Bilder, brüllen, stampfen, schnappen mit den Tieren mit und haben jede Menge Spaß. So lassen sie sich unbewusst auf die dahinterliegende Botschaft ein. Fragt man sie im Anschluss an die Lektüre, was sie denn gegen ihre eigene Wut tun, werden sie plötzlich ganz viele eigene Ideen haben. So kann man ganz locker und ohne erhobenen Zeigefinger ein Gespräch beginnen, in dem es auch darum geht, wie man selbst mit seinen Gefühlen umgehen könnte. So wissen Kinder beim nächsten Wutanfall, wie sie die schlechte Stimmung leicht wieder vertreiben können.
Begleitet wird die Geschichte von Eleanor Sommers modernen Illustrationen. In bunten, kräftigen Farben setzt sie die Dschungelgeschichte in Szene. Ihre Bilder sind plakativ, greifen Wims Wut treffend und auch mit feinen Witz auf. Wir können dem kleinen Affen seinen Frust vom Gesicht ablesen, ebenso wie er versucht, diese Wut loszuwerden. Diese bunte, lebendige Gestaltung verleiht eine positive Stimmung.

Übrigens bietet das Bilderbuch außer seiner Geschichte auch noch ein paar Anregungen zum Mitmachen. Ein Nachwort eines Kinder- und Jugendpsychologen erklärt noch einmal, was Wut ist, woher sie kommt und wie man sie wieder loswerden kann. Eine Bastelanleitung für ein eigenes Türschild lässt Kinder ihre Kreativität ausleben. Und dann gilt es noch die Frage zu klären, warum das Faultier eigentlich wütend war. Wer findet es heraus?

„Wenn ich wütend bin“ ist ein heiteres und unterhaltsames Bilderbuch von Nanna Neßhöver und Eleanor Sommer. Die fröhliche Geschichte vertreibt nicht nur schlechte Laune, sie hilft Kindern auch eigene Lösungen zu finden, wenn sie selbst einmal so richtig sauer sind. Dieses Buch unterstützt Eltern und Kinder dabei, Verständnis zu entwickeln und Wut leichter in den Griff zu bekommen.

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