Weihnachten mit Tante Josefine

von Michael Engler, Martina Matos (Illustration)
Rezension von Janett Cernohuby | 29. Oktober 2018

Weihnachten mit Tante Josefine

In der Adventszeit wird immer wieder betont, dass man an die denken soll, denen es nicht so gut geht. Man soll nicht nur sein eigenes Glück sehen, an sich selbst denken. Das Thema Mitgefühl, Hilfsbereitschaft und Spendenbereitschaft greifen auch Michael Engler und Martina Matos in ihrem Bilderbuch „Weihnachten mit Tante Josefine“ auf.

Tante Josefine kommt an Weihnachten

Kurz vor Weihnachten erhält Familie Mauskowski einen Brief von Tante Josefine. Darin kündigt sich die angesehene und gefeierte Diva an. Sie will die Weihnachtstage mit der Familie verbringen. Doch anstatt sich zu freuen, bedrückt die Ankündigung Mutter und Vater Mauskowski. Sie sind arm, können sich kaum eine Weihnachtsfeier leisten. Wie sollen sie da die reiche und wohlhabende Tante aushalten? Da haben die Kinder eine Idee. Sie ziehen los und fragen bei Kaufleuten nach kleinen Spenden. Diese sind zunächst abweisend. Erst als sie hören, dass die berühmte Tante Josefine kommt, sind sie bereit, das schönste und beste zu spenden. Denn vor Tante Josefine wollen sie alle gut dastehen. Dann ist der Weihnachtstag gekommen und alle stehen am Hafen, um Tante Josefine willkommen zu heißen. Doch von der fehlt jede Spur. Die Händler sind enttäuscht, die Familie traurig. Da hat eines der Kinder eine Idee, wie es doch noch ein schönes Weihnachtsfest werden könnte.

Weihnachten mit Tante Josefine

Rührende Geschichte mit klarer Botschaft

Michael Engler erzählt in seinem Bilderbuch eine sehr stimmungsvolle Geschichte mit einer starken Botschaft. Es geht um die viel gepriesene Spendenbereitschaft, um das Mitgefühl mit denen, die weniger haben als wir. Immer wieder hören wir in Weihnachtslieder und Gedichten den Aufruf, mit diesen zu teilen. Familie Mauskowski ist so eine arme Familie, die kaum etwas hat. Die nicht einmal ein richtiges Weihnachtsfest ausrichten kann. Schon gar nicht für die reiche Tante, die sich selbst eingeladen hat. Mutig ziehen die Mausekinder los und bitten um Spenden. Schließlich ist Weihnachten. Doch die Ernüchterung folgt schnell. Zuerst will ihnen niemand helfen. Jeder denkt nur an den Profit. Erst als sie hören, für welch hohen Gast die Gaben sind, geben sie bereitwillig etwas her. Dafür müssen die Mäusekinder der Tante aber auch einen lieben Gruß vom jeweiligen Spender ausrichten.
Prestige, gesehen werden, das Ansehen pflegen. Um nichts anderes ging es den Kaufleuten. Von weihnachtlicher Güte, Mitgefühl für jene, denen es schlechter geht, ist hier nur wenig zu spüren. Umso schöner das Ende, als Tante Josefine alle versetzt (was natürlich nicht schön ist). Wieder sind es die Mäusekinder, die an den Geist der Weihnacht erinnern und dank derer letztendlich doch noch alle ein wunderschönes Fest im Glanze von Tante Josefine feiern.
So regt die Geschichte zum Nachdenken an. Außerdem berührt sie unsere Herzen und klingt in uns nach. Kinder können die Botschaft schnell erfassen und man kann wunderbare Gespräche mit ihnen darüber führen.
Begleitet wird die zauberhafte Weihnachtsgeschichte von ebensolchen Illustrationen. Sehr nostalgisch zeichnete Martina Matos die Szenen und versetzt die Erzählung in die Zeit der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Vor dieser Kulisse bekommt die Handlung eine andere, eigene Atmosphäre,  welche die Botschaft hinter der Geschichte großartig transportiert.

Weihnachten mit Tante Josefine

„Weihnachten mit Tante Josefine“ ist eine ganz besondere Weihnachtsgeschichte. Mit klaren, deutlichen Worten erzählt Michael Engler vom Geist der Weihnacht, von Mitgefühl, dem Denken an jene, denen es schlechter geht. Er erzählt von Versprechen, die nicht gehalten werden, von Hilfsbereitschaft und der zugrundeliegenden Motivation. Martina Matos zeichnete dazu die passenden Bilder. Beide zusammen ergeben eine einzigartige Weihnachtsgeschichte, die uns berührt und die verzaubert.

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