Stille Nacht

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Ein Lied geht um die Welt
von Brigitte Weninger, Julie Wintz-Litty (Illustration)
Rezension von Stefan Cernohuby | 23. Oktober 2018

Stille Nacht

Es gibt viele Lieder, die so eingängig sind, dass man sie nicht vergisst. Doch manche dieser Lieder haben eine jahrhundertelange Geschichte und ein ganz besonderes Thema. Ein solches Musikstück ist im frühen 19. Jahrhundert in einem kleinen Ort nahe Salzburg entstanden. Diesem zu Ehren ist das Bilderbuch „Stille Nacht – Ein Lied geht um die Welt“ erschienen, das die Entstehungsgeschichte dieses beliebtesten Weihnachtslieds erzählt. Dafür verantwortlich sind Brigitte Weninger und Julie Wintz-Litty.

Als eines Tages die beiden Kinder Lukas und Lisa in die Kirche von Hilfspriester Joseph Mohr kommen, bringt er ihnen bei, dass das schlechte Wetter in der Gegend nicht der Zorn Gottes ist, sondern die Folge eines Vulkanausbruchs. Gerade als sie damit fertig sind, klopft Franz Xaver Gruber an der Tür. Der Organist und Gitarrist ist beim Spielen auf der Orgel auf die Hilfe der Kinder angewiesen. Doch diese ist beschädigt – und so stehen sie kurz vor der Weihnachtsmesse ohne ein stimmungsvolles Instrument da. Zum Glück hat der Pfarrer gerade ein Gedicht verfasst, zu dem Gruber eine Melodie schreiben möchte. Mit der Gitarre von Joseph Mohr schreibt er die Noten nieder und hat in nur wenigen Stunden das Lied fertiggestellt. Sofort geht das Stück weiter an den Chor, der dieses einüben soll. In einem Hungerwinter drängen sich darauf viele hungrige und verzweifelte Menschen in der kleinen Kirche zusammen, auf der Suche nach Hoffnung und etwas Geborgenheit. Und genau diese verleiht ihnen das Lied „Stille Nacht“. Im Jahr darauf, als ein Orgelbaumeister die Orgel repariert, wird er auf das Lied aufmerksam und nimmt sich die Noten mit in seine Heimat. 15 Jahre später wird es erstmals gedruckt und verbreitet sich daraufhin überall in der Welt, wird in beinahe alle Sprachen übersetzt und hat mittlerweile seinen Weg in alle weihnachtlichen Häuser, überall auf der Welt gefunden.

Die Geschichte, die im Buch behandelt wird, hat sich tatsächlich weitgehend so zugetragen. Das Gedicht, das Pfarrer Mohr verfasst hat, wurde bereits zwei Jahre zuvor fertig gestellt. 1818 wurde dann von Franz Xaver Gruber auf seinen Wunsch ein Lied dazu geschrieben. Die desolate Orgel und die weitere Verbreitung des Lides sind ebenso überliefert wie auch die Besetzung bei der ersten Aufführung in der Kirche. Die beiden Kinder, welche die Geschichte erfahren, beziehungsweise transportieren, sind wohl der künstlerischen Freiheit zuzuordnen um das Werk gerade für Kinder interessanter zu gestalten. Illustriert sind die Seiten großflächig mit Aquarellen, die allesamt in realistischem aber dennoch klassischen Stil gehalten sind. Sie verleihen der Geschichte eine passende (vor-)weihnachtliche Stimmung. Selten nimmt ein Textabschnitt mehr als ein Drittel einer Doppelseite ein. Mit einem derart gelungenen Verhältnis kann man beim getragenen Vorlesen auch mithilfe der Bilder ein wenig kaschieren, das die „spannende Entstehungsgeschichte“ nicht wirklich spannend, aber doch interessant und unterhaltsam ist. Und schließlich geht es ja um das beliebteste und bekannteste Weihnachtslied von allen.

Stille Nacht - Ein Lied geht um die Welt

„Stille Nacht – Ein Lied geht um die Welt“ von Brigitte Weniger und Julie Wintz-Litty beschäftigt sich mit der Erschaffung des gleichnamigen Weihnachtsliedes von Joseph Mohr und Franz Xaver Gruber. Mit Hilfe von handlungstragenden Kindern und großflächigen Illustrationen wird versucht, nicht nur Weihnachtsstimmung, sondern auch Spannung aufkommen zu lassen. Tatsächlich bleibt es eher bei ersterem, was dem Werk aber auch gerecht wird. Es ist ein schönes, stimmungsvolles Werk, das man gerne mit seinen Kindern liest und vielleicht auch besingt.

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